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Audi RS Q6 e-tron: Erlkönig mit deutlichen Unterschieden zum SQ6

Erste Erlkönigbilder des RS Q6 Sportback e-tron zeigen aerodynamische Anpassungen. Die Leistung könnte bei 420 kW liegen.

Audi RS Q6 Sportback e-tron als Erlkönig
Bild von: Automedia

Der Audi Q6 e-tron ist seit zwei Jahren auf dem Markt, und er verkauft sich gut: Bei den Zulassungszahlen liegt er Kopf an Kopf mit dem A6 e-tron, und beide sind gefragter als der viel günstigere Q4 e-tron. Die Topversion RS wurde bereits bei der Testveranstaltung im Juli 2024 angekündigt, ist aber bis heute nicht auf dem Markt. Nun zeigt ein Erlkönig, dass der Wagen im Anmarsch ist.

Die Spezialisten von Automedia haben die Sportback-Variante fotografiert. Die bisherige Topversion ist der SQ6 Sportback e-tron. Im Vergleich zu diesem zeigen die Erlkönigbilder der RS-Version einige Unterschiede. So gibt es L-förmige Teile links und rechts am vorderen Stoßfänger, und die Lufteinlässe ganz unten sind mit einem Hexagon-Gitter versehen. Zudem gibt es senkrechte Lufteinlässe außen mit je drei horizontalen Streben – vermutlich handelt es sich um Air-Curtain-Schlitze, mit denen die Luft um die Räder herumgelenkt wird.

Audi SQ6 Sportback e-tron (2024)

Audi SQ6 Sportback e-tron (2024)

Bild von: Audi
Audi RS Q6 Sportback e-tron als Erlkönig

Audi RS Q6 Sportback e-tron als Erlkönig

Bild von: Automedia

Aus der Sicht von schräg hinten fällt zunächst auf, dass die RS-Version Luftschlitze hinter den vorderen Radhäusern hat; sie dürften als Auslässe für die Air-Curtain-Luft dienen. Bei den Seitenschwellern können wir keine großen Änderungen erkennen, und auch der kleine Spoiler unter dem Heckfenster schient nicht größer zu sein als bei der S-Version.

Audi SQ6 Sportback e-tron (2024)

Audi SQ6 Sportback e-tron (2024)

Bild von: Audi
Audi RS Q6 Sportback e-tron als Erlkönig

Audi RS Q6 Sportback e-tron als Erlkönig

Bild von: Automedia

Dagegen wurde die Heckschürze deutlich verändert. Hier gibt es links und rechts große Luftauslässe mit horizontalen Rippen:

Audi RS Q6 Sportback e-tron als Erlkönig

Audi RS Q6 Sportback e-tron als Erlkönig

Bild von: Automedia

Wie auf dem letzten Bild zu sehen, liegt der RS zudem näher am Asphalt, was wohl auch speziellen Rädern geschuldet ist. Viel Gummi zwischen Felge und Straße scheint es nicht zu geben; entsprechend wird der Wagen wohl auch ziemlich hart abrollen.

Der RS könnte auch größere Bremssättel erhalten. Sie müssen die Bewegungsenergie in Wärme umgewandeln. Da die Energie im Quadrat zur Geschwindigkeit wächst, verlangt eine höhere Höchstgeschwindigkeit nach standfesteren Bremsen, damit diese nicht überhitzen.

Das RS-Modell basiert natürlich wie die übrigen Q6-e-tron-Varianten auf der PPE-Plattform, deren Motoren bekannt sind. Der Allradantrieb wird wie beim SQ6 vorne aus einem Asynchronmotor (ASM), hinten aus einem Permanentmagnet-Synchronmotor (PSM) bestehen. Soweit wir wissen, erzeugt das vordere Aggregat 140 kW, das hintere 280 kW. Zusammen ergibt das 420 kW. Das könnte auch die Leistung des RS Q6 e-tron sein. Beim SQ6 wird die Leistung offenbar per Software auf 360 kW (380 kW im Boost) begrenzt. 

Plattform PPE: Die fünf Antriebseinheiten (Electric Drive Units, EDMs) von Audi. Die kommenden Hecktriebler bekommen den 280-kW-Heckmotor

Die fünf Motoren in den PPE-Fahrzeugen von Audi

Der Porsche Macan basiert ebenfalls auf PPE, verwendet aber andere Motoren. Hier wird vorn stets ein PSM eingesetzt, hinten beim Topmodell eine Maschine mit 230 mm Rotordurchmesser, während es bei Audi nur 210 mm sind. So kommt die Topversion Turbo auf 430 kW, im Boost auf 470 kW. Hinter diesen Werten wird der Audi vermutlich zurückbleiben, um Porsche den Vortritt zu lassen.

Das Gleiche wird für den Sprintwert gelten: Der Macan Turbo sprintet in 3,3 Sekunden mit Launch Control. Der Audi wird leicht zurückbleiben, sich aber deutlich gegenüber dem SQ6 e-tron (4,3 Sekunden mit Launch Control) absetzen. Auch die Höchstgeschwindigkeit wird zwischen dem Macan Turbo (260 km/h) und dem SQ6 e-tron (230 km/h) liegen. Als Energiespeicher wird wohl die gleiche NMC-Batterie mit 94,9 kWh netto eingesetzt wie bei den anderen gehobenen Versionen des Q6 e-tron. Die Reichweite wird vielleicht etwas geringer sein als beim SQ6 e-tron (maximal 604 km). Der Macan Turbo schafft bis zu 590 km nach WLTP-Norm.  

Und die Preise? Der SQ6 e-tron kostet 93.800 Euro als normales SUV und 96.200 Euro als Sportback, für den Macan Turbo werden 115.500 Euro verlangt. Der RS Q6 wird dazwischen liegen, hoffentlich näher am SQ6 als am Macan Turbo.

Bildergalerie: Audi RS Q6 e-tron Sportback als Erlkönig

Unter dem Strich

Der neue Audi RS Q6 e-tron dürfte etwa 420 kW bieten und wohl weniger als vier Sekunden für den Normsprint brauchen. Ehrlich gesagt, wir finden die Jagd nach immer höheren Leistungen fragwürdig. Auf öffentlichen Straßen kann man schon viel niedrigere Leistungen selten nutzen. Uns faszinieren eher große Reichweiten und schnelles Laden. Aber die Menschen sind verschieden ...