Schöne Geburtstagsüberraschung von Porsche: Zum 30-jährigen Jubiläum des Goodwood Festival of Speed präsentiert die Marke einen Elektro-Roadster. Der Porsche Vision 357 Speedster erhält den Elektroantrieb aus dem 718 GT4 e-Performance und dem Mission R.

Die Optik ist bekannt vom geschlossenen Schwestermodell Porsche Vision 357 (Bericht bei Motor1), doch das hatte einen fossilen Sechszylinder-Boxermotor an Bord. Der Roadster dagegen besitzt einen reinen Elektroantrieb.

Nur äußerlich ein Schwestermodell: Die Studie Porsche Vision 357

Nur äußerlich ein Schwestermodell: Porsche Vision 357

Porsche Vision 357 Speedster (2023)

Porsche Vision 357 Speedster

Dass beide Modelle die Zahl 75 tragen, liegt an einem Jubiläum von Porsche selbst: Die Marke feiert 75-jähriges Bestehen. So soll der Porsche Vision 357 auch an den 356 erinnern, den es ebenfalls geschlossen und offen gab.

Porsche 718 Cayman GT4 ePerformance

718 Cayman GT4 ePerformance

Porsche Mission R Concept (2021)

Porsche Mission R Concept (2021)

Der Vision 357 Speedster basiert auf der Technologie des Porsche 718 GT4 e-Performance, einem Versuchsträger mit dem Chassis des 718 GT4 Clubsport und dem Elektroantrieb des Porsche Mission R. Nach der Weltpremiere in Goodwood wird die Designstudie beim Oldtimertreffen "Porsche Rennsport Reunion" Ende September in den USA zu sehen sein.

Bildergalerie: Porsche Vision 357 Speedster (2023)

Die Studie besitzt eine glatte Karosserie ohne Ecken und Kanten sowie eine flach liegende, rahmenlose Frontscheibe. Im Cockpit wird die Beifahrerseite durch eine Plane abgedeckt – die sogenannte Tonneau-Abdeckung, wie sie früher bei offenen Sportwagen üblich war. Hinter der Kopfstütze des Fahrersitzes gibt es einen Buckel für den Fall eines Überschlags. Direkt dahinter befindet sich oben auf der Karosserie die Ladeklappe. Statt einem Faltverdeck hat der Wagen nur Verankerungspunkte für ein separates Verdeck, das vermutlich unter dem Tonneau verstaut wird.

Die Bicolorlackierung in Silber und Weiß ist von historischen Motorsport-Vorbildern inspiriert. Dazu kommen blaue Kontrastelemente, beispielsweise an den Schnellverschlüssen der  Fronthaube. Kameras ersetzen die Außenspiegel. Scheinwerfer und Rückleuchten sitzen unter einem punktförmigen Gittermuster. Die 20-Zoll-Räder aus Magnesium besitzen Kohlefaser-Blenden sowie Zentralverschlüsse.

Porsche Vision 357 Speedster (2023)

Der Carbon-Schalensitz ist tief in das Monocoque integriert, festgeschnallt wird man mit einem blauen Sechspunkt-Gurt. Auch am Lenkrad gibt es blaue Akzente. Die Instrumente bestehen aus einem Plexiglas-Element auf der Lenksäule. Armaturenbrett und Türinnenseite sind in Sichtcarbon ausgeführt. Statt einem Türgriff gibt es eine Textilschlaufe.

Der Vision 357 Speedster ist das Porsche-Highlight in Goodwood, doch auch der Mission X ist zu sehen. Das Rennsport-Modell wurde gemeinhin als erste Vorausschau auf den Elektro-Cayman gedeutet. Für den Antrieb sorgen ein 320-kW-Motor vorne und ein Aggregat mit 480 kW hinten. Kurzzeitig sollen bis zu 800 KW möglich sein, die Dauerleistung liegt bei 500 kW. Bei der Stromversorgung setzt Porsche auf einen 80-kWh-Akku und ein 900-Volt-System für schnelles Aufladen.