Denza Z als Erlkönig: Ein chinesischer Elektro-Elfer?
Neue Bilder vom Nürburgring zeigen einen sehr flachen Zweitürer mit riesigem Heckflügel.
Der Denza Z war im Frühjahr 2025 als Designstudie auf der Shanghai Motor Show zu sehen. Die Serienversion haben unsere Erlkönig-Spezialisten nun bei Testfahrten auf dem Nürburgring fotografiert. Das viersitzige Coupé hat einen reinen Elektroantrieb, soll seltsamerweise aber gegen den Porsche 911 antreten – den es bekanntlich nur mit Verbrenner gibt.
Aber in der Tat, der Denza Z sieht dem Zuffenhausener Sportwagen ein wenig ähnlich. Beides sind sportliche Zweitürer und beide haben eine rundliche Karosserie. Deutlich wird die Ähnlichkeit, wenn man mit Erlkönigbildern vom neuen Porsche 911 GT3 RS vergleicht. Allerdings wirkt der Denza deutlich gestreckter, und der Porsche scheint eine höhere Kabine zu haben:
Chefdesigner von BYD und Denza ist Wolfgang Egger, der früher bei Audi arbeitete. Den Denza Z entwarf er als sehr flaches Auto. Auf unseren Bildern rollt es auf großen 21-Zoll-Rädern und hat einen riesigen Heckflügel, der weit über die Karosserie hinausragt. CarNewsChina zeigte allerdings kürzlich auch Bilder von dem Wagen ohne den Heckflügel. Möglicherweise handelt es sich bei dem Flügel also um ein Extra, oder unsere Variante ist ein Sondermodell.
Über dem tief liegenden Frontsplitter sitzen große Lufteinlässe. Außerdem ist ein quer liegender Schlitz in der Fronthaube zu erkennen. Dazu kommen kleine Lufteinlässe auf den vorderen Kotflügeln sowie seitliche Einlass-Schlitze vor den Hinterrädern. Die Scheinwerfer haben annähernd eine Tropfenform, während es hinten vier rautenförmige Rückleuchten gibt. Das Gepäckabteil wird offenbar über eine kleine Kofferraumklappe be- und entladen.
Wie die Studie besitzt auch das Serienmodell bündige Türgriffe, die bei Bedarf ausfahren. Die Außenspiegel sind an den Türen angebracht; zudem dürfte es wie bei der in Shanghai gezeigten Variante rahmenlose Fenster geben.
Der Denza Z bekommt eine Steer-by-Wire-Lenkung, wie CarNewsChina über die Studie berichtete. Ein wegklappbares Lenkrad soll die Sicherheit erhöhen; vermutlich wird es bei einem Unfall automatisch aus dem Weg geräumt. Ein weiteres Hightech-Element sind die einstellbaren Stoßdämpfer mit magnetorheologischer Technik: Das heißt, die Dämpfer enthalten eine Hydraulikflüssigkeit mit magnetischen Partikeln. Durch ein elektrisch erzeugtes Magnetfeld können diese Partikel anders ausgerichtet werden, sodass sich die Viskosität der Flüssigkeit und damit die Dämpfung ändert. Denza bezeichnet das als "Disus-M-System".
Für den Antrieb sind die neuesten Elektromotoren von BYD vorgesehen, die bis auf über 30.000 U/min hochdrehen, berichtete CarNewsChina. Die Limousine BYD Han L und das SUV Tang L sind bereits mit diesen Motoren ausgestattet. Dem Coupé soll ein Jahr später eine Roadstervariante folgen.
Das Denza Z als Coupé kommt angeblich 2027 in den Handel. Vermutlich aber nur in China, von einem Marktstart in Europa war bislang nichts zu hören. Außer mit dem Porsche 911 soll er mit dem Xiaomi SU7 Ultra und dem Mercedes EQE AMG konkurrieren.
Bildergalerie: Denza Z (2026) als Erlkönig
Unter dem Strich
BYDs Luxusableger Denza bietet in Deutschland bisher nur den Plug-in-Hybrid-Kombi Z9GT an, aber noch kein einziges Elektroauto. Der Denza Z würde in Deutschland sicher viel Aufmerksamkeit bekommen; ein Vergleichstest mit Porsche läge nahe. Ob sich so ein Auto verkaufen würde, ist jedoch eine andere Frage. Vermutlich hat die hiesige Kundschaft weniger Hemmungen, bei einer chinesischen Marke zu kaufen, wenn es um ein günstigeres Modell geht. Denn der Denza Z dürfte nichts für Normalverdiener sein.
Quelle: Automedia (Erlkönigbilder), CarNewsChina (Studie), CarNewsChina (Bilder ohne Heckflügel)
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