Kleine G-Klasse von Mercedes als Erlkönig und als Rendering
2027 startender Mini-G wird vor allem niedriger als die G-Klasse und basiert auf einer eigenen Leiterrahmen-Plattform.
Die kleine G-Klasse von Mercedes rückt näher. Neue Erlkönigbilder zeigen das extrem eckige Modell bei Tests in der Arktis, und die Grafiker von Motor1 machten daraus bereits ein Rendering. Das Modell soll nicht auf der Plattform des G 580 4Matic EQ basieren, sondern auf einer eigenständigen Architektur. Wie der große Bruder soll der Neuling aber auf einem Offroad-typischen Leiterrahmen-Chassis aufbauen.
Die Mercedes G-Klasse mit EQ-Technologie ist 4,62 Meter lang und stolze 1,99 m hoch. Die Mini-Version davon werde ein Konkurrent des kommenden Land Rover Defender Sport, schreibt Autocar. Dieser wird ebenfalls mit reinem Elektroantrieb angeboten und soll etwa 4,60 Meter lang sein. Das hieße, die Bezeichnung "Mini-G-Klasse" oder "der kleine g" würde sich vor allem auf die Höhe beziehen. Im Direktvergleich kann man das nachvollziehen: Die Bodenfreiheit scheint geringer, der Freiraum zwischen Reifen und Radhaus kleiner zu sein:
Mercedes' kleine G-Klasse als Erlkönig
Mercedes G580 mit EQ-Technologie (2025)
Die kleine G-Klasse wurde bereits im November als Erlkönig gesichtet, damals auf belebten Straßen, womit ein Größenvergleich möglich war. Dabei war erkennbar, dass das Fahrzeug deutlich niedriger ist als die 1,88 Meter hohe V-Klasse:
Größenvergleich: Mercedes' kleine G-Klasse neben einer V-Klasse oder einem EQV
Es würde uns nicht überraschen, wenn der Neuling sogar weniger als 1,70 Meter hoch wäre. Damit wäre das Modell etwas kleiner als der 4,73 m lange und 1,69 m hohe GLB EQ. Nach einem Artikel des Handelsblatts vom Sommer 2025 könnte es die Mini-G-Klasse nicht nur als Elektroauto, sondern auch mit Verbrenner geben. Der lange vordere Überhang könnte nötig sein, um einen Vierzylinder unterzubringen.
Die neuen Bilder sollen jedoch ein Elektroauto zeigen. Dass der Wagen kein E-Kennzeichen hat, ist kein Gegenargument, denn dieses Nummernschild ist keine Pflicht. Auspuffrohre sind keine erkennbar, aber man meint, am Heck eine niedrig liegende Batterie unter dem Wagen zu erkennen. Wie die normale G-Klasse EQ hat das Auto einen dicken Kasten, der wie beim G 580 nicht das Offroad-typische Reserverad, sondern die Ladeutensilien enthalten dürfte.
Ansonsten sind die Bügelgriffe vorne und hinten gut erkennbar; es handelt sich eindeutig um einen Fünftürer mit drei großen Seitenfenstern. Das hinterste davon ist diagonal abgeklebt. Auffällig sind die rundlichen Fensterausschnitte, die mit der sehr kantigen Karosserie kontrastieren. Die Dachreling gehört wohl zur robusten Offroad-Optik, genauso wie die sehr steil stehende Frontscheibe. Die Federwege dürften aber deutlich kürzer ausfallen als beim großen Bruder.
Die Scheinwerfer und die Front dürften ähnlich aussehen wie beim großen Bruder. So dürfte es die gleiche schwarzglänzende Blende geben und den mit einer Lichtlinie eingerahmten "Grill". Unser Rendering zeigt allerdings keine geschlossenen Lichtkreise wie beim G 580 EQ, sondern die Kreise sind oben offen. Auf einem unserer Erlkönigbilder sieht es tatsächlich so aus, aber wir würden nicht die Hand dafür ins Feuer legen – zumal der obere Teil der Leuchten auch abgeklebt sein könnte:
Kleine G-Klasse als Erlkönig
Kleine G-Klasse als Rendering
Technisch soll das Auto wie angedeutet auf einer eigenständigen Plattform mit Leiterrahmen basieren, nicht auf der Mercedes Modular Architecture (MMA), die den GLB EQ und den CLA EQ trägt. Das schließt nicht aus, dass die gleichen Antriebe eingebaut werden. Bei den Batterien dürfte das schwieriger sein, denn ein Leiterrahmen erzwingt wohl, dass die Module zwischen den Sprossen eingebaut werden – damit wäre eine einheitliche Batterie unmöglich.
Statt der Lufteinlässe, die man bei den Erlkönigbildern ganz unten an der Front sieht, zeigt das Motor1-Rendering einen Unterfahrschutz
Unter dem Strich
Die kleine Mercedes G-Klasse wird so eckig und kantig ausfallen wie die große, aber vor allem niedriger sein. Man wird wohl eher das Gefühl haben, in den Wagen einzusteigen, als sich auf den Fahrersitz hochzuwuchten. Entsprechend dürften die Federwege viel kürzer ausfallen. Der "kleine g" wird also mehr Pkw, weniger Offroader.
Ein Leiterrahmenchassis, das im Gelände von Vorteil ist, wäre für so ein Fahrzeug wohl kein Muss, vielleicht wird es mehr aus Imagegründen verwendet. Die Antriebe könnten gut und gerne von CLA EQ und GLB EQ übernommen werden. Bei den Akkus dagegen wird der Leiterrahmen eine direkte Übernahme wohl verhindern, was die Reichweite verringert. Aber warten wir es ab. Auch wenn das Auto erst 2027 starten soll: Vielleicht gibt es ja dieses Jahr noch Technik-Details?
Quelle: Automedia (Erlkönigbilder), Autocar, Handelsblatt (Paywall)
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