Der neue Tesla Roadster soll noch dieses Jahr vorgestellt werden und 2025 in Serie gehen. Das versprach Elon Musk nun auf der Plattform X. Man habe die Entwicklungsziele nochmals deutlich nach oben geschraubt und auch das Seriendesign stehe fest.   

Der Tesla Roadster wurde im Jahr 2017 erstmals gezeigt – zusammen mit dem Tesla Semi, der für 2019 angekündigt war, aber erst seit Ende 2023 gebaut wird. Auch der Roadster sollte schon 2020 starten; nun soll es 2025 so weit sein.

 

Die 2017 angekündigte Version sollte einen Antrieb mit drei Elektromotoren erhalten, von denen wie beim Model S Plaid einer vorne arbeitet und zwei hinten. Der Sprint auf 60 Meilen pro Stunden sollte 1,9 Sekunden dauern – das beeindruckt inzwischen niemanden mehr, denn das ist der gleiche Wert wie beim Model S Plaid. 

Für die neue Version habe man die Entwicklungsziele deutlich nach oben geschraubt. So soll der Standardsprint nun in weniger als einer Sekunde möglich sein. Zum Vergleich: Der Rimac Nevera braucht 1,85 Sekunden.

 

Musk versprach, es werde nie wieder ein Auto wie dieses geben – wenn man es überhaupt ein Auto nennen könne. Und der Wagen werde in Kooperation mit Space X entstehen. Das bedeutet möglicherweise, dass nach wie vor Raketentriebwerke optional erhältlich sein sollen.

Zu diesem Thema schrieb Musk im Jahr 2019, das wäre kein Scherz: Anstelle der beiden Rücksitze werde ein sogenanntes Kaltgas-Triebwerk eingebaut. Solche Triebwerke stoßen anders als normale Raketentriebwerke nur kalte Luft aus; dergleichen wird nicht zum Antrieb, sondern zur Steuerung von Raketen verwendet. Nach einer Berechnung eines Ingenieurs bei InsideEVs USA aus dem Jahr 2019 könnte ein solches Triebwerk die Sprintzeit von 1,9 auf 1,6 Sekunden verkürzen – in Fällen, in denen die Traktion durch die Reifen nicht ausreicht. 

 

Auch die Angaben zu Akku und Reichweite für den 2017 angekündigten Roadster verblüffen: Der Akku sollte eine Speicherkapazität von 200 kWh haben, was für rund 1.000 Kilometer Reichweite genügen sollte. Damit würde der Roadster den Plaid in einer Disziplin übertrumpfen, die für Roadster untypisch ist: Normalerweise sollte das Model S die Reiselimousine mit großer Reichweite sein, ein Roadster wird eher für kurze Ausflüge auf kurvigen Landstraßen gebaut.  

Der Grundpreis wurde einst mit 200.000 US-Dollar angegeben, die Launch Edition sollte sogar 250.000 Dollar kosten. Bei solchen Beträgen ist klar, dass die Stückzahlen nicht groß sind: Damals hieß es, jährlich sollten etwa 10.000 Stück produziert werden.

Ein Tesla Roadster stand auch schon am Anfang der Geschichte des US-Autobauers. Karosserie und Chassis stammten von der Lotus Elise, für den Antrieb sorgte ein 215-kW-Elektromotor im Heck. Die Batterie bestand aus 6.831 zylindrischen Lithium-Ionen-Zellen des Formfaktors 1865, wie sie auch für Notebooks verwendet werden. Der Akku speicherte etwa 56 kWh und sorgte laut Tesla für 350 km Reichweite. Das Serienmodell wurde schon 2006 vorgestellt. Von 2008 bis zur Einstellung im Jahr 2012 wurden knapp 2.500 Stück von dem Auto gebaut.

Unter dem Strich

Kommt er nun endlich oder kommt er nicht, der Tesla Roadster? Die lange Serie von Verschiebungen macht uns skeptisch, aber andererseits hat es auch der Semi inzwischen auf die Straße geschafft. Wenn das Modell nur annähernd so toll wird, wie von Musk versprochen, wird das sicher auf das Renommee der Marke einzahlen, aber weniger auf das Konto, und zwar egal wie teuer der Wagen ist. Wichtiger als ein Luxus-Roadster für die High Society wäre das Model 2.

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