Google Gemini kommt kostenlos per Update in alle Renault-Modelle
Der neue KI-Assistent stellt ein Upgrade gegenüber dem bisher genutzten Google Assistant dar und soll die Sprachbedienung verbessern.
Google Gemini hält ab sofort in allen Renault-Fahrzeugen Einzug, die mit dem Multimediasystem OpenR Link mit integrierten Google-Diensten ausgestattet sind. Der neue KI-Assistent stellt laut Renault ein "Upgrade" gegenüber dem Google Assistant dar, der bisher für die Sprachsteuerung genutzt wurde. Er wird als kostenloses Over-the-Air-Update eingeführt; um die neue Software nutzen zu können, ist also kein Werkstattbesuch nötig.
Beim Twingo wird auf der Renault-Website derzeit noch der Google Assistant erwähnt, aber das dürfte sich bald ändern. Allerdings scheint Google Assistant nicht völlig aus dem System zu verschwinden, wie die Bilder von Renault zeigen.
Das System ist für die gesamte Modellpalette verfügbar, bei den Elektromodellen also für den neuen Elektro-Twingo, R4 und R5, den Megane und den Scenic. Die Gemini-Einführung hat bereits Mitte Juni begonnen und erfolgt schrittweise für ein Modell nach dem anderen. Sobald das OTA-Update erfolgt ist, wird man aufgefordert, Gemini über den Touchscreen zu aktivieren, sofern man mit einem Google-Konto angemeldet sind. Das Update ist kostenlos und hat keinen Einfluss auf die Laufzeit des Konnektivitätsangebots.
Sobald Google Gemini heruntergeladen ist, wird man aufgefordert, die KI zu aktivieren. Man muss aber nicht.
Gemini soll die Interaktion mit den Insassen natürlicher und einfacher machen. Der KI-Assistent versteht den Kontext eines Gesprächs, kann Fragen effektiver beantworten und komplexe Anfragen bearbeiten, verspricht Renault. Als Beispiele für die Möglichkeiten führt die Marke auf:
- "Hey Google, bring mich nach Paris, aber umfahre die Ringstraße."
- "Es ist kalt hier drin, dreh die Heizung höher."
Gemini geht in Verbindung mit OpenR Link über die Version, die bei Android Auto verfügbar ist, hinaus und bietet zusätzlich:
- die Beantwortung von Wissensfragen und Fragen zu aktuellen Nachrichten
- eine Abfrage von Fahrzeugdaten wie der Reichweite des Elektrofahrzeugs
- eine direkte Steuerung von Klimaanlage, Navigation, Radio, Einstellungen usw.
- Die Interaktion mit dem Fahrzeug kann auch über das Smartphone erfolgen, wenn es mit demselben Google-Konto verknüpft ist.
Eine weitere Verbesserung soll Gemini Live bringen, das über ein zukünftiges Update ins Auto kommt. Die erweiterte Konversationsfunktion erlaubt es auch, den Assistenten jederzeit zu unterbrechen, mehrere Anfragen hintereinander stellen, ohne den Satz "Hey Google" wiederholen zu müssen oder während eines Gesprächs die Sprache wechseln. Beispiele:
- "Hey Google, heute ist es sehr heiß. Wie lässt sich der Kraftstoffverbrauch am besten senken: durch Öffnen der Fenster oder durch Einschalten der Klimaanlage?"
- "Erzähl meinem 8-jährigen Sohn eine Geschichte über Autos und Dinosaurier."
- "Erstelle ein Quiz zur Geschichte von Paris für Erwachsene und Jugendliche."
- "Wie lauten die Ergebnisse der Fußball-WM-Spiele von gestern?"
Das Multimediasystem OpenR Link mit integriertem Google wurde 2022 im Elektro-Megane E eingeführt und seitdem kontinuierlich weiterentwickelt und um neue Funktionen ergänzt. So haben seither Apps für Video- und Musik-Streaming wie HBO Max und Amazon Music Einzug gehalten, aber auch die Navigations-App Waze sowie neue Funktionen in Google Maps, darunter einige speziell für Elektrofahrzeuge. Mit dem Upgrade auf Gemini erfolgt nun der nächste große Schritt.
Unter dem Strich
Künstliche Intelligenz am Notebook, Tablet oder Handy ist inzwischen aus dem Alltag kaum mehr wegzudenken. Im Auto könnte sich eine gute KI ebenfalls als nützlich erweisen. Das gilt schon für Einsteigerfahrzeuge, in denen man einfach sagen könnte: "Stell die nervigen Warntöne ab", "Stell den Außenspiegel weiter nach innen" oder "Ist es näher zum nächsten Aldi oder zum nächsten Lidl? Und haben die Ladesäulen?". Bei höherklassigen Modellen, in denen es sehr viel einzustellen gibt, wäre das noch viel praktischer.
An einer guten Sprachbedienung feilen die Hersteller seit mindestens einem Vierteljahrhundert – so lange, wie ich in der Branche arbeite. In letzter Zeit geht es schneller vorwärts. Meine Hoffnung: Ich würde gern vor der Rente noch in ein neues Auto einsteigen, ohne nach dem richtigen Knopf für die Kopfstützen-Höhe oder der richtigen Touchscreen-Taste für den Spurhalteassistenten oder die Lautstärke der Navigationsansagen suchen zu müssen.
Quelle: Renault
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