Der EQT gehört wohl zu den am wenigsten bekannten Mercedes-Modellen. Das 4,50 Meter lange Transporter ist auch nicht viel mehr als ein Ableger vom elektrischen Renault Kangoo – den wohl ebenfalls wenige Leute auf dem Schirm haben. Doch nun macht der EQT Schlagzeilen – wegen einer angeblichen Preissenkung.

Bei der Ankündigung des Mercedes EQT vor einem Jahr hieß es, die Preise sollten bei rund 49.445 Euro brutto beginnen. Nun aber steht die günstigste Version für unter 38.000 Euro brutto im Konfigurator, wie Auto Motor und Sport entdeckt hat. Das sind über 11.000 Euro weniger. Das riecht in der Tat nach einer drastischen Preissenkung. Doch wir haben eine andere Vermutung ...

Den Mercedes EQT gibt es in den Ausstattungsvarianten Advanced Plus, Premium und Premium Plus. Laut Konfigurator kostet der EQT Advanced Plus 37.653,38 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Damit ist der Wagen sogar günstiger als der Renault, den es erst ab 39.300 Euro gibt:

Der EQT ist je nach Betrachtungsweise die Elektroversion der Mercedes T-Klasse oder die noblere Variante des Mercedes eCitan Tourer. Technisch aber ist das Auto mehr oder weniger mit dem Renault Kangoo E-Tech Electric identisch: Der gleiche 90-kW-Frontantrieb, die gleiche 45-kWh-Batterie und auch optisch gibt es wenig Unterschiede.

Renault Kangoo E-Tech (2023) im Test

Renault Kangoo E-Tech Electric

Mercedes EQT 200: Das Exterieur

Mercedes EQT

Wie der Kangoo ist der EQT zum Start nur in der Standardlänge von 4,50 Meter erhältlich; eine Langversion soll später folgen. Die Reichweite liegt laut Konfigurator bei bis zu 292 Kilometer. Aufgeladen wird mit 22 kW Wechselstrom oder bis zu 80 kW Gleichstrom. Letzteres soll 38 Minuten dauern (10-80 Prozent).

Den Ein- und Ausstieg nach hinten ermöglichen zwei Schiebetüren mit Ausstellfenstern. Beladen wird das Auto über eine Heckklappe oder optional über zweiteilige Hecktüren, die in der Parklücke nicht so weit nach hinten ausschwingen. Das Kofferraumvolumen beträgt üppige 551 bis 1.979 Liter. Innen gibt es traditionelle Instrumente und einen 7-Zoll-Touchscreen.

Mercedes EQT 200: Das Cockpit

Unter dem Strich

Auto Motor und Sport hat entdeckt, dass der EQT laut Konfigurator viel günstiger ist als angekündigt. Doch vermutlich handelt es sich nicht um eine "drastische Preissenkung", wie der Kollege schreibt, sondern um den Unterschied zwischen Listenpreis und rabattiertem Preis. Darauf sind wir selbst schon mal beim Mercedes EQV hereingefallen: Für diesen meldete die Presseabteilung einen Preis von 75.282 Euro, im Konfigurator stand jedoch ein (rabattierter) Basispreis von 58.488 Euro.

Das Durcheinander bei den Preisen hat offenbar mit dem so genannten Agenturmodell zu tun. Damit werden die Preise und etwaige Rabatte grundsätzlich vom Hersteller festgelegt, der Händler hat keinen Einfluss mehr darauf. Seit Mercedes dieses Modell eingeführt hat, werden offenbar im Konfigurator die rabattierten Preise angegeben. Und wenn der Journalist dann den angekündigten Listenpreis mit dem rabattierten Preis aus dem Konfigurator vergleicht, stellt er eine scheinbare Preissenkung fest. Früher hätte man beim Händler aber wohl auch nicht die 49.445 Euro für den EQT bezahlt, sondern nach Verhandlung einen niedrigeren Preis erhalten.

Bildergalerie: Mercedes EQT (Mai 2023)