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Für eine persönlichere Erfahrung

Xpeng L03 startet ab 35.600 Euro und lädt mit bis zu 236 kW

Neues Coupé-SUV mit bis zu 520 km Reichweite, guter Ausstattung und schnellem Laden ab sofort bestellbar

Xpeng L03 (2026)
Bild von: Xpeng

Xpeng stellt den neuen L03 für Europa vor. Das schicke Coupé-SUV der Kompaktklasse besitzt anders als alle aktuellen Xpeng-Modelle eine 400-Volt-Architektur. Dafür ist es aber auch deutlich günstiger. Die Preise beginnen bei 35.600 Euro, das Auto ist ab sofort in Deutschland bestellbar. Wir haben uns vor Ort über das Auto informiert und auch schon Platz genommen.

Technische Basis für das neue Modell ist die neue Smart Electric Platform Architecture 3.0 (SEPA 3.0). Diese ermöglicht auch eine Neuerung beim Antrieb: Neben reinen Elektroversionen bietet Xpeng den L03 erstmals auch als aufladbaren Range-Extender-Modell an. Die rein elektrische Reichweite beträgt 215 km; danach springt ein 1,5-Liter-Benziner an und erzeugt über einen Generator zusätzlichen Strom. So sollen bis zu 1.000 Kilometer mit einer Tank- und Akkufüllung möglich sein. Diese Variante wird in Deutschland erst ab Herbst verkauft. 


ExterieurInterieurAntriebe/Batterien | Preise


Bildergalerie: Xpeng L03 (2026)

Exterieur

Der Xpeng L03 ist mit 4,65 Metern etwa elf Zentimeter kürzer als der Xpeng G6. Mit 1,60 Metern Höhe handelt es sich eindeutig um ein SUV, nicht um eine Limousine. Die Maße ähneln denen eines Ford Capri oder Cupra Tavascan.

  Länge Breite Höhe Radstand Kofferraum
Xpeng L03 4.650 mm 1.920 mm 1.600 mm 2.850 mm 367–1.131 Liter
bis 102 Liter Frunk

Die Optik ist glatt und stromlinienförmig wie von Xpeng gewohnt, doch im Vergleich zum Xpeng G6 wirkt der L03 etwas schicker. Die Griffe fahren erstmals nicht elektrisch aus, sondern sind als versenkte Klappgriffe ausgeführt. Das entspricht den neuen Vorschriften in China und bietet ein Sicherheitsplus für den Fall, dass die Stromversorgung ausfällt.

Die vordere Lichtsignatur besteht aus horizontalen Linien, doch außen gibt es noch eine Partie, die an Haiflossen erinnert und in der die Scheinwerfer untergebracht sind. Die Radhäuser vorn und hinten sind deutlich ausgestellt. Der L03 rollt serienmäßig auf 18-Zöllern, optional gibt es 20-Zöller. Dazu kommen rahmenlose Türen und Außenspiegel.

Die Heckscheibe sieht von außen aus, als ginge sie direkt in das dunkel getönte Panoramaglasdach über. Weiter unten gibt es einen kleinen Spoiler und eine durchgehende rote Lichtleiste. Fünf Lackfarben stehen zur Wahl, darunter Weiß ohne Aufpreis und das Phantom Purple auf den Bildern. Die Black Edition (Aufpreis: 1.000 Euro), die ausschließlich für die Performance-Version erhältlich ist, wird nicht nur schwarz lackiert, sondern auch Logo und Schriftzug sind in Schwarz gehalten. Dazu kommen schwarze 20-Zöller mit schwarzen Bremssätteln.

Das von Xpeng-Produktmanager Giovanni Grimaldi bei der Vorstellung angegebene Kofferraumvolumen von 367 bis 1.131 Litern (ausdrücklich nach der VDA-Blockmethode bestimmt) ist nicht sehr hoch. Ein Pluspunkt ist jedoch, dass sich die Rücksitze im Verhältnis 40:20:40 umklappen lassen, was zum Beispiel den Transport von Ski im Auto erleichtert. Zusätzlich gibt es einen Frunk, der beim Hecktriebler 102 Liter fasst, beim Allradler wegen des zusätzlichen Antriebs kleiner ist. 

Die Kofferraumöffnung ist größer, als ich aufgrund der Bilder dachte. Nicht so gut gefällt mir die Laderaumabdeckung, die an einer Querstange hängt, die entnommen werden muss, um die ganze Höhe des Kofferraums nutzen zu können. 

Interieur

Das Cockpit ist typisch Xpeng: Es gibt ein 8,9-Zoll-Instrumentendisplay und einen 15,6 Zoll-Touchscreen, die beide quer eingebaut werden. Laut Giovanni gibt es auch Fotos vom L03 ohne das Instrumentendisplay; das kommt daher, dass der Monitor in China optional ist, während er in Europa serienmäßig an Bord ist. Ebenfalls Standard ist das Head-up-Display.

Die Sitze haben Kunstlederbezüge. Wählen darf man zwischen einem hellgrauen und einem dunkelgrauen Interieur. Darüber erstreckt sich ein sehr großes Glasdach. Bei einer kurzen Sitzprobe im Fotostudio fiel mir auf, dass die Restreichweite und der Ladestand nur sehr klein am oberen Rand des Touchscreens angezeigt werden.

Xpeng L03 (2026): Der Touchscreen zeigt Restreichweite und Ladestand nur sehr klein am oberen Rand an

Der Touchscreen zeigt Restreichweite und Ladestand nur sehr klein am oberen Rand an

Bild von: InsideEVs

Das Raumangebot im Fond ist jedoch enorm: Bei mir als 1,76 Meter großer Testperson bleibt eine ganze Handspanne vor den Knien. Auch über dem Kopf bleiben immerhin rund acht Zentimeter. Und das Glasdach ist wirklich riesig. Wie bei einem Coupé-SUV nicht anders zu erwarten, ist die Sicht nach hinten etwas eingeschränkt, aber meiner Ansicht nach akzeptabel.  

Xpeng L03 (2026): Blick vom Fahrersitz nach schräg hinten

Der Blick vom Fahrersitz nach schräg hinten

Bild von: InsideEVs

Antriebe und Batterien

Wie bei Xpeng üblich, wird der L03 in drei Versionen angeboten, die Standard Range, Long Range und Performance heißen. Die ersten beiden besitzen Heckantrieb, der letztgenannte hat Allradantrieb. Alle Varianten haben LFP-Batterien, wobei der Standard Range eine kleinere Variante, die anderen eine größere erhalten. Die Maximalreichweite beträgt 520 Kilometer, was ein akzeptabler (wenn auch kein guter) Wert in dieser Klasse ist:   

  L03 Standard Range L03 Long Range L03 Performance
Antrieb RWD 180 kW, 264 Nm RWD 180 kW, 264 Nm AWD 285 kW, 388 Nm
0–100 km/h / Vmax 7,5 Sek. / 180 km/h 6,6 Sek. / 180 km/h 4,5 Sek. / 180 km/h
WLTP-Verbrauch 15,3 kWh 16,0 kWh 18,4 kWh
Akku brutto 58 kWh 71 kWh 71 kWh
WLTP-Reichweite 445 km 520 km 440 km
Max. Ladeleistung AC/DC 11 / 193 kW 11 / 236 kW 11 / 236 kW
DC-Ladedauer 10–80% 20 min 20 min 20 min
Max. Anhängelast 1.500 kg 1.500 kg 1.500 kg

Bei den Batterien ist bisher nur die Bruttokapazität bekannt, doch die Nettokapazität dürfte wie bei LFP-Akkus ähnlich sein. Die prismatischen Zellen kommen laut Technikexperte Ibrahim Alic vom chinesischen Hersteller CALB. Sie werden ohne den Umweg über Module direkt zur Batterie zusammengebaut (Cell to Pack) und das Ganze wird von unten gekühlt. Die Konfiguration ist beim kleinen Akkus 1p108s, bei der großen Batterie 1p132s.  Das heißt, bei Letzterer sind 132 Zellen in Reihe geschaltet. Da eine LFP-Zelle rund 3,4 Volt erzeugt, ergibt das eine hohen Batteriespannung von rund 132 x 3,4V = 448 Volt.

Damit könnte man eigentlich auch von einem 800-Volt-System sprechen. Jedenfalls ist die hohe Spannung der Schlüssel für das schnelle Laden mit bis zu 236 kW.

Die angegebene Ladedauer von 20 Minuten entspricht bei der größeren Batterie einer Ladegeschwindigkeit von ca. 71 kWh x 0,7 / 20 min = 2,5 kWh/min. Das ist eine Laderate, die für ein 400-Volt-Auto sehr hoch ist. Es gibt 800-Volt-Modelle, die auch nicht schneller laden. Beim Nachladen von Reichweite errechnen sich bis zu 520 km x 0,7 / 20 min = 18,2 km/min. Das heißt: Pro Minute kann man Strom für etwa 18 km nachladen. Für ein 400-Volt-Auto ist das hervorragend.

Technische Daten und Ausstattung als PDF zum Download

Preise und Ausstattung

Die Preise beginnen wie erwähnt bei knapp 36.000 Euro für das Basismodell mit 445 km Reichweite. Für die Long-Range-Version mit etwa 70 km mehr Reichweite zahlt man 3.000 Euro Aufpreis, für die Allradversion nochmals 3.000 Euro mehr und die Performance-Ultra-Version mit mehr Ausstattung kostet knapp 47.000 Euro: 

  L03 Standard Range L03 Long Range L03 Performance L03 Performance Ultra
Preis 35.600 Euro 38.600 Euro 41.600 Euro 46.600 Euro

Die Ausstattung ist für die Kompaktklasse außergewöhnlich gut. Schon die Basisversion besitzt 18-Zoll-Alufelgen, LED-Licht, Licht- und Regensensor, Wischblinker vorn, elektrisch beheiz- und anklappbare Außenspiegel und eine beheizbare Frontscheibe sowie eine elektrisch betätigte Heckklappe.

Innen gibt es Lenkradheizung, Sitzheizung und -belüftung vorn, Panoramaglasdach, elektrisch einstellbare Vordersitze mit Memoryfunktion, induktives Handy-Laden, Zweizonen-Klimaautomatik, ein Audiosystem mit neun Lautsprechern (davon zwei in den vorderen Kopfstützen). Auch ein 360-Grad-Rundumsichtsystem, ein Abstandstempomat (ACC), ein Spurhalteassistent, ein Totwinkelwarner, ein Einparkassistent sowie eine Wärmepumpe sind Standard.

Die Topversion Ultra setzt noch 20-Zoll-Räder, einen assistierten Spurwechsel, mehr Lautsprecher (18 Stück), aktive Lärmunterdrückung und gelbe Bremssättel drauf. Optional gibt es die Anhängerkupplung für 990 Euro, die Lackfarben außer Weiß (950 Euro) und die Black Edition für 1.200 Euro.

Die attraktivste Variante des Xpeng L03 ist für uns wie so oft die Long-Range-Version. Sie bietet immerhin 520 Kilometer Normreichweite und kostet knapp 39.000 Euro. Zu den Konkurrenten gehören das Tesla Model Y, das es ab rund 40.000 Euro gibt, sowie kleinere Modelle wie der Nissan Leaf oder der Leapmotor B10. Xpeng selbst vergleicht den L03 mit dem VW ID.4, dem Skoda Elroq und dem BYD Atto 3. Unsere kleine Vergleichstabelle zeigt, dass der Xpeng L03 wirklich günstig ist. Preislich können nur der BYD Atto 3 und der Leapmotor B10 mithalten, vielleicht noch das Tesla Model Y:

  Antrieb 0-100 km/h Reich-
weite
Lade-
leistung
Basispreis
Xpeng L03 LR RWD 180 kW 6,6 Sek. 520 km 236 kW 38.600 Euro
Tesla Model Y RWD 220 kW 7,2 Sek. 534 km 175 kW 39.990 Euro
Nissan Leaf RWD 160 kW 7,6 Sek. 624 km 150 kW 41.200 Euro
Leapmotor B10 RWD 160 kW 7,5 Sek. 434 km 168 kW 34.400 Euro
VW ID.4 Pro RWD 210 kW 6,7 Sek. 570 km 165 kW 45.160 Euro
mit ID-Prämie
Skoda Elroq 85 RWD 210 kW 6,6 Sek. 576 km 165 kW 47.130 Euro
BYD Atto 3 Evo RWD 230 kW 5,5 Sek. 510 km 220 kW 30.990 Euro mit BYD-Bonus

Unter dem Strich

Bisher ist Xpeng für 800-Volt-Technik und rasend schnelles Laden zum günstigen Preis bekannt. Mit dem L03 stellt die China-Marke nun ein günstiges 400-Volt-Modell vor. Für diese Spannungslage lädt es enorm schnell, und die Reichweite der Long-Range-Variante ist mit 520 km akzeptabel (und liegt gleichauf mit dem entsprechenden Xpeng G6). Der Preis für diese Variante liegt mit weniger als 39.000 Euro enorm günstig, zumal angesichts der hervorragenden Ausstattung. So dürfte der Xpeng L03 ein Erfolg werden.