Deutschland hat seine Elektroauto-Förderung gerade gestrichen, und Frankreich schließt nun Elektroautos aus China von der Kaufprämie aus. Wohlgemerkt: Nicht Autos chinesischer Marken, sondern Fahrzeuge aus chinesischer Produktion. So sind auch einige Modelle westlicher Marken betroffen, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet.

Das trifft auch Autos französischer Konzerne wie den Dacia Spring (unser Titelbild), der zum französischen Renault-Konzern gehört, aber in China gebaut wird. Das kleine SUV liegt in Frankreich derzeit auf Platz zwei in der Liste der Elektro-Bestseller. Rang eins belegt wie in Deutschland das Tesla Model Y. Dieses wird als einziges Tesla-Modell in Frankreich weiter gefördert, da es im deutschen Werk in Grünheide gebaut wird. Dieses Beispiel zeigt auch die Probleme dieser Schematisierung, denn soweit wir wissen, kommt nach wie vor ein großer Teil der Fahrzeuge nach wie vor aus Shanghai.

Die meisten Fahrzeuge auf der Liste der förderfähigen Autos kommen von europäischen Herstellern. Ausnahmen sind neben dem Model Y nur der Hyundai Kona Elektro, der Mazda MX-30, Nissan Townstar und Nissan Leaf sowie der Toyota Proace City Verso.

Für welche Elektroautos die Subvention gezahlt wird, entscheidet die französische Umweltbehörde Ademe (Agence De l'Environnement et de la Maîtrise de l'Energie). Dabei wird der CO2-Fußabdruck bei der Rohstoffproduktion, bei der Fertigung des Autos und der Batterie und beim Transport berücksichtigt. 

Von der Regierung wird der Schritt als Umweltschutz-Maßnahme verkauft. Bisher sei zu viel Geld für Autos mit schlechter CO2-Bilanz investiert worden, sagte Wirtschaftsminister Bruno Le Maire. Die Regeln der Welthandelsorganisation WTO werden nach Ansicht der französischen Regierung eingehalten, denn diese erlaubten ein solches Vorgehen zum Schutz der Umwelt.

Anfang 2023 hatte die Regierung Macron die Elektro-Förderung noch einmal auf bis zu 5.000 Euro aufgestockt, Geringverdiener erhalten sogar bis zu 7.000 Euro. Bisher wurde die Prämie für alle Elektroautos gewährt. 

Für die nach Europa drängenden Elektroauto-Marken aus China ist der Stopp der Förderung in Frankreich ein Rückschlag. Weitere Wettbewerbsnachteile drohen den China-Herstellern durch die Pläne der EU-Kommission. Diese will Strafzölle für Autos aus China einführen – allerdings nicht aus Umweltschutzgründen, sondern weil die Fahrzeuge durch die chinesischen Behörden subventioniert würden. Diese Initiative wird angeblich vor allem von der französischen Regierung vorangetrieben, so der Bericht.

Eine Geldsparmaßnahme wie in Deutschland scheint der Schritt Frankreichs nicht zu sein. Denn zum 1. Januar startet dort ein neues Förderinstrument: Dann soll es ein subventioniertes Leasing für Elektroautos für monatlich rund 100 Euro geben. Energieministerin Agnès Pannier-Runacher sagte am Freitag, den Fiat 500 Elektro und den Citroen e-C3 gebe es schon ab 54 Euro pro Monat.

Allerdings ist das Angebot auf Geringverdiener mit einem Jahreseinkommen von maximal 15.400 Euro beschränkt. Außerdem müssen mindestens 15 Kilometer zwischen Arbeit und Wohnort liegen. So werden wohl maximal 25.000 Leute das Angebot nutzen, erwartet die Regierung. Pro Fahrzeug legt die Regierung 13.000 Euro drauf, investiert also insgesamt maximal 325 Millionen Euro.