Lotus stellt drei Ladelösungen vor, welche die Geely-Tochter selbst entwickelt hat – um der Kundschaft problemloses Lade zu ermöglichen, wie die Firma schreibt. Das Highlight ist eine ultraschnelle 450-kW-Ladesäule. Zudem gibt es einen "Stromschrank" und eine "Charging Unit" zum Aufladen von vier E-Autos gleichzeitig. Alle drei Ladegeräte sind flüssigkeitsgekühlt, wie Lotus betont. 

Die neue Lotus-Ladesäule (unser Titelbild) bietet mit 450 kW genau 100 kW mehr als die schnellsten hierzulande geläufigen Ladesäulen – die normalen Ionity-Säulen bieten 350 kW. Bisher gibt es nur wenige Autos, die so viel Ladeleistung nutzen können; angeblich kann aber der Rimac Nevera mit 500 kW geladen werden. Das dürfte einer der weniger bekannten Rekorde des Supersportlers sein.

Das erste Lotus-Elektroauto, der Lotus Eletre, verkraftet "nur" 350 kW, ein Lucid Air soll 300 kW schaffen, der Porsche Taycan 270 kW und der Hyundai Ioniq 5 240 kW. Offenbar hat Lotus also in die Zukunft gedacht. Vielleicht an Autos wie den Cybertruck, der angeblich ein Megawatt schaffen soll – oder an Lkws, für die noch höhere Ladeleistungen im Gespräch sind. 

Lotus Flash Charge liquid-cooled power cabinet

Der Stromschrank von Lotus bietet 480 kW Ausgangsleistung

Außerdem stellt Lotus einen modularen Stromschrank (power cabinet) vor, der sich zum Beispiel für  Autobahnraststätten eignen soll. Er bietet eine Ausgangsleistung von bis zu 480 kW. Auch der Stromschrank ist flüssigkeitsgekühlt.

Lotus Flash Charge liquid-cooled charging unit

Die Charging Unit gibt Strom für bis zu vier Elektroautos gleichzeitig ab

Schließlich gehört auch noch eine Charging Unit zu der Lade-Suite von Lotus: Damit können in Verbindung mit dem Stromschrank bis zu vier E-Autos gleichzeitig geladen werden. Maximal werden 600 Ampere abgegeben.

Lotus Flash Charge solutions

Die drei neuen Lotus-Ladeeinrichtungen - und eine Wallbox für daheim (ganz links) 

Die Schnellladelösungen von Lotus sind in China bereits auf dem Markt und werden voraussichtlich im zweiten Quartal 2024 in den meisten europäischen Ländern und im Nahen Osten eingeführt. Schon im April überraschte Lotus mit einem Roboterarm, der ein Elektroauto mit bis zu 500 kW laden kann.

Derzeit hat Lotus vier Modelle. Neben dem Verbrenner-Sportwagen Emira (Berichte bei Motor1) sind das die drei Elektroautos Evija (ein Supersportler mit 1.500 kW), Eletre (ein Elektro-SUV mit bis zu 675 kW) und Emeya (ein viertüriger Gran Turismo mit 666 kW). In Zukunft will Lotus seine E-Auto-Palette noch weiter ausweiten. Die Nachfrage ist laut Lotus gut; für den Eletre und den Emira habe man derzeit 19.000 noch nicht abgearbeitete Bestellungen.

Lotus Eletre: Das Exterieur

Lotus Eletre: Bis zu 675 kW starkes Elektro-SUV

Lotus Emeya (2024)

Lotus Emeya: Elektro-Sportwagen mit 666 kW