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Xpeng X9: Luxus-Elektro-Van startet zu Preisen ab 77.600 Euro

Angriff auf ID. Buzz und Ioniq 9: Der neue 800-Volt-Van kommt mit sieben Sitzen, Luftfederung und Hinterradlenkung nach Deutschland.

Xpeng X9 (2026)
Bild von: Xpeng

Der Xpeng X9 ist ab sofort in Deutschland bestellbar. Die Preise für den luxuriösen Van beginnen bei 77.600 Euro. Es handelt sich um ein 5,32 Meter langes Ungetüm mit wahlweise sechs oder sieben Sitzen. Das Auto hat 800-Volt-Technik für schnelles Laden und bietet eine sehr umfangreiche Ausstattung, darunter auch eine Hinterradlenkung und eine Luftfederung. Das Auto ist bereits konfigurierbar.

In China gibt es den Xpeng X9 schon seit 2024, doch die Vorbestellungen für die Version des Modelljahres 2026 begannen erst im Januar, wie CarNewsChina berichtete. Die Antriebe sind die gleichen wie bei uns, doch in China wird nur die große Batterie angeboten.


Maße und SitzanlageAntriebe und Batterien | Ausstattung


Maße und Sitzanlage

In Deutschland wird offenbar nur die siebensitzige Version mit einer 2-2-3-Konfiguration angeboten. Trotz des langen Radstand von 3,16 Metern soll der Wendekreis nur 10,8 Meter messen und damit kleiner sein als bei einem aktuellen VW Golf, wo er rund 11 Meter misst. 

Der große Achsabstand  sorgt für viel Platz im Innenraum. Die Einzelsitze mit Massagefunktion in den ersten beiden Sitzreihen bieten viel Kopf-, Bein- und Seitenfreiheit und sind darüber hinaus beheizbar und belüftet und 14-fach elektrisch verstellbar. 

  Länge Breite Höhe Radstand Kofferraum
Xpeng X9 5.316 mm 1.988 mm 1.785 mm 3.160 mm 721–2.250 Liter

Die Lehnen der "Zero-Gravity"-Sitze in der zweiten Reihe lassen sich im 180-Grad-Winkel nach hinten umlegen. Auf dieser Liege kann man zudem eine Zehn-Punkt-Massagefunktion mit sechs Programmen aktivieren. In der dritten Reihe wartet eine Sitzbank, die im Verhältnis 60:40 geteilt und elektrisch umklappbar ist. Eine "Easy-Entry"-Funktion erleichtert den Ein- und Ausstieg. Dabei fährt die zweite Sitzreihe um bis zu 1,10 Meter elektrisch nach vorn.

Auch das angegebene Kofferraumvolumen von 712 Litern bei voller Bestuhlung ist beeindruckend. Wird die dritte Sitzreihe elektrisch umgelegt, klettert das Stauvolumen sogar auf 2.250 Liter (laut Pressemeldung sogar über 2.550 Liter). Die seitlichen Schiebetüren öffnen genauso elektrisch wie die Heckklappe. 

Antriebe und Batterien

Wie bei allen Xpeng-Baureihen werden drei Varianten offeriert: eine Standard-Range-Version, eine Long-Range-Variante sowie ein Allradler. Anders als bei den anderen Modellen handelt es sich bei den 2WD-Modellen aber nicht um Heck- sondern um Fronttriebler. Hier sind die wichtigsten Daten:

  Xpeng X9 FWD
Standard Range
Xpeng X9 FWD
Standard Range
Xpeng X9 AWD
Performance
Antrieb  FWD 235 kW, 450 Nm FWD 235 kW, 450 Nm AWD 370 kW, 640 Nm
0–100 km/h / Vmax 8,2 Sek. / 200 km/h 7,8 Sek. / 200 km/h 5,9 Sek. / 200 km/h
WLTP-Verbrauch 20,2 kWh 20,0 kWh 20,8 kWh
Akku brutto 95 kWh LFP 110 kWh NMC 110 kWh NMC
WLTP-Reichweite 535 km 615 km 580 km
Ladeleistung AC / DC bis 11 / 537 kW bis 11 / 542 kW bis 11 / 542 kW
DC-Ladedauer 10–80 % 12 min 12 min 12 min
Preis 77.600 Euro 81.600 Euro 86.600 Euro
Xpeng X9: Daten und Preise als PDF zum Download

Ein Frontantrieb in der großen Klasse ist sehr ungewöhnlich; möglicherweise sorgt diese Lösung für mehr Platz im hinteren Bereich – das Raumangebot steht bei einem Van natürlich immer im Vordergrund. Auffällig ist, dass sich der Ladeanschluss hinten befindet. Das macht beim Fronttriebler lange Kabel zum vorderen Inverter und zum Frontmotor nötig.

Nach den Angaben von CarNewsChina besitzt das Allradmodell zusätzlich zum 235 kW starken Frontantrieb noch einen 135 kW starken Induktionsmotor, also einen Asynchronmotor (ASM) an der Hinterachse. So ergibt sich eine Systemleistung von 370 kW. In China erhalten beide Versionen den 110-kWh-Akku mit NMC-Chemie. Der Energiespeicher kommt laut CarNewsChina vom chinesischen Hersteller CALB. Bei uns wird zusätzlich noch ein LFP-Akku angeboten. Beide Batterien lassen sich in nur 12 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden.

Ausstattung

Der Luxus-Vans wird immer mit 20-Zoll-Leichtmetallfelgen ausgestattet. Innen gibt es serienmäßig ein Instrumentendisplay, einen 17,3-Zoll-Touchscreen, ein großes Head-up-Display und einen im Dachhimmel montierten, 21,4-Zoll-Bildschirm im Fond. Das Soundsystem bietet 27 Lautsprechern, auch Navigationssystem, eine Mehrzonen-Klimatisierung samt PM2,5-Partikelfilter und eine Wärmepumpe fehlen nicht. 

Insgesamt 27 Sensoren bilden die Grundlage für die Assistenzsysteme, zu denen unter anderem ein Notbrems-, Totwinkel- und Spurwechselassistent, ein Fernlichtassistent, eine Verkehrszeichenerkennung, ein Ausstiegs- sowie ein Querverkehrswarner gehören. Hinzu kommen noch eine KI-gesteuerte Park- und Ausparkhilfe, ein 360-Grad-Rundumsichtsystem und ein Fahrwerkssystem, das Straßenunebenheiten bis zu 30 Meter im Voraus erkennt und die Stoßdämpfer anpasst. Auch die dazugehörige Zweikammer-Luftfederung ist Standard. 

Zu den wenigen bestellbaren Optionen gehören eine elektrisch schwenkbare Anhängerkupplung (1.260 Euro) und die Metallic-Lackierungen Midnight Black, Lambent Cyan, Silver Frost, Polar Violet (1.000 Euro) sowie Matte Grey (1.500 Euro). Xpeng gewährt sieben Jahre oder 160.000 km Garantie auf das Fahrzeug sowie acht Jahre auf die Hochvoltbatterie (bis 160.000 km).

 

Bildergalerie: Xpeng X9 auf der IAA 2025

Das Modell war bereits im September 2025 bei der IAA auf dem Open Space in der Münchner Ludwigstraße zu sehen. Bei einer Abendveranstaltung am 24. Februar hat Xpeng dann angekündigt, der X9 solle im Juni 2026 starten. Das war zutreffend, denn im Juni sollen die ersten Fahrzeuge ausgeliefert werden. 

Künftige Xpeng-Modelle (Chart von einer Xpeng-Abendveranstaltung im Februar 2026)

Künftige Xpeng-Modelle: Dieses Chart mit dem neuen X9 zeigte der Hersteller im Februar 2026

Bild von: Xpeng

Unter dem Strich

Bisher war der G9 das Xpeng-Flaggschiff, doch der bietet nur fünf Sitze. Insofern ist der siebensitzige X9 eine gute Ergänzung. Auch auf dem deutschen Markt gibt es so große Elektrovans noch nicht.

Deshalb konkurriert der X9 wohl mit Siebensitzer-SUVs wie dem Hyundai Ioniq 9, dem Kia EV9 oder dem kommenden Skoda Peaq, vielleicht sogar mit dem Lucid Gravity. Auch Elektro-Transporter wie der VW ID. Buzz in der Langversion oder der neue Mercedes VLE dürften zu den Rivalen zählen. Große Stückzahlen sind nicht zu erwarten, aber für eine kleine Marke wie Xpeng, die letztes Jahr in Deutschland knapp 3.000 Autos absetzte, sind auch ein paar hundert Stück ein Erfolg.