Ford E-Transit Custom nun auch mit Allradantrieb bestellbar
Versionen mit 100, 160 und 210 kW nicht stärker als Hecktriebler, aber mehr Drehmoment. Generell wächst der Akku von 64 auf 70 kWh.
Bisher war der Ford E-Transit Custom ausschließlich mit Heckantrieb zu haben, und zwar wahlweise mit 100, 160 oder 210 kW. Nun kommen Allradvarianten hinzu, die nicht stärker als die Hecktriebler sind, aber mehr Drehmoment und Traktion liefern. Außerdem wird nun eine größere Batterie eingebaut und es kann schneller geladen werden.
Bis Dezember 2025 standen nur die erwähnten drei Hecktriebler in der Preisliste (PDF). Nun sind auch die bereits seit Längerem angekündigten AWD-Versionen bestellbar. Ab dem Frühjahr 2026 stehen sie dann bei den Händlern.
Bildergalerie: Ford E-Transit Custom AWD (2026)
Neue Allradversionen
Nun gibt es fünf Motorisierungen: Die Varianten mit 100 und 160 kW werden jetzt als Hecktriebler und als Allradler angeboten, die 210-kW-Topversion dagegen nur noch als Allradler – das heißt, der 210-kW-Hecktriebler wurde gestrichen. Hier die Preise für den Kastenwagen in der jeweiligen Grundausstattung (Trend bzw. Sport) für die Längen L1 und L2 mit Mehrwertsteuer:
| E-Transit Custom RWD 100 kW |
E-Transit Custom AWD 100 kW |
E-Transit Custom RWD 160 kW |
E-Transit Custom AWD 160 kW |
E-Transit Custom AWD 210 kW |
|
| Basispreis brutto als L1 | 57.953 Euro (Trend) |
65.212 Euro (Trend) |
60.393 Euro (Trend) |
67.652 Euro (Trend) |
75.030 Euro (Sport) |
| Basispreis brutto als L2 | 58.905 Euro (Trend) |
66.164 Euro (Trend) |
61.345 Euro (Trend) |
68.604 Euro (Trend) |
75.982 Euro (Sport) |
Bei den Allradlern kommt wie üblich eine zweite Elektromaschine an der Vorderachse hinzu. Wie stark diese ist, geht aus dem Preisdatenblatt von Ford nicht hervor. Bei allen drei Allradlern beträgt das Systemdrehmoment 630 Nm, während es bei den Hecktrieblern nur 415 Nm sind. Die Kraft wird elektronisch auf alle vier Räder verteilt.
Die Steuerung überwacht die Lenkbewegungen sowie die Bodenhaftung und regelt dann je nach Bedarf das Drehmoment der beiden Achsen und die Bremskraft für jedes Rad. Dies soll beim Anfahren aus dem Stand, wenn eine Seite des Transporters in Schlamm oder Schnee steht, und beim Fahren auf losem Untergrund oder auf nasser Fahrbahn helfen.
Die Anpassung an das Gelände wird durch Fahrmodi wie Glatt/Rutschig (Slippery Mode) und Offroad (Trail Mode) ermöglicht. Der Slippery Mode reduziert das Durchdrehen der Räder auf vereisten, schlammigen und nassen Oberflächen und sorgt so für mehr Sicherheit. Der Trail-Modus wurde für lose Untergründe – wie Schotter oder sandbedeckten Asphalt – entwickelt. Er lässt mehr Radschlupf zu, was zu einem besser vorhersehbaren und stabileren Fahrverhalten auf losem Untergrund beitragen soll.
Die Möglichkeit, das Drehmoment zwischen Vorder- und Hinterachse aufzuteilen, kann auch Über- oder Untersteuern verringern, was die Kurvenstabilität verbessert. Auch beim Rekuperieren werden beide Achsen genutzt, was die Energierückgewinnung erhöht. Das zahlt sich vor allem bei langsamer Fahrt mit häufigem Anhalten und Anfahren, wie sie für städtische Lieferrouten typisch ist, aus. Dann kann der E-Transit Custom AWD bis zu 50 Prozent mehr Energie als das Standardmodell zurückgewinnen.
Die Allradantriebe sind für den Kastenwagen, den Kombi, die Doppelkabine und den MultiCab erhältlich. In seiner leistungsstärksten Ausführung liefert das System ein Systemdrehmoment von bis zu 630 Nm. Das sind über 50 Prozent mehr als bei der Version mit Hinterradantrieb. Die Topversion bietet eine Nutzlast von bis zu 914 kg und zieht gebremste Anhänger mit einem Gewicht von bis zu 2.300 kg.
Das Allradsystem der Custom-Transporter als Röntgenbild
Größere Batterie mit 70 statt 64 kWh
Nicht nur die neuen Allradler, sondern auch die Hecktriebler erhalten künftig eine größere Batterie: Statt 64 sind es nun 70 kWh netto. Dadurch erhöht sich die maximale elektrische Reichweite um etwa zehn Prozent auf 373 km oder bis zu 342 km mit Allradantrieb.
Außerdem lassen sich die neuen E-Transit-Custom-Modelle dank überarbeiteter Software schneller aufladen. Dazu schreibt Ford: "Eine Schnellladung mit einem 125-kW-Gleichstrom-Schnellladegerät kann in nur 10 Minuten eine Reichweite von rund 114 km hinzufügen. Bei längeren Fahrten kann eine Ladung von 10 bis 80 Prozent in weniger als einer halben Stunde durchgeführt werden." Im Dezember war Ford noch genauer gewesen: Damals hieß es, die Ladedauer verkürze sich um etwa 10 Minuten auf 29 Minuten (10–80 Prozent).
Auch wer schon einen E-Transit Custom besitzt, kann von dem schnelleren Laden profitieren. In diesem Fall erfolgt ein Over-the-Air-Update. Die bisherige 64-kWh-Batterie lässt sich dann in 25 statt in 39 Minuten aufladen (10-80 Prozent), man spart also gleich 14 Minuten pro Ladestopp. Auch proaktive Wartungswarnungen sowie "eine Reihe von Lade- und Telematik-Lösungen" kommen über das integrierte 5G-Modem in den Wagen. Die gleichen Batterie-, Lade- und Allradantriebsfunktionen sind auch für die Pkw-Variante E-Tourneo Custom verfügbar.
Den Ford E-Transit Custom gibt es in den Längen L1 (5,05 m) und L2 (5,45 m). Hier sehen Sie die Version L1
Ford E-Tourneo Custom
Der E-Tourneo Custom bekommt ebenfalls die größere Batterie, das schnellere Laden sowie den Allradantrieb, wie Ford bereits im Dezember schrieb. Die neuen Varianten stehen nun ebenfalls in der Preisliste (PDF). Danach kommt bei der Pkw-Version für Privatleute ebenfalls die neue 70-kWh-Batterie zum Einsatz. Hier gab es bislang nur Hecktriebler mit 160 und 210 kW, künftig wird die 160-kW-Version mit Heck- und Allradantrieb angeboten, während das 210-kW-Modell ausschließlich als AWD offeriert wird. Hier die Preise:
| E-Tourneo Custom RWD 160 kW |
E-Tourneo Custom AWD 160 kW |
E-Tourneo Custom AWD 210 kW |
|
| Basispreis brutto als L1 | 61.702 Euro (Trend) | 71.698 Euro (Titanium) | 77.707 Euro (Sport) |
| Basispreis brutto als L2 | 62.654 Euro (Trend) | 72.650 Euro (Titanium) | 78.659 Euro (Sport) |
Zu den Konkurrenten des Ford E-Transit/Tourneo Custom gehört der eher lifestyleorientierte VW ID. Buzz, den es mit kurzem Radstand und 4,71 Meter sowie als 4,96 Meter messende Langversion gibt. In den VW-Modellen werden gleich drei verschiedene Akkus angeboten: 59 kWh, 79 kWh und 86 kWh. Die maximale Reichweite liegt bei 485 km. VW bietet Hecktriebler mit 125 und 210 kW sowie einen Allradler mit 250 kW an.
Unter dem Strich
Der Ford E-Transit/Tourneo Custom ist der mittelgroße Elektrotransporter von Ford. Bisher war er nur als Hecktriebler zu haben. Doch nun gibt es auch Allradversionen. Obwohl bei diesen ein zusätzlicher Frontmotor eingebaut wird, sind die Systemleistungen nicht höher. Vermutlich wird die Gesamtleistung also elektronisch begrenzt. Außerdem sorgt eine neue Batterie für mehr Reichweite. Wobei auch 370 km noch nicht üppig sind – der VW ID. Buzz bietet bis zu 485 km.
Apropos Volkswagen: Auf der gleichen Plattform wie der Ford basiert auch der VW-Transporter T7. Es ist anzunehmen, dass auch dieser früher oder später Allradvarianten und die größere Batterie erhält.
Quelle: Ford (Feb. 2026), Ford (Dez. 2025), Ford (Juli 2025)
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