Europa steht kurz vor einer neuen e-car-Klasse für 15.000 Euro
Im Dezember wird die EU-Kommission neue Regeln verfassen, um günstige, aber vollwertige E-Autos zu unterstützen
Klein, günstig und vor allem emissionsfrei. Die neuen Autos, die hoffentlich die Fahrzeugindustrie auf dem Kontinent wiederbeleben sollen, nehmen Gestalt an. Sie werden e-car genannt (wobei das "e" wahrscheinlich für elektrisch und europäisch steht) und sind inspiriert von den japanischen Kei-Cars.
Kleine Fahrzeuge mit gesetzlich vorgegebenen Abmessungen (zum Beispiel maximal 3,40 Meter Länge) die aufgrund ihrer erschwinglichen Preise und einiger weiterer Vorteile in Japan Verkaufsschlager sind.
Bildergalerie: Nissan Sakura mit Ao-Solar Extender
Die finale e-car-Ausgestaltung wird am 10. Dezember von der EU-Kommission vorgestellt und soll eine Mischung aus Quads (häufiger als Microcars bekannt) und richtigen Autos darstellen. Der Unterschied zu herkömmlichen Autos liegt im Fehlen einiger Sicherheitsvorrichtungen, was der Schlüssel zur Preissenkung und Attraktivität für Autofahrer ist, in einer Zeit, in der die Zulassungen rückläufig sind und Fabriken schließen.
Stephane Sejourne, EU-Kommissar für Industrie, kündigte ihre Einführung auf dem Automotive Industry Day in Paris an: "Das Ziel der Hersteller ist es, neue Kleinwagen mit einem Preis zwischen 15.000 und 20.000 Euro auf den Markt zu bringen und, da auch regulatorische Anforderungen den Preis beeinflussen, werden wir einen geeigneten Rahmen schaffen."
Nissan Sakura, ein Beispiel für ein japanisches Kei-Car
Der Nissan Sakura ist ein Elektroauto
Das Innere des Nissan Sakura
Die Produktion von e-cars in Europa war (und ist immer noch) aufgrund der strengen EU-Regeln unmöglich, die den Autoherstellern vorschreiben, verschiedene Sicherheitsvorrichtungen zu installieren, was zu Preiserhöhungen führt. Jetzt wird Brüssel einen Kompromiss zwischen Kosten und Sicherheit der Autofahrer suchen.
Zwar gibt es bereits Leichtfahrzeuge der Klassen L6e und L7e wie den Microlino oder Opel Rocks. Doch diese verzichten auf Airbags und andere Sicherheitsmerkmale. "Richtige" Autos der Klasse M1 benötigen hingegen vorgeschriebene Sicherheits- und Assistenzsysteme, etwa im Bereich ADAS. Das treibt den Preis in die Höhe. Wie eine Art Zwischenlösung aussehen könnte, zeigte Dacia kürzlich mit dem Hipster. Er ist zu schwer für L7e, würde aber mit allen Systemen für M1 zu teuer werden.
Es waren namhafte Hersteller, die eine Überprüfung der Vorschriften bei der EU forderten, einschließlich Stellantis. Aber auch die Politik bewegte sich in dieselbe Richtung, mit der italienischen Regierung an erster Stelle:
„Unser vorrangiges Ziel ist es, die Produktion von Kleinwagen, den e-cars, zu fördern, die strategisch für den Markt und notwendig für Familien sind“, hatte Industrieminister Adolfo Urso, im September erklärt.
Quelle: Automotive News Europe
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