Aston Martin will bekanntlich sein erstes Elektroauto im Jahr 2025 bringen – also schon in zwei Jahren. Nun gibt der kleine britische Hersteller offiziell bekannt, dass dabei Technik von Lucid Motors zum Einsatz kommen soll. Dazu wurde nun eine Vereinbarung mit dem US-Startup getroffen.

Nach der Liefervereinbarung wird die Lucid Group dem Sportwagenspezialisten Elektroantriebe und Batterien zur Verfügung stellen. Wie Reuters berichtet, erhält Lucid dafür 3,7 Prozent der Aktien von Aston Martin. Außerdem will Aston Martin einen nicht bezifferten Betrag in Bar zahlen und neue Stammaktien an Lucid ausgeben. Nach dem Bericht entspricht das einem Gesamtwert von etwa 232 Millionen US-Dollar (oder etwa 213 Millionen Euro).

Aston-Martin-Chef Lawrence Stroll sagte: "Die Liefervereinbarung mit Lucid ist ein entscheidender Faktor für das zukünftige, auf Elektrofahrzeuge ausgerichtete Wachstum von Aston Martin." Stroll will die Lucid-Technik mit den markeneigenen Entwicklungen unter Leitung des Technik-Chefs Roberto Fedeli sowie dem markentypischen Luxus kombinieren.

"Zusammen mit Mercedes-Benz haben wir jetzt zwei erstklassige Zulieferer, welche die interne Entwicklung und die Investitionen unterstützen, die wir zur Umsetzung unserer Elektrifizierungsstrategie tätigen", so Stroll weiter. 

Die Kooperation mit Lucid ersetzt keineswegs die langjährige Partnerschaft mit Mercedes. Die deutsche Marke werde Aston Martin weiter Zugang zu Antriebssträngen und elektrischen sowie elektronischen Architekturen gewähren, die für reine Verbrenner, Hybrid- und Elektrofahrzeuge bestimmt sind. Allerdings will Mercedes seinen Anteil an Aston Martin nicht über die derzeitigen neuen Prozent hinaus erhöhen. Seit Mai ist auch Geely an dem britischen Hersteller beteiligt.

Grundlage für alle geplanten Elektroautos von Aston Martin soll jedoch weder eine Plattform von Mercedes noch die des Lucid Air sein, sondern eine selbst entwickelte, völlig neue Architektur. Durch die Kooperation mit Lucid mit eigenen Entwicklungsergebnissen könne man "eine einzige maßgeschneiderte BEV-Plattform schaffen, die für alle zukünftigen Aston-Martin-Produkte geeignet ist, von Hypercars bis hin zu Sportwagen und SUVs", sagte Technikchef Fedeli.

Diese modulare Plattform soll alle möglichen Karosserietypen tragen – vom Hypercar über Gran Turismos bis hin zu SUVs. Nur einen vagen Vorgeschmack auf diese Modelle bietet das von Aston Martin mitgelieferte Teaserbild (unser Titelbild).

Zu den Vorteilen der neuen Elektroautos gehören laut Aston Martin Batterien mit hoher Energiedichte und Zwei-Motoren-Antriebe, die ein stufenlos einstellbares Allrad-Torque-Vectoring erlauben. Auch sollen die neuen Modelle eine aktive Aerodynamik und einen geringen Luftwiderstand bieten. Der langjährige Partner Brembo werde eine neue Brake-by-Wire-Technologie beisteuern, Pirelli will mit dem "Cyber ​​Tyre" eine neue Generation von Reifen bringen, die mit diversen Sensoren eine Vielzahl von Daten zur Belastung jedes einzelnen Reifens sammeln.

Das Elektrifizierungsprogramm von Aston Martin sieht für die nächsten fünf Jahre eine Investition von über 2 Milliarden Pfund in moderne Technologien vor, wobei sich der Fokus schrittweise von der Verbrenner-Technik weg hin zu batterieelektrischen Antrieben verschieben soll. Ab 2030 soll die gesamte "Kernpalette" elektrisch sein.