Japanischer Maschinenbauer THK zeigt E-Auto mit Radnabenmotoren
Fünf Meter langer "LSR-05" bietet interessante Technik
THK? Ist das nicht die Firma mit den Musikkassetten? Das war unser erster Gedanke, als wir die Nachricht unserer US-Kollegen von InsideEVs.com lasen. Aber nein, das war TDK. Auch THK kommt aus Japan, ist aber ein Maschinenbauer. Nun stellt die Firma ein Elektroauto vor. Die Designstudie mit hochinteressanter Technik steht ab dem 25. Oktober auf der Japan Mobility Show, der Messe, die früher Tokyo Motor Show hieß.
THK beschäftigt sich mit der so genannten Lineartechnik (Wikipedia-Artikel). Das heißt, das Unternehmen baut Maschinen, mit denen man Dinge linear von einem Ort zum anderen bewegen kann, meist wohl in irgendwelchen Fabrikhallen. Im weitesten Sinne fallen auch Autos unter diese Definition, obwohl die bekanntlich nicht nur geradeaus fahren.
Aber wir schweifen ab. Die neue Designstudie trägt den Namen LSR-05, was etwa so sexy klingt wie ... nun ja, wie Lineartechnik. Die Buchstaben stehen für "Luxus, Sport und Revolution", während "05" sowohl für den 50. Geburtstag der Firma steht als auch für die fünfte Generation von Autos, die von dem japanischen Unternehmen entwickelt wurden.
Das Auto sieht wirklich nicht schlecht aus; das Heck erinnert uns an den Lotus Eletre. Der Entwurf stammt von dem japanischen Designstudio SN Design Platform. THK beschreibt den LSR-05 als viersitziges Crossover-Coupé, und das passt. Mit knapp fünf Meter Länge hat das Auto etwa das Format eines Tesla Model S, ist aber mit 1,53 Meter zehn Zentimeter höher.
Für den Antrieb sorgen zwei von THK selbst entwickelte 800-Volt-Motoren mit variablem magnetischen Fluss – was das ist, wissen wir ehrlich gesagt auch nicht. Sie werden in die hinteren beiden Radnaben eingebaut und liefern jeweils 93 kW. Ein 220-kW-Motor vorne komplettiert den Allradantrieb. Demnach dürfte die Systemleistung bei bei rund 400 kW liegen. Damit kommt der Wagen nicht ganz an das normale Model S heran, das vorne und hinten jeweils 252-kW-Motoren hat.
Die Technik des THK LSR-05
Zur Batterie und zur Reichweite äußert sich THK offenbar nicht, aber wenn das Ding 800-Volt-Motoren hat, hat wohl das gesamte System diese Spannungslage. Dem entsprechend dürfte das Auto schnelles Laden bieten. Dazu kommt noch eine induktive Lademöglichkeit – nicht fürs Handy, sondern fürs Auto.
Auch die sonstige Technik ist durchaus anspruchsvoll. So besitzt der Wagen eine Allradlenkung, ein Fahrwerk mit variabler Höhe (dem obigen Bild nach aber keine Luftfederung) und ein elektrisches Bremssystem, das alle vier Stopper unabhängig voneinander steuern kann. Alles in allem klingt das, als würde das Auto aktives Torque Vectoring an der Hinterachse haben (wegen der beiden E-Motoren, die jeweils einem Rad zugeordnet sind), aber auch passives Torque Vectoring (über die Bremsen).
Die Bilder zeigen zudem schlanke Kameras anstelle herkömmlicher Außenspiegel und Selbstmördertüren hinten. Das Cockpit wirkt so schick wie das Exterieur; es erinnert an skandinavisches Design. Es gibt offenbar drei große Displays plus zwei Monitore außen für die Bilder der Kamera-Außenspiegel. Damit ist praktisch das gesamte Armaturenbrett mit Monitoren bestückt.
Schlussendlich bietet der LSR-05 noch etwas, was die Firma als "Stealth Seat Slide System" bezeichnet, offenbar ein besonderes System zur Sitz-Längsverstellung. Womit wir wieder bei der Lineartechnik wären ...
Quelle: THK via InsideEVs.com
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