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Stellantis STLA One: Neue Plattform für mehr LFP-Akkus und 800 Volt

Die neue Architektur startet schon 2027, führt drei bisherige Plattformen zusammen und ermöglicht niedrigere Kosten.

Stellantis-Bild zur neuen Plattform STLA One
Bild von: Stellantis

Wenn Sie InsideEVs.de öfter lesen, kennen Sie die Stellantis-Plattformen STLA Small, STLA Medium, STLA Large und STLA Frame. Nun stellt der Konzern eine neue Plattform namens STLA One (gesprochen Stella One) vor, die 800 Volt und LFP-Batterien unterstützt. Sie soll bereits 2027 starten.

STLA One soll fünf verschiedene Plattformen in einer einzigen Architektur zusammenzuführen. Wie die bisherigen Plattformen ist auch STLA One eine Multi-Energy-Plattform, unterstützt also mehrere Antriebsformen. Als modulare und skalierbare Architektur deckt sie die Segmente B, C und D ab, also das Kleinwagensegment, die Kompaktwagen und die Mittelklasse. Durch "einheitliche Schnittstellen" soll die Plattform für weniger Komplexität, kürzere Entwicklungszeiten und niedrigere Kosten sorgen.

Mehr LFP-Batterien mit Cell-to-Body-Konzept

Die Kosten sollen um 20 Prozent sinken. Dabei ist aber offenbar schon eingerechnet, dass LFP-Batterien bekanntlich günstiger sind als NMC-Batterien (bei denen teure Metalle wie Nickel und Cobalt eingesetzt werden). Stellantis will künftig auf das "Cell-to-Body"-Konzept setzen, das heißt, die Zellen werden ohne Module in die Karosserie eingesetzt und erfüllen dort auch strukturelle Aufgaben. Das reduziert außer den Kosten auch Gewicht und Komplexität.

Bisher verwendet Stellantis größtenteils NMC-Akkus; das gilt für alle Modelle auf Basis von STLA Medium wie beispielsweise den Opel Grandland Electric. Das ist bisher die wichtigste STLA-Plattform, denn STLA Small soll erst mit der neuen Generation des Peugeot E-208 starten und STLA Large sowie STLA Frame sind in Europa nicht (oder noch nicht) gestartet. LFP-Akkus werden jedoch in den kleinen Einsteigerfahrzeugen auf Basis der Smart-Car-Plattform verwendet, also im Citroën e-C3, Fiat Grande Panda & Co.  

Auch 800 Volt wird unterstützt

STLA One wird auch 800-Volt-fähig sein und damit bei Elektroautos für kurze Ladezeiten sorgen. Bisher nutzen noch alle Stellantis-Fahrzeuge in Europa 400-Volt-Technik. Obwohl die US-Plattformen STLA Large und STLA Frame 800 Volt unterstützen, gibt es auch in Nordamerika noch keine 800-Volt-Modelle.

Über 30 Modelle

Mit STLA One will der Konzern seine Plattformstrategie weiter optimieren. Bis 2030 sollen 50 Prozent der verkauften Autos auf drei globalen Plattformen basieren. STLA One ist vermutlich eine davon, die beiden anderen könnten STLA Large und STLA Frame sein, denn die sind für größere Fahrzeuge und Pick-ups/SUVs mit Leiterrahmen ausgelegt. 

Die neue Plattform soll über 30 Modelle tragen. Von diesen will Stellantis bis 2035 mehr als 2 Millionen Einheiten pro Jahr verkaufen. STLA One ist auch die erste Stellantis-Plattform, welche die Elektronikarchitekturen STLA Brain, STLA SmartCockpit und die Steer-by-Wire-Technologie unterstützt. Das soll schnellere Rollouts von Funktionen ermöglichen, wobei markenspezifische Anpassungen möglich bleiben.

Unter dem Strich

Wenn wir die Pläne richtig verstehen, will Stellantis die Smart-Car-Plattform mit STLA Small und STLA Medium zusammenführen. Das wird auch die verstärkte Verwendung von günstigen LFP-Batterien ermöglichen. Interessant ist auch, dass die Plattform 800 Volt unterstützt, was bei den genannten drei Plattformen bisher nicht der Fall ist. Das heißt, künftig könnten wir auch Mittelklassemodelle von Opel oder Peugeot sehen, die schnell laden können. Bislang sind die Pläne noch wenig konkret. Dafür ist das Einführungsdatum 2027 ziemlich ambitioniert. Aber vermutlich arbeitet Stellantis schon seit Jahren an 800-Volt-Technik.