MAN eTGM: Neuer elektrischer 16-Tonnen-Lkw vorgestellt
Mit bis zu 480 km Reichweite schließt der neue MAN eTGM die Lücke im mittleren Segment. Alle Details zum neuen 16-Tonner.
Mit dem neuen eTGM erweitert MAN sein vollelektrisches Lkw-Portfolio um einen zentralen Baustein im mittleren Verteilersegment. Der 16‑Tonner bietet bis zu 320 kWh Batteriekapazität und kommt damit auf eine Reichweite von bis zu 480 Kilometern. Premiere feiert der Elektrolaster nun auf der Nutzfahrzeugmesse Transpotec Logitec in Mailand.
Der Neuling schließt die Lücke zwischen dem leichten eTGL und den schweren Modellen eTGX und eTGS. Damit bietet MAN nun erstmals ein komplettes, einheitliches Elektrolaster-Portfolio von 12 bis 50 Tonnen Gesamtgewicht.
Wie alle Elektrolaster der Löwenmarke basiert auch der eTGM auf dem modularen BEV-Baukasten der schweren MAN-Baureihen. Zentrale Antriebseinheit, Batteriesysteme, Hochvolt-Architektur und Thermomanagement stammen aus dem eTGX und eTGS und wurden für das mittlere Segment adaptiert. Der elektrische Antrieb liefert 210 kW und 800 Newtonmeter. Dazu kommt das automatisierte Schaltgetriebe MAN TipMatic 2. Der Hersteller verspricht eine hohe Rekuperationsleistung insbesondere im Stop-and-go-Betrieb.
Mit zwei bis vier Batteriepaketen kann der eTGM auf den jeweiligen Einsatzzweck maßgeschneidert werden
Ein modulares Akkusystem mit zwei bis vier Batteriepaketen und bis zu 320 kWh erlaubt die Anpassung an den jeweiligen Einsatzzweck und vermeidet unnötige Kosten und Gewicht. Je nach Konfiguration sind Reichweiten von bis zu 480 Kilometern möglich.
Durch sein zulässiges Gesamtgewicht von 16,01 Tonnen (optional 16,5 Tonnen) und eine Fahrgestell‑Nutzlast von bis zu 10,6 Tonnen bietet der eTGM genug Reserven für verschiedenste Aufbauten. Aufbauhersteller wurden bereits bei der Entwicklung eingebunden. So bietet der Laster nun aufbaufreundliche Schnittstellen, optimierte Radstände und die Verfügbarkeit einer mechanischen Nebenabtriebswelle (mPTO) – laut MAN ein echtes Alleinstellungsmerkmal im Segment.
Zentrale Komponenten des Hochvoltsystems wie Inverter und Pumpen für Batteriekühlung und -heizung finden unter dem Fahrerhaus Platz.
Zu den typischen Einsatzfeldern des eTGM zählen unter anderem Lebensmittel- und Supermarktlogistik, kommunale Anwendungen, Bau- und Entsorgungsverkehre sowie der regionale Verteilerverkehr.
Steigende Spritpreise, strengere Emissionsauflagen und zunehmende Lärmrestriktionen machen Elektrolaster insbesondere im innerstädtischen Einsatz zu einer Alternative. Hier setzt der neue eTGM an. Laut Hersteller bietet er eine hohe Nutzlast, zieht Anhänger bis 33 Tonnen Zuggesamtgewicht und hat einen besonders effizienten Elektroantrieb.
Weiterer Pluspunkt: Elektrolaster sind in Deutschland von der Maut befreit und profitieren auch in vielen anderen europäischen Ländern von erheblichen Mautvorteilen. Zugleich sorgt der eTGM für eine Senkung der CO₂‑Emissionen und hilft damit Transportunternehmen, die EU-Flottenzielwerte für schwere Nutzfahrzeuge zu erreichen.
Bis auf einige elektrospezifische Anzeigen unterscheidet sich die Bedienung nicht von einem Diesel-Laster
Unter dem Strich
Der neue MAN eTGM tritt als mittelschwerer Elektrolaster unter anderem gegen den Mercedes eActros 300/400 sowie den Volvo FL und FE Electric an. Die Nachfrage im Segment dürfte aktuell wegen der hohen Dieselpreise deutlich angestiegen sein – auch im Pkw-Bereich, wo wir uns viel besser auskennen, erhalten wir derzeit immer wieder Anfragen aus dem persönlichen Umfeld zum Thema Elektroautos.
Quelle: MAN
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