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Mercedes GLC EQ angeblich auch mit 64 kWh großem LFP-Akku

Außerdem ist offenbar eine AMG-Version mit über 400 kW Antriebsleistung geplant.

Mercedes GLC EQ: Bild von der IAA 2025
Bild von: Motor1 Italy

Zu den Highlights der IAA gehörte unzweifelhaft der Mercedes GLC EQ. Das 4,78-Meter-SUV startet als 400 4Matic mit 360-kW-Allradantrieb, 94-kWh-Akku, 713 km Reichweite und einer maximalen Ladeleistung von 330 kW. Ein wenig verwirrend war, dass bei der Vorstellung andere Zahlen genannt wurden. Durch zwei Berichte von JesMB klärt sich das Kuddelmuddel nun. Außerdem gibt es Neues zu Motorisierungen, Batterie, Laden und Ausstattung. 

Zunächst zum erwähnten Kuddelmuddel: Die Pressemitteilung bezog sich auf das Startmodell 400 4Matic, die 713 km Reichweite und 330 kW maximale Ladeleistung hat, wie in der Pressemeldung und im Datenblatt verzeichnet. Die Präsentation bezog sich dagegen auf die ganze Baureihe GLC EQ, was im betreffenden Chart auch vermerkt war:

Mercedes-Event: Bis 735 km Reichweite und 400 kW Ladeleistung

Screenshot von der Enthüllung des GLC EQ: Bis 735 km Reichweite und 400 kW Ladeleistung

Bild von: Mercedes-Benz

Versionen

Zunächst bietet Mercedes den erwähnten GLC 400 4Matic EQ an. Darüber hinaus hat der Hersteller vier weitere GLC-Modelle angekündigt. Dazu gehören laut JesMB ein Hecktriebler mit rund 270 kW und eine AMG-Version mit über 400 kW. Zwei Varianten sollen eine LFP-Batterie mit etwa 64 kWh erhalten. Demnach dürfte das Line-up folgende vier Varianten enthalten:

  • einen rund 270 kW starken Hecktriebler mit LFP-Batterie (64 kWh)
  • einen etwa gleich starken Hecktriebler mit NMC-Akku (94 kWh)
  • den 360 kW starken 400 4Matic mit NMC-Batterie
  • die über 400 kW starke AMG-Version 

Offen bleibt, ob es sich bei der fünften Version um einen Allradler mit kleiner Batterie oder einen zweiten Allradler mit großer Batterie handelt.

"Nach dem GLC 400 4Matic werden vier weitere beeindruckende Modelle folgen. " (Mercedes-Pressemitteilung)

Die bei der Präsentation genannte Reichweite von 735 km dürfte sich auf den Hecktriebler mit 94 kWh beziehen, und die bei der Vorstellung genannten 400 kW Ladeleistung gehören laut JesMB zur AMG-Version.

Batterien

Die Batterie des GLC EQ besteht laut dem Mercedes-Portal aus genauso vielen Zellen und Modulen wie beim CLA. Dort werden unseres Wissens vier Module à 48 Zellen verbaut, also insgesamt 192 Zellen. Allerdings sind die Batteriezellen des GLC höher, wodurch auch das Batteriepaket um 1,4 Zentimeter dicker ist, so JesMB.

Mercedes GLC EQ (2026): Die Batterie

Die 94-kWh-Batterie besteht aus nur vier Modulen - wie beim CLA 250 EQ, der allerdings 85 kWh bietet 

Bild von: Mercedes-Benz

"Die Hochvoltbatterie im neuen GLC basiert auf einer intelligenten modularen und hochintegrierten Batteriearchitektur, die mit dem neuen CLA eingeführt wurde. (...) So können Hochvoltbatterien für CLA und GLC sowie weitere künftige auf dieser Architektur basierenden Hochvoltbatterien auf derselben Produktionslinie gefertigt werden." (Mercedes)

Das größere Volumen der Zellen dürfte auch die größere Nettokapazität der Batterie erklären: Der GLC 400 4Matic EQ bietet 94 kWh, also elf Prozent mehr als die 85 kWh der NMC-Batterie des CLA. Die LFP-Batterie soll etwa 64 kWh speichern – das wären ebenfalls etwa 10 bis 11 Prozent mehr als beim CLA, dessen LFP-Akku nach der Mercedes-Ankündigung 58 kWh speichert. Der LFP-Akku soll zusammen mit Heckantrieb für etwa 500 km Reichweite sorgen. Zudem sei eine AMG-Version geplant, welche die Axialflussmotoren von AMG.EA und mehr als 400 kW Antriebsleistung erhält und mit bis zu 400 kW laden kann, so JesMB.

Laden mit 400 Volt

"Länderspezifisch wird ein sogenannter DC-Konverter verbaut. Dies ermöglicht das Aufladen an 400-Volt-Schnellladestationen." (Mercedes)

Zum Thema Laden an der 400-Volt-Säule heißt es in dem Bericht, der DC-DC-Aufwärtswandler, der den Strom einer 400-Volt-Ladesäule auf die 800 Volt der Batterie hebt, werde in Deutschland voraussichtlich nur optional angeboten. Dieser Booster soll allerdings ohnehin nur 100 kW bieten, was die gleiche Ladeleistung ist, die der CLA an der 400-Volt-Säule erreicht.

Die Begründung von Mercedes: DC-Ladesäulen mit einer Ladeleistung von 100 bis 200 kW böten ohnehin schon 800-Volt-Technik. Die Tesla-Supercharger seien eine Ausnahme. Diese bieten bis zu 250 kW Ladeleistung, liefern aber nur 400 Volt. Möglich wird das unseres Wissens durch Ströme über 500 Ampere.  

Audi Q6 e-tron (2024): Antrieb und Batterie

Das Bankladen beim Audi Q6 e-tron: Die Batterie besteht aus zwei gleich großen "Bänken", die zum 400-Volt-Laden parallel geschaltet werden, ansonsten aber in Reihe, was 800 Volt ergibt 

Warum man sich gegen das Bankladen à la Audi Q6 e-tron und Porsche Macan Electric entschieden hat, begründet Mercedes folgendermaßen. Diese Technik macht eine variable Verschaltung der beiden 400-Volt-Bänke nötig. Dazu müssten zusätzliche Komponenten in die Batterie eingebaut werden, was Bauraum kostet, der dann nicht für Zellen zur Verfügung steht. Außerdem glaubt Mercedes, dass bald alle DC-Säulen 800 Volt unterstützen. Ein weiteres Argument ist, dass die Routenplanung einen nur zu 800-Volt-Säulen führt. 

"Die Hochvoltbatterie im neuen GLC basiert auf einer intelligenten modularen und hochintegrierten Batteriearchitektur, die mit dem neuen CLA eingeführt wurde. Diese von Mercedes-Benz entwickelte Architektur erlaubt es, die Hochvoltbatterien für unterschiedliche Fahrzeugtypen flexibel einzusetzen." (Mercedes) 

Displays

Was das Cockpit angeht, so gibt es drei verschiedene Display-Konfigurationen. Serienmäßig guckt man auf ein 10,25-Zoll-Instrumenten-Display und einen 14-Zoll-Touchscreen; rechts davon wird ein Zierteil montiert. Hinter Letzterem verbirgt sich jedoch ein Monitor, der verschiedene Motive anzeigen kann – entweder eines der ab Werk vorgesehene Bilder oder ein Bild, das man über die Mercedes-ME- App ins Auto laden kann.

Mercedes GLC EQ (2026): Die drei Display-Landschaften

Im GLC EQ werden drei Display-Landschaften angeboten

Bild von: Mercedes-Benz

Mit dem Paket Advanced Plus kommt der Superscreen ins Auto, bei dem noch ein 14-Zoll-Bildschirm vor dem Beifahrersitz hinzukommt. Die Topversion ist der 39,1 Zoll große Hyperscreen, bei dem die drei Monitore nicht mehr durch einen schwarzen Steg getrennt sind. 

Mercedes GLC EQ (2026): Der Hyperscreen

Der Hyperscreen misst einen Meter in der Diagonale

Bild von: Mercedes-Benz

Ausstattung

Zur Serienausstattung sollen nach dem Bericht das Panoramadach, der adaptive Fernlichtassistent, die beleuchtete Kühlergrillumrandung, ein Abstandstempomat (ACC), Park-Paket mit Rückfahrkamera, eine Klimaautomatik, Sitzheizung vorne und eine Möglichkeit zum kabellosen Handy-Laden gehören. Das Premium-Plus-Paket enthält den 22-kW-Bordlader, das Panoramadach mit elektrochromer Technik ("Sky Control"), ein Memory-Paket, bessere Sitze mit Massagefunktion für den gesamten Rücken, ein Burmester-Soundsystem, Sitzheizung auch hinten, ein Winterpaket, 21-Zoll-Räder, Hinterachslenkung, Luftfederung, ein Head-up-Display und den Hyperscreen umfassen.

Mercedes selbst erwähnt, dass wie beim CLA EQ eine Drei-Quellen-Wärmepumpe serienmäßig an Bord ist. Diese holt sich die Wärme für den Innenraum nicht nur von den Motoren und von der Batterie, sondern – wie eine Luft-Luft-Wärmepumpe fürs Eigenheim – auch aus der Außenluft:  

"Das (...) Modell verfügt serienmäßig über eine luftseitige Wärmepumpe. (...) Als sogenanntes Multi-Source-Modell kann die Wärmepumpe drei Energiequellen parallel nutzen: die Abwärme der Antriebseinheit und der Batterie sowie die Umgebungsluft. Die Wärmepumpe ist Teil der Klimaanlage, die im Sommer kühlt und im Winter heizt." (Mercedes)

Wie im CLA Shooting Brake hat das Panoramadach mit Sky Control zwei Segmente mehr. Zudem kann man die Segmente einzeln auf klar, undurchsichtig oder "Motiv" schalten.

Mercedes GLC EQ (2026): Das Sky-Control-Panoramadach im Detail
Bild von: Mercedes-Benz

Beim Mercedes GLC EQ soll es zudem drei Grillvarianten geben: Serienmäßig hat der Grill nur eine illuminierte Umrandung, dafür aber einen dickeren Chromrand. In der zweiten Stufe gibt es zusätzlich 942 beleuchtete Kästchen. Schließlich wird noch ein AMG-Grill angeboten, der mit dem Night-Paket gekoppelt ist. Hier ist die Chromumrandung dunkel gehalten.

Ansonsten gibt es noch Angaben zu den Gewichten. Danach wiegt der GLC 400 4Matic EQ leer 2.535 Kilo; das ist der Wert nach EU-Norm, das heißt inklusive 75 Kilo für die Person am Steuer. Das zulässige Gesamtgewicht liegt bei 3.040 Kilo, womit sich eine Zuladung von 505 Kilo errechnet. 

Der Frunk bietet laut Mercedes-Datenblatt (PDF) 128 Liter, wenn man das Volumen "auslitert" – aber nur 100 Liter, wenn es nach der VDA-Methode geht, bei der Quader zum Ausmessen werden. Nach dem JesMB-Bericht hat der Frunk die Abmessungen 424 x 532 x 395 mm. Dem folgenden Bild nach dürften das aber nur ungefähre Maße sein, denn der vordere Kofferraum ist unregelmäßig geformt: 

Mercedes GLC EQ live auf der IAA 2025

Der Frunk des Mercedes GLC EQ (Bild von der IAA 2025)

Bild von: Patrick George

Der neue Mercedes GLC 400 4Matic EQ soll noch vor Jahresende bestellbar sein, die Produktion im Werk Bremen startet aber erst 2026 und die Auslieferungen sollen dann im Frühjahr 2026 beginnen.

Unter dem Strich

Der Mercedes GLC EQ wurde schon am 7. September vorgestellt, aber über die Pressemeldung hinaus gibt es nun noch weitere Details, die wir zwei Berichten von JesMB entnommen haben. Diese Informationen wurden vermutlich bei Gesprächen mit Mercedes-Fachleuten bei der GLC-Vorstellung und/oder auf der IAA gewonnen.

Dazu gehört, dass die Batterie genauso aufgebaut ist wie beim CLA. Das heißt, sie besteht aus nur vier Modulen mit jeweils 48 prismatischen Zellen. Letztere sind beim GLC etwas höher als beim CLA, wodurch sich eine höhere Speicherkapazität ergibt. Wie beim CLA wird es gleich große Zellen mit LFP- und mit NMC-Chemie geben, wodurch zwei verschiedene Akkugrößen möglich werden: 94 und 64 kWh. Zudem soll es einen etwa 270 kW starken Hecktriebler und eine über 400 kW starke AMG-Version geben. Darüber hinaus gibt es Neues zur Serienausstattung, zur Monitorausstattung und zu den verschiedenen Grills.  

Bildergalerie: Mercedes GLC EQ auf der IAA (InsideEvs.com)