VW ID. Polo GTI (2026): Alle Infos zum ersten Elektro-GTI
Die Wolfsburger katapultieren den GTI ins Elektro-Zeitalter – mit 166 kW und viel Nostalgie
Sind wir ehrlich, die leidenschaftlichste Kategorie in der Autowelt haben die Kompakten nie gestellt. In den 1970er-Jahren kamen sie plötzlich eckig und schlicht aber vor allem praktisch daher. Immer untermotorisiert aber erschwinglich. Erst 1976 kam da ein Wolfsburger, der sportliche Werte für 13.850 DM runter in die Brot-und-Butter-Welt brachte und damit eine ganze Welle loslöste: Der VW Golf I GTI.
Auch Elektrokleinwagen sind wenig emotional und aufgrund von räumlichen Gegebenheiten, Budget und Praktikabilität vor allem ein Vernunftkauf. Deshalb versucht es VW genau 50 Jahre später noch einmal und pappt eines der ikonischsten Kürzel der Automobilgeschichte auf ihren erst kürzlich vorgestellten ID. Polo.
Mit reichlich Nostalgie und ein bisschen Emotionalisierung soll jetzt der knallrote VW ID. Polo GTI den Verkauf des neuen Brot-und-Butter-Stromers ankurbeln. Erstmals prangen die drei Buchstaben also auf einem Stromer, der stärkste ID.3 hieß bislang GTX.
Bildergalerie: VW ID. Polo GTI (2026)
Karosserie und Design | Innenraum | Antrieb und Batterie | Fahrwerk und Features
Karosserie und Design
Beim Design hält sich VW auch im neuen "Pure-Positive"-Stil an einstige ausgewogene Hot-Hatch-Proportionen. Der ID. Polo GTI soll weiterhin "zeitlos und kraftvoll" daherkommen. Ein Element, das seit 1976 diverse GTIs ziert, taucht auch hier wieder auf: der rote Streifen, der sich über die nahezu gesamte Breite der Frontpartie zieht und auf der linken Seite ein in 3D eingearbeitetes GTI-Logo trägt.
Auch der kleine Performer kommt mit LED-Lichtleiste und illuminiertem VW-Zeichen. Serienmäßig gibt es das IQ.Light mit den LED-Matrix-Scheinwerfern oben drauf, vertikale LED-Streifen betonen exklusiv den breiten Stand. Im unteren Ende der Frontschürze taucht das bekannte Wabenmuster wieder auf, rot lackierte Elemente sollen an Schleppösen aus dem Motorsport erinnern. Die markant angestellte Lippe am unteren Ende zitiert den ersten Golf GTI.
Serienmäßig steht der kleine Kraftzwerg auf 19 Zoll großen Leichtmetallrädern (eine serienmäßige Felge namens Cape Town oder das optionale Rad Wörthersee). Kurze Überhänge wollen eine dynamische Silhouette suggerieren. Erst über dem hinteren Radlauf steigt die Charakterlinie an, wuchtige Seitenschweller sorgen für eine tiefere Optik. Als einziger der neuen Polo-Familie erhält der GTI einen in der Mitte geteilten Dachkantenspoiler.
Auch am Heck prangt serienmäßig die IQ.Light-Version der Rückleuchten. Die zwei äußeren LED-Elemente sind hier jeweils dreidimensional ausgeführt. Rot illuminiert ist zudem der eigentlich transparente Bereich zwischen Leuchten und VW-Logo. Ein schwarzer zweiteiliger Heckdiffusor macht am unteren Ende noch einmal deutlich, dass hier ein GTI vor Ihnen fährt. Neben den Uni-Lackierungen Candy Weiß und dem klassischen Tornadorot kommen vier Metalliclacke zum Einsatz: Grenadillschwarz, Magnetic Grey, Oyster Silver und Celestial Blue.
Innenraum
Auch im Innenraum dominieren wieder die Farben Rot und Schwarz. In Rot abgesetzt wurden beispielsweise die Ziernähte des GTI-Sportlenkrads mit physischen Tasten, eine 12-Uhr-Markierung im Lenkradkranz und ein schmaler roter Streifen über die gesamte Breite des Armaturenbretts. Zudem sorgen rote Ziernähte an den vorderen Außenkanten der Sportsitze vorn und in den Türen erneut für einen nostalgischen Faktor. An deren Ende prangen kleine GTI-Plaketten – GTI-Zeichen zieren zudem die Kopfstützen.
Auch das legendäre Schottenkaro der historischen GTI-Modelle feiert in weißen, grauen und roten Streifen ein Comeback. Optional kommen die Vordersitze zwölffach elektrisch einstellbar, mit Massage- und Memory-Funktion.
Im Lenkrad wurde ein Push-Button für das neue Fahrprofil GTI integriert. Im ID. Polo GTI wird es als Äquivalent zum Cupra-Fahrprofil im Raval VZ die Profile Eco, Comfort, Sport und Individual ergänzen. Der GTI-Modus setzt alle Antriebs- und Fahrwerksparameter auf maximale Sportlichkeit und ermöglicht das Nutzen der Launch Control.
Im bereits bekannten Kombiinstrument (10,25 Zoll) wird eine exklusive GTI-Oberfläche freigeschaltet, die zum Beispiel zusätzlich auf dem Infotainment-Bildschirm (12,9 Zoll) das Abrufen von Rundenzeiten und weiteren Daten ermöglicht. Natürlich bietet auch der GTI die charmante Retro-Anzeige im Golf-I-Stil.
Antrieb und Batterie
Der ID. Polo GTI nutzt den selben Antriebsstrang wie seine Brüder (APP290). Im GTI-Setting leistet das Aggregat wie beim Plattform-Bruder Cupra Raval VZ 166 kW (226 PS) bei Drehzahlen von bis zu 15.000 U/min. So geht es in 6,8 Sekunden auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit wird jedoch bereits bei 175 km/h abgeregelt, was einigen Hot-Hatch-Puristen sicher Sorgenfalten auf die Stirn treiben wird.
Ein neu entwickelter Pulswechselrichter koordiniert die Leistungs- und Drehmomententwicklung sowie die Rekuperation des Antriebs. Die neue Lithium-Ionen-Batterie kommt in der
Konzern-Einheitszelle im Cell-to-Pack-Format zum Einsatz. Die Nickel-Mangan-Kobalt-Variante (NMC) des GTI kann 52 kWh speichern. Unter den ID. Polos gehört der GTI mit 105 kW maximaler Ladeleistung zum Spitzenreiter. Eine extrem flache Ladekurze sorgt für eine 10-auf-80-Prozent-Prognose von 24 Minuten.
Fahrwerk und Features
GTIs waren schon immer alltagstaugliche Hot Hatchs. Das soll auch beim ID. Polo GTI das Ziel der Entwicklung gewesen sein, hochpräzise und besonders agil sei es dennoch. Das Grundlayout bilden wie bei der Serie eine MacPherson-Vorderachse und eine Verbundlenker-Hinterachse. Günstig in der Produktion aber fahrdynamisch effektiv. Mittels härterer Gummilagerungen soll der Stromer-GTI ein präzises Feedback vermitteln. Auch die Verbundlenker-Hinterachse wurde aufwendig für den ID. Polo GTI spezifiziert – ein präziseres Fahrverhalten sei die Folge.
Das serienmäßige elektronisch gesteuerte DCC-System sorgt für eine adaptive Regelung der Dämpfer über die bereits angesprochenen Modi. Auch eine serienmäßige Vorderachsquersperre, wie sie beim Golf GTI eingesetzt wird, ist mit an Bord.
Im Vergleich zu rein mechanischen Sperren bietet die GTI-Differenzialsperre Vorteile wie einen variablen Sperrgrad – und zwar im Abgleich mit dem elektronischen Stabilisierungsprogramm (ESC) und der elektronischen Differenzialsperre (XDS). Wenn wir uns die Fahrt mit dem Cupra Raval VZ so anschauen, könnte das auch hier richtig spaßig werden. Gerade weil sich so negative Einflüsse auf die Lenkpräzision vermeiden lassen.
Wie bei seinen Serienbrüdern kommt auch der ID. Polo GTI mit neu entwickeltem Außensound bei niedrigen Geschwindigkeiten. Das fröhliche Kurvenräubern wird zudem ein künstlicher Motorensound unterstützen.
Einen genauen Preis zum GTI nennt VW derzeit noch nicht. Sein Bruder Cupra Raval VZ und die Bepreisungen von ID.3 GTX und Born VZ könnten jedoch leichte Hinweise geben. Der Spanier kostet satte 46.525 Euro. Der ID.3 GTX lag bei 47.225 Euro, der aktuelle Born VZ kostet 50.990 Euro (46.990 Euro mit Cupra-Tribe-Bonus). Im Herbst soll der Vorverkauf zu einem Preis von knapp unter 39.000 Euro starten, so VW.
Quelle: Volkswagen
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