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VW ID. Polo (2026): Alle Infos zum neuen Elektro-Kleinwagen

Die Elektroversion des Klassikers kommt mit bis zu 455 km Reichweite, One Pedal Driving und ganz viel VW-Charme ab 24.995 Euro

VW ID. Polo (2026)
Bild von: Volkswagen

Vom Prototypen ID.2 All über die Namensveröffentlichung, erste Bilder mit Tarnung und vom Innenraum ... drei Jahre elendige Salamitaktik haben endlich ein Ende. Mit über 20 Millionen verkauften Einheiten in 50 Jahren ist der Wolfsburger einer der erfolgreichsten Kleinwagen. Jetzt wird er elektrisch und steht nun in voller Pracht vor uns.

Um ihn derzeit noch von seinem Verbrenner-Kollegen abzuheben, hört er auf den Namen VW ID. Polo. Schon die getarnten Versionen suggerierten bodenständige, klare Nähe zum Ursprung. Die Serienversion bestätigt es: Der kleine E-Bruder des Golf will wieder echte Volkswagen-Werte vermitteln und zeigt sich daher bewusst als siebte Generation des Kleinwagenklassikers.

Bildergalerie: VW ID. Polo (2026)


Karosserie und Design | Innenraum | Antrieb und Batterie | Fahrwerk und Features


Karosserie und Design

Erstmals kommt beim ID. Polo das "Pure-Positive"-Design zum Einsatz. Klare Proportionen, ikonische Designmerkmale, eine sympathisch wirkende Frontpartie und ein sattes Heck sollen den zeitlosen und charismatischen Style vergangener Tage aufgreifen. Und das funktioniert! Die siebte Generation ist sofort als freundlicher Alltagsbegleiter aus Wolfsburg zu erkennen.

Genau das ist es, was den bisherigen recht seelenlosen ID-Modellen fehlte: das Zitat in der konsequenten Evolution. Der E-Polo gönnt sich zudem ein nettes Grinsen an der Front. VWs dürfen in der Masse der schmalscheinwerfigen, überaggressiven Griesgrame Freundlichkeit zeigen. Und ganz ehrlich, das macht was mit einem. Beim Anblick der lächelnden Designelemente mit den kleinen Pupillen in den stark kontrastierten LED-Scheinwerfern und den Lufteinlässen schmunzle ich sofort zurück.

Das Leuchtband und das illuminierte VW-Logo stören den Fluss nicht mehr so deutlich wie bei den Verbrenner-Kollegen. Seitliche Durchströmungsöffnungen fördern einen starken cw-Wert von 0,264 und den "Grübcheneffekt". Auch in der Seitenansicht stimmen die Proportionen. Effektive Linien betonen Dynamik und Geradlinigkeit, die geschwungene C-Säule habe ich so stark betont zuletzt am Golf 4 gesehen. VW zieht hier dennoch Parallelen zum Ur-Golf. Gespielt wird auch mit der farblichen Absetzung der Schweller und der unteren Schürzenelemente. Gemeinsam mit der geringen Radhausfreiheit wirkt der Polo so nahe am Boden wie sein fossiler Bruder.

VW ID. Polo (2026)

VW ID. Polo (2026)

VW ID. Polo (2026)

VW ID. Polo (2026)

VW ID. Polo (2026)

VW ID. Polo (2026)

Bilder von: Volkswagen
Bilder von: Volkswagen

Die Abmessungen im Detail machen es deutlich: 4,05 Meter in der Länge, 1,82 Meter in der Breite, 1,53 Meter in der Höhe. Der MQB+-Polo ist nah dran am Polo 6 ( 4,07 x 1,75 x 1,45 Meter). Und auch der Radstand ist nur knapp fünf Zentimeter länger als beim MQB-Modell: 2,60 Meter (Verbrenner: 2.552 mm). Am Heck dominiert dann ein neues Design mit durchgehendem Leuchtband in der Mitte, das als "Goldener Schnitt" für "klare Flächenaufteilung" sorgen soll.

Auch bei der Farbe zeigt VW endlich wieder Mut, neben den Klassikern in Schwarz, Weiß, Grau, Silber und Blau steht der Polo auch in Rot und Gelb zur Verfügung. Gerade letztere lässt den kleinen charmanten Kerl noch einmal sonniger erscheinen – top!

Innenraum

Auch im Innenraum profitiert der ID. Polo von seiner neuen Plattform (MEB+), die mit kompaktem Packaging viel Raum schafft. So fasst der Kofferraum maximal 441 Liter. Das liegt sogar weit über den VW-Brüdern Golf (381 Liter) und ID.3 Neo (385 Liter). Dafür verantwortlich ist eine Box im Heck, die tief in den Boden des Wolfsburgers ragt. Ein individuell einsetzbarer Boden sorgt für klare Trennung. Bei umgeklappter Rückbank kommt das neue ID-Familienmitglied auf 1.243 Liter.

Insgesamt wurde im Innenraum auf ein "ergonomisches Zusammenspiel aus digitalen und physischen Bedienelementen" geachtet. Die horizontale Ausrichtung des Armaturenbretts sorgt für wichtige Informationen auf einer Sichtachse. Als Kombiinstrument kommt ein 10 Zoll großes Display zum Einsatz, das auch mit den vorab gezeigten Retroelementen individualisiert werden kann. Mittig bietet ein 13 Zoll großes Touchdisplay klare Struktur und flüssige Bedienung.

VW ID. Polo (2026)

VW ID. Polo (2026)

VW ID. Polo (2026)

VW ID. Polo (2026)

VW ID. Polo (2026)

VW ID. Polo (2026)

Bilder von: Volkswagen
Bilder von: Volkswagen

Physische Bedieneinheiten mit sehr gutem Druckpunkt und haptischem Feedback gibt es wie beim ID.3 Neo am komplett neu gestalteten Funktionslenkrad, in den Türtafeln und unter dem mittig platzierten Bildschirm (Klimabedienung). Über einen kleinen Soundregler auf der Mittelkonsole lässt sich beispielsweise die Lautstärke anpassen. Die Lenkstockhebel können durch das schlanke Zweispeichendesign des Lenkrads zudem gut eingesehen werden. 

Auf der Mittelkonsole warten Smartphone-Ablage mit einer ausstattungsabhängig induktiven Lademöglichkeit, zwei Getränkehalter und eine Mittelarmlehne mit integriertem Staufach. Im Sichtbereich wurden aufgepolsterte Stoffbahnen an Armaturenbrett, Türverkleidung und Mittelkonsole angebracht.

Alle Textilien der Sitze, Türen, des Dachhimmels und der Teppiche bestehen zu 100 Prozent aus sogenannten rPET-Materialien (recyceltes Polyethylenterephthalat), die zumeist aus PET-Flaschen gewonnen werden. Insgesamt wirkt all das in der ersten Sitzprobe komfortabel und qualitativ hochwertig. Und auf der Rückbank in Sachen Kopf- und Beinfreiheit durchaus über gewohntem Klassenschnitt.

VW ID. Polo (2026)

VW ID. Polo (2026)

Bilder von: Volkswagen
VW ID. Polo (2026)

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Bilder von: Volkswagen

Eine Vehicle-to-load-Funktion ist serienmäßig, ebenso eine Vielzahl von Assistenzsystemen. Optional steht beispielsweise ein "Connected Travel Assist" zur Verfügung, der Online-Daten zur assistierten Quer- und Längsführung nutzt, jetzt aber auch auf Ampeln reagiert. In der Kleinwagenklasse ist das ein Novum.

Antrieb und Batterie

Eine komplette Neukonstruktion ist auch das Antriebsystem des ID. Polo. Zum Einsatz kommt der bereits bekanntgegebene neue E-Motor APP290 (Axial Parallel Position). Die 290 stehen hier für das maximale Drehmoment in Newtonmetern. An das Motorgehäuse angeflanscht wurde das
1-Gang-Getriebe samt Gehäuse und der ebenfalls neu entwickelte Pulswechselrichter. Der Klimakompressor wurde aufwendig von der Karosserie entkoppelt und soll laut VW keine Vibrationen in den Innenraum übertragen.

Die kompakte Eigenentwicklung spart nicht nur Raum, sondern auch Gewicht. Zudem trägt sie zur weiteren Kostenreduktion und Energiesenkung bei. Zum Start steht das Aggregat in drei Leistungsstufen zur Verfügung: 85 kW (116 PS), 99 kW (135 PS) und 155 kW (211 PS). Im Laufe des kommenden Jahres gesellt sich dann noch der bereits angekündigte ID. Polo GTI mit 166 kW (226 PS) hinzu.

VW ID. Polo (2026)

VW ID. Polo (2026)

Bilder von: Volkswagen
VW ID. Polo (2026)

VW ID. Polo (2026)

Bilder von: Volkswagen

Erstmals kommt auch die "Konzern-Einheitszelle" zum Einsatz. Das neue Batteriesystem wird per Cell-to-Pack-Technologie direkt in der Karosserie integriert. Drei dieser Batteriepacks bilden den Energiespeicher im Batteriesystem. Zudem wurden im Kern bestimmte Elemente verstärkt, um weitere Vibrationen zu verhindern und ein direkteres Fahrverhalten zu erreichen. Die Bauweise begünstigt auch ein Gewicht von unter 1.600 Kilogramm (37 kWh: 1.568 kg, 52 kWh: 1.576 kg).

Zwei Akku-Varianten stehen zur Wahl: Eine 37-kWh-Batterie als Lithium-Ferrophosphat-Version (LFP) und eine 52-kWh-Version als Nickel-Mangan-Kobalt-Variante (NMC) mit einer nochmals höheren Energiedichte. Die kleinere Batterie kommt auf maximale 90 kW Schnellladeleistung, die größere kann bis zu 105 kW vertragen.

Von 10 auf 80 Prozent sollen rund 27 Minuten, beziehungsweise 24 Minuten für das größere Pack vergehen. Eine besonders flach verlaufende Ladekurve begünstigt laut der Wolfsburger stabile Ladezeiten. Insgesamt werden mit der neuen Technologie Reichweiten zwischen 329 Kilometern (37 kWh) und 455 Kilometer (52 kWh) versprochen. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 160 km/h abgeregelt.

VW ID. Polo (2026)

VW ID. Polo (2026)

Bilder von: Volkswagen
VW ID. Polo (2026)

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Bilder von: Volkswagen

Fahrwerk und Features

Auch beim Fahrwerk setzt VW auf bewährte Technik. Zum Einsatz kommt zwar auch hier ein neu auf den Frontantrieb des ID. Polo entwickeltes und abgestimmtes Fahrwerk, der Aufbau ist jedoch typisch Volkswagen. Ziel war auch hier unter hoher Kosten-, Raum- und Gewichtseffizienz eine optimale Lösung zu konzipieren.

Und so arbeitet ein Verbund aus einer MacPherson-Vorderachse und einer besonders kompakt bauenden Verbundlenker-Hinterachse. Das Zusammenspiel soll präzise Linearität bieten und dem Fahrenden maximales Feedback vermitteln. Der Fahrkomfort soll dennoch deutlich über dem des Vorgängers liegen. Gegenüber dem MQB-Polo soll der Schwingungskomfort noch einmal verbessert worden sein, da Eigenfrequenzen der Vorder- und Hinterachse um jeweils 5 Prozent reduziert werden konnten.

Ein neues One-Box-Bremssystem mit Scheibenbremsen an der Vorder- und Hinterachse sorgt für eine bessere Dosierbarkeit der Bremsen. Dieses E-typische "matschige" Gefühl im Übergang zwischen Rekuperation und physischer Bremse oder ein zu laues oder aggressives Pedalgefühl beim Zugreifen der Bremsbeläge soll damit verhindert werden, versichern mir die VW-Ingenieure im persönlichen Gespräch. Zudem kommt der VW ID. Polo mit echtem One Pedal Driving. Flugrost an den hinteren Bremsscheiben soll durch ein vorbeugendes regelmäßiges Anlegen der Bremsbeläge vermieden werden.

Bei niedrigen Geschwindigkeiten hat sich VW außerdem einen neuen Markensound überlegt, der erstmals im ID. Polo zum Einsatz kommen wird. Eingeflossen seien "verschiedenste Parameter, um das Klangerlebnis so angenehm und faszinierend wie möglich zu gestalten". Im Fahrprofil "Sport" wird zudem bis 50 km/h ein "besonders charismatischer Sportsound" erzeugt. Wir sind gespannt, was der kleine Stromer uns da vorbrummt. 

Der VW ID. Polo startet als Trend bei 24.995 Euro. Hier sind die von der EU vorgeschriebenen Assistenten und Helfer ebenso mit an Bord wie eine Klimaautomatik und die digitalen Einheiten, auf die Marken wie Fiat oder Citroen im Einstieg beispielsweise verzichten. Der ID. Polo Life (mit Fokus auf Komfort) und der ID. Polo Style komplettieren das Angebot. Letzterer kommt dann beispielsweise auch mit dem IQ.Light, der beleuchteten Lichtleiste und 3D-LED-Rückleuchten. Zu diesen Versionen wurden leider noch keine Preise kommuniziert.