Während in Deutschland der Anteil der Elektroauto-Neuzulassungen am Gesamtmarkt schon bei 18 Prozent liegt, beträgt dieser in Europa noch 14,6 Prozent. Allerdings stieg der BEV-Anteil in Europa gegenüber dem Vorjahr, während er in Deutschland praktisch stagnierte.

Der reine Elektroantrieb war 2023 europaweit die drittbeliebteste Antriebsart – nach Benzin und Hybrid. Dieselautos folgten erst auf Platz vier (siehe unter Titelbild). Im Vorjahr hatten die Selbstzünder noch auf Platz drei gelegen. Benziner blieben die weitaus beliebteste Antriebsart, gefolgt von Hybridfahrzeugen (HEVs). Vermutlich sind dabei aber auch die Mildhybride eingeschlossen. Das geht aus heute veröffentlichten Daten des europäischen Autohersteller-Verbands ACEA hervor.

  Rang 1 Rang 2 Rang 3 Rang 4 Rang 5 Rang 6
2022 Benziner (36,4%) Hybrid (22,7%) Diesel (16,4%) Elektro (12,1%) PHEVs (9,4%) Andere (3,0%)
2023 Benziner (35,3%) Hybrid
(25,8%)
Elektro
(14,6%)
Diesel
(13,6%)
PHEVs
(7,7%)
Andere
(3,0%)

Im gesamten Jahr 2023 wurden europaweit über 1,5 Millionen batterieelektrische Autos (BEVs) verkauft. Das entsprach einer deutlichen Steigerung von 37 Prozent gegenüber 2022.

Im Dezember 2023 stieg der Marktanteil der BEVs europaweit auf 18,5 Prozent. In absoluten Zahlen sank die Zahl der BEVs jedoch – zum ersten Mal seit April 2020, dem Höhepunkt der Corona-Pandemie. Der Rückgang um fast 17 Prozent ist laut ACEA auf die starken Elektroauto-Verkäufe im Vergleichsmonat Dezember 2022 zurückzuführen. In Deutschland war der Rückgang bei den Elektroauto-Verkäufen im Dezember 2023 mit 48 Prozent besonders dramatisch. Hierzulande hatte es Ende 2022 ja eine regelrechte Kaufpanik gegeben, weil die Förderung Anfang 2023 sank.

Europäische Autoverkäufe in den Jahren 2022 und 2023 Monate Januar bis Dezember)

Europäische Autoverkäufe in den Jahren 2022 und 2023 (Monate Januar bis Dezember)

Auch über alle Antriebsarten hinweg schrumpfte der deutsche Automarkt im Dezember 2023, allerdings nur um 23 Prozent und damit lange nicht so stark wie bei den Elektroautos. Europaweit lag das Minus im Dezember nur bei 3,3 Prozent. Auch diesen Rückgang führt der ACEA auf die hohen Verkaufszahlen im Vergleichsmonat Dezember 2022 zurück.

Das Gesamtjahr 2023 schloss der EU-Automobilmarkt mit einem soliden Wachstum von 13,9 Prozent im Vergleich zu 2022 ab. 10,5 Millionen Autos wurden verkauft. Dabei legten alle EU-Märkte zu, nur Ungarn schrumpfte leicht (-3,4%). In den meisten Märkten wurden zweistellige Zuwächse verzeichnet, so in Italien (+18,9%), Spanien (+16,7%) und Frankreich (+16,1%). Im Gegensatz dazu verzeichnete Deutschland einen bescheideneren Anstieg von 7,3%.

Unterm Strich

Derzeit wird viel über eine angeblich abgekühlte Stimmung gegenüber Elektroautos berichtet und geredet. In der Tat sanken die deutschen BEV-Verkäufe im Dezember dramatisch, und zwar doppelt so stark wie der Gesamtmarkt. Aber ist das schon ein Zeichen für eine Abkehr vom Elektroauto? Das wäre wohl eine Überinterpretation. Generell sind wir gegenüber Monatszahlen beim Verkauf skeptisch, denn da spielen auch vielerlei Sondereffekte eine Rolle.