Tesla Cybertruck nun auch als Basisversion mit Heckantrieb
Lang erwartete Einstiegsvariante jetzt in den USA konfigurierbar. Damit sinkt der Grundpreis um 10.000 Dollar
Angekündigt wurde sie schon bei der Vorstellung des Tesla Cybertruck im November 2023, doch erst jetzt ist sie konfigurierbar: die Basisversion mit Heckantrieb. Sie ist 10.000 Dollar günstiger als das Allradmodell mit zwei Motoren und 37.500 Dollar günstiger als das Topmodell, der dreimotorige Cyberbeast.
Die Basisversion des Tesla Cybertruck namens Long Range hat eine Reichweite von 350 Meilen (563 km) nach amerikanischer EPA-Norm. Mit installierter Laderaumabdeckung werden daraus 362 Meilen oder 582 km. Damit ist die Maximalreichweite knapp 60 km größer als beim zweimotorigen Allradler. Laut Konfigurator kostet die neue Version 69.990 Dollar, wenn man den damit verbundenen Steuernachlass von 7.500 Dollar außer Acht lässt. Auch damit ist Tesla noch meilenweit entfernt vom einst versprochenen Basispreis von 40.000 Dollar.
Die neue Variante des Elektro-Pick-ups wird ausschließlich von einem Heckmotor angetrieben, der über ein mechanisches Sperrdifferenzial verfügt. Die Motorleistung geht aus dem Konfigurator nicht hervor, doch der Normsprint soll 6,2 Sekunden dauern. Das normale Allradmodell schafft den Spurt in 4,1 Sekunden, der Cyberbeast benötigt nur 2,6 Sekunden, um 60 mph (97 km/h) zu erreichen. Auch die Nutzlast ist mit 910 Kilo kleiner als bei den stärkeren Modellen, die über eine Tonne einladen können, und die Anhängelast beträgt nur 3,4 Tonnen, während es bei den Allradmodellen 5,0 Tonnen sind.
Die adaptive Luftfederung mit Höhenverstellung fehlt ebenfalls. Stattdessen gibt es ein konventionelles Stahlfahrwerk mit Schraubenfedern und adaptiven Dämpfern. Serienmäßig wird das Long-Range-Modell mit 18-Zoll-Rädern bestückt, 20-Zöller sind für 3.500 Dollar Aufpreis erhältlich.
Bildergalerie: Tesla Cybertruck Long Range (2025)
Die Heckscheibe ist laut unserem US-Schwesterportal InsideEVs.com ebenfalls verschwunden. Innen bekommt der Basis-Cybertruck nur Stoffsitze, und die Vordersitze sind nicht belüftet, wenn auch beheizbar. Das Audiosystem verfügt über lediglich sieben Lautsprecher, während die anderen beiden Versionen standardmäßig mit 15 Lautsprechern und aktiver Geräuschunterdrückung ausgerüstet sind.
Der Basis-Truck verfügt auch über keine Steckdosen, um externe Verbraucher mit Strom zu versorgen. Die einzige Möglichkeit, 120 Volt aus der Traktionsbatterie zu bekommen, besteht darin, Teslas mobiles Ladegerät an den Ladeport anzuschließen und einen Steckdosenadapter zu verwenden. Auf diese Weise kann man zwei 120-V-Steckdosen nutzen.
Während die Versionen AWD und Cyberbeast serienmäßig ein elektrisch bedientes Rollo zum Abdecken der Ladefläche besitzen, wird der Long Range standardmäßig nicht mit einer solchen Abdeckung ausgeliefert; eine neue, weiche Ladeflächenabdeckung ist jedoch optional für 750 Dollar erhältlich.
Tesla Cybertruck: Die elektrisch bediente Ladeflächen-Abdeckung der Allradvarianten
Nicht mehr verfügbar ist der so genannte Range Extender, bei dem es sich nicht etwa um einen Verbrennungsmotor, sondern eine Zusatzbatterie handelt. Dieses Extra für 16.000 Dollar Aufpreis verschwand schon vor einer Woche aus dem Konfigurator, wie Electrek berichtete. Nach dem Bericht wurde das Extra, noch nie ausgeliefert, obwohl der Cybertruck mittlerweile seit anderthalb Jahren in Produktion ist. Mit der Batterie, die etwa ein Drittel der Ladefläche blockiert hätte, sollte die Reichweite auf über 470 Meilen (756 km) steigen; später wurde der Wert auf über 445 Meilen (716 km) zurückgenommen.
Der Cybertruck ist nach wie vor der meistverkaufte Elektro-Pick-up der USA. Doch in den letzten Monaten lief es nicht mehr so gut. So musste Tesla über 46.000 Exemplare – und damit praktisch alle bisher gebauten – zurückrufen, weil sich Karosserieverkleidungen während der Fahrt lösen konnten.
Auch der Absatz sank: Nach einer Analyse von Cox Automotive wurden im Februar nur noch rund 2.600 Stück verkauft, und damit etwa halb so viele wie im bisher besten Monat, dem September 2024. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres hatten die Verkäufe kräftig angezogen und erreichten im dritten Quartal laut Cox fast 17.000 Einheiten. In den letzten drei Monaten des Jahres 2024 sanken sie jedoch auf rund 13.000.
Unter dem Strich
Den Tesla Cybertruck gibt es nun in drei Motorisierungen: als Hecktriebler, mit Allradantrieb und zwei Motoren sowie als Cyberbeast mit zwei Motoren hinten und einem vorne. Damit sinkt der Basispreis von rund 80.000 auf 60.000 Dollar. Möglicherweise ist der Marktstart für das günstigste Modell auch auf die Absatzschwierigkeiten bei dem Elektro-Pickup zurückzuführen. Es ist ein lang erprobtes Vorgehen von Autoherstellern, zuerst die teuersten Varianten eines Modells zu bringen, und erst wenn der Absatz zurückgeht die basisvarianten nachzuschieben.
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