VW ID.4 Facelift als Erlkönig: Elektro-SUV wird zum ID. Tiguan
Außerdem sind neue Cell-to-Pack-Batterien zu erwarten sowie vermutlich Siliciumcarbid-Inverter.
Der VW ID.4 erhält 2026 ein Facelift. Dabei ändert sich die Optik deutlich und die Technik erhält ein Upgrade. Parallel bekommt das Modell angeblich auch schon einen neuen Namen: So wie der neue Elektro-Kleinwagen nicht ID.2 heißt, sondern ID. Polo, wird das Kompakt-SUV nicht mehr ID.4, sondern ID. Tiguan heißen. Nun wurde das Auto als Erlkönig fotografiert.
Exterieur
Von vorn gesehen fällt zuerst der Bereich zwischen den Scheinwerfern auf: Hier scheint es statt dem schmalen schwarzen Steg mit Lichtlinie eine breitere schwarze Blende zu geben.
VW ID.4 Facelift (2026) als Erlkönig
VW ID.4 GTX (2025) im Schnee
Vermutlich wird diese schwarze Blende horizontal von einer breiten Lichtlinie durchschnitten, in deren Mitte das illuminierte VW-Logo sitzt – ähnlich wie beim VW ID. Cross:
Die Scheinwerfer sehen gefaked aus, aber zumindest werden sie wohl da eingebaut, wo sie bisher waren, also nicht etwa unten. Deutlich verändert werden aber die Tagfahrlichter, die bisher aus je drei Punkten links und rechts bestanden. Die schwarze Blende ist bei unserem Erlkönig offenbar nur vorgetäuscht; dahinter befindet sich wohl eine flächige Leuchte wie beim ID. Cross. Außerdem sieht die Frontschürze nicht mehr so geschwungen aus, sondern sehr gerade.
Die Proportionen des ID.4 wurden beibehalten, wie der folgende Direktvergleich zeigt. Auch die Gürtellinie, die im Bereich der C-Säule elegant nach oben schwingt, bleibt. Doch scheint das kleine Seitenfenster ganz hinten nun oben mit einer Ecke zu enden. Ob die hinterste Dachsäule wirklich schwarz gefärbt wird, sodass sie optisch fast verschwindet, müssen wir abwarten. Es kann sich auch um schwarze Tarnfolie handeln:
Außerdem bekommt das neue Modell offenbar Bügelgriffe statt der bisherigen Muldengriffe.
ID.4 Facelift mit rechteckigen Leuchtelementen
Aktueller ID.4 mit rundlichen Lichtformen
Auch am Heck gibt es deutliche Änderungen. Der Diffusor wirkt nun wie die Frontschürze eher eckig, nicht mehr so geschwungen wie bisher. Und die Lichsignatur sieht ähnlich aus wie beim ID. Cross Concept. Sie dürfte aus roten Rechtecken mit 3D-Effekt und feinen horizontalen Linien dazwischen bestehen. Und natürlich wird auch hinten das VW-Logo illuminiert:
Die Parallelen zum ID. Cross sind kein Zufall. VW-Chefdesigner Andreas Mindt sagte im September gegenüber Autocar, dass der Wagen etliche Designelemente vom ID. Cross Concept übernehmen wird. Der ID. Polo wird dem ID. Cross wohl ohnehin ähneln. Aber auch der ID.3 soll eine entsprechende Überarbeitung bekommen, so Mindt. Der Logik folgend, müsste dieser wohl in ID. Golf umbenannt werden.
Interieur
Auch das Interieur soll deutlich umgemodelt werden, bestätigte Marken-Entwicklungschef Kai Grünitz gegenüber Autocar. Vermutlich bekomt der Wagen also ein ähnliches Cockpit wie das ID. Cross Concept oder der ID. Polo.
Das Cockpit des ID. Polo
Aktuelles Cockpit des ID.4 (nach der Modellpflege 2024)
Zu den Änderungen dürften ein größeres Instrumentendisplay und mehr physische Tasten gehören. Der Retro-Look mit Rundskalen und Kassettenrekorder-Bild auf dem Touchscreen wird aber wohl dem ID. Polo vorbehalten bleiben.
Technik
Laut Autocar soll das ID.4-Facelift so umfangreich ausfallen, dass es sich eher um eine neue Generation handelt. Das liegt vor allem an der Technik, die ein deutliches Upgrade bekommt. Während der Wagen bisher auf dem MEB basiert, wird nun auf den MEB+ umgestellt. Dazu gehören wohl neue Batterien.
Bei einem Technik-Workshop auf der IAA zeigte VW bereits die neuen Cell-to-Pack-Batterien, wenn auch nur kurz. Hier sind sie hinter den beiden Personen zu sehen, links die Version mit drei Stacks, rechts die mit vier.
Auf der IAA gab VW einen Ausblick auf diese Akkus. Die neue Batterie gibt es in zwei Formen: Die kleinere mit drei Zellreihen (im Fachjargon Stacks genannt) ist für den ID. Polo und die übrige Electric Urban Car Family bestimmt, die größere mit vier Stacks für VW ID.4 & Co. Die neue Batterie ist in Cell-to-Pack-Bauweise ausgeführt, das heißt, man spart sich die Module – das sorgt für eine größere Energiedichte auf Packebene. Wenn der ID.4 dem Vorbild ID. Polo folgt, könnte er auch neue Siliciumcarbid-Inverter für mehr Effizienz erhalten, was ebenfalls der Reichweite zugute käme. Bisher ist bei 572 km Schluss.
Vorgestellt wird das ID.4-Facelift laut Autocar erst nach dem modifizierten ID.3. Dieser soll im zweiten Quartal präsentiert werden. Mit dem ID.4-Facelift ist dann wohl erst im Herbst zu rechnen. Der ID.5 dagegen soll wegen der eher geringen Nachfrage eingestelt werden.
Der VW ID.4 kam im Frühjahr 2021 auf den Markt. Er war das zweite Modell der ID-Familie nach dem im Herbst 2020 gestarteten ID.3. Zu den Rivalen des bisher 4,58 Meter langen Modells gehören zahlreiche Kompakt-SUVs wie der Opel Grandland Electric und andere Stellantis-SUVs auf Basis von STLA Medium, der neue Kia EV5 und der Hyundai Ioniq 5, der BMW iX1 und der kommende Mercedes GLA EQ, aber auch größere Modelle wie der deutlich verbesserte Toyota bZ4X, der Smart #5 oder das Tesla Model Y.
Unter dem Strich
Der VW ID. 4 steht derzeit auf Platz 3 der deutschen Elektroauto-Bestsellerliste. Im Jahr 2026 erhält er ein Facelift, das die Außenoptik wie das Interieur deutlich an den ID. Cross und ID. Polo heranrückt. Die Karosserie wird wohl nur in Details verändert, aber die Technik bekommt ein deutliches Upgrade, vor allem mit neuen Batterien und Invertern. Wir könnten uns vorstellen, dass der Wagen dann über 600 km am Stück schafft. Gleichzeitig mit diesen Upgrades erhält der Wagen wohl auch einen neuen Modellnamen: VW ID. Tiguan.
Quelle: Automedia (Erlkönigbilder), Autocar (9/2025)
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