Renault Scenic E-Tech Electric nicht mehr als Evolution verfügbar
Damit steigt der Basispreis für das Elektro-SUV von 40.500 auf 43.000 Euro
Der Renault Scenic E-Tech Electric ist nicht mehr in der Basisversion 170 Comfort Range Evolution für 40.500 Euro erhältlich. Die Ausstattung Evolution entfiel offenbar. Nun beginnt die Preisliste mit der bislang zweigünstigsten Version 170 Comfort Range Techno für 43.000 Euro.
Auch ist der 22-kW-Bordlader nun nicht mehr serienmäßig und die Techno-Ausstattung scheint aufgewertet worden zu sein. Ansonsten scheint sich wenig geändert zu haben. Für die stärkere Version mit mehr Reichweite, den Scenic 220 Long Range, war die Ausstattung Evolution auch bisher nicht erhältlich; hier war Techno bereits die Einstiegsvariante.
Vorgestellt wurde der Renault Scenic E-Tech Electric im September 2023 auf der IAA in München. Gebaut wird er im nordfranzösischen Werk Douai, das zur ElectriCity gehört. Bestellstart war im März 2024, beim Händler steht das Auto seit Juni 2024. Das 4,47 Meter lange Modell basiert auf der Konzernplattform RGEV Medium (früher AmpR Medium oder davor CMF-EV). Damit teilt er sich die technische Basis mit dem elektrischen Megane sowie dem neuen Mitsubishi Eclipse Cross. Nissan nennt die Basis für seinen Ariya und Leaf nach wie vor CMF-EV.
Preise | Exterieur | Interieur | Antriebe/Akkus | Aufladen | Konkurrenten
Preise und Ausstattung
Nach dem Entfall der Basisversion Evolution heißen die verbleibenden Ausstattungen Techno, Esprit Alpine und Iconic. Die Basismotorisierung gibt es jetzt nur noch als Techno, die Long-Range-Variante in allen Ausstattungen:
| Scenic Electric 170 Comfort Range | Scenic Electric 220 Long Range | |
| Techno | 43.000 Euro | 48.000 Euro |
| Esprit Alpine | — | 50.200 Euro |
| Iconic | — | 51.400 Euro |
Durch den Entfall der Version Evolution, die einen 9-Zoll-Touchscreen hatte, haben nun alle Varianten den größeren 12-Zoll-Monitor. Die neue Basisausstattung Techno bietet 19-Zoll-Aluräder, LED-Licht, Fernlichtassistent, Kurvenlichtfunktion, Licht- und Regensensor und elektrisch einstell-, beheiz- und anklappbare Außenspiegel und eine elektrisch bediente Heckklappe.
Innen gibt es eine im Verhältnis 40/20/40 teilbare Rücksitzbank, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, induktives Handy-Laden, ein 12-Zoll-Instrumentendisplay und einen Touchscreen in gleicher Größe mit Google-Maps-Navigation und die Sprachsteuerung Google Assistant sowie kabelloses Android Auto und Apple Carplay. Standard sind auch Parkpiepser rundum, Rückfahrkamera, Abstandstempomat (ACC), Spurhalteassistent, Wärmepumpe und eine Google-Sprachsteuerung. Sitz- und Lenkradheizung kosten allerdings Aufpreis, und zwar 550 Euro.
Ab Esprit Alpine sind Sitz- und Lenkradheizung serienmäßig. Außerdem bietet die Ausstattung noch 20-Zöller, eine Memoryfunktion für die Außenspiegel-Einstellung sowie diverse blaue Akzente drauf. Iconic schließlich bringt ein Premium-Soundsystem, einen Totwinkelwarner und einen Querverkehrswarner sowie Kunstledersitze. Ebenfalls serienmäßig ist ein intelligenter adaptiver Tempopilot, wobei es sich um einen Abstandstempomat (ACC) mit automatischer Übernahme des Tempolimits handeln dürfte.
Bildergalerie: Renault Scenic E-Tech Electric (2025)
Exterieur
Der Elektro-Scenic ist rund 13 Zentimeter kürzer als der Ariya, aber 27 Zentimeter länger als der Elektro-Megane. Auch die Höhe liegt zwischen den Schwestermodellen: Die stattlichen 1,57 Meter des Scenic rechtfertigen die Einstufung als SUV, denn damit ist der Scenic immerhin sieben Zentimeter höher als die Schrägheck-Limousine Megane. Der Radstand deckt sich fast genau mit dem des Ariya, während der Achsabstand beim Megane und Leaf rund zehn Zentimeter kürzer ist. Am nächsten mit dem Scenic verwandt ist aber der Mitsubishi:
| Länge | Breite | Höhe | Radstand | Kofferraum | |
| Renault Scenic | 4.470 mm | 1.864 mm | 1.571 mm | 2.785 mm | 545–1.670 L |
| Mitsubishi Eclipse Cross | 4.489 mm | 1.908 mm | 1.571 mm | 2.784 mm | 545–1.670 L |
| Nissan Ariya | 4.595 mm | 1.850 mm | 1.650 mm | 2.775 mm | 468–1.350 L |
| Nissan Leaf | 4.350 mm | 1.810 mm | 1.550 mm | 2.690 mm | 437–1.052 L |
| Renault Megane | 4.200 mm | 1.783 mm | 1.505 mm | 2.685 mm | 440–1.332 L |
Interieur
Das Cockpit erinnert mit dem senkrecht eingebauten Touchscreen und dem Instrumentendisplay im Querformat stark an den Elektro-Megane. Unter dem Touchscreen gibt es physische Tasten für die wichtigsten Einstellungen. Der Getriebemodus (P, N, R oder D) wird mit einem Hebel rechts oben am Lenkrad gewählt. Außerdem gibt es die üblichen Hebel für Licht und Blinker links sowie Scheibenwischer rechts und zudem noch einen Hebel für Audioeinstellungen rechts unten.
Zu den technischen Schmankerln gehört das "Solarbay"-Glasschiebedach. Es bietet vier Einstellungen, die per Sprachbefehl oder Knopfdruck gewählt werden: vollständig transparent, komplett opak, vorne transparent und hinten abgedunkelt und umgekehrt. Der Kofferraum bietet 545 bis 1.670 Liter Volumen. Damit ist er sogar etwas größer als beim längeren VW ID.4 (543–1.575 Liter).
Der Kofferraum hat eine 25 cm hohe Schwelle am Eingang, doch es gibt einen Einlegeboden als Zubehör
Antriebe und Batterien
Zwei Versionen werden angeboten. Die Basisversion hat den 60-kWh-Akku aus dem Vor-Facelift-Megane, dazu kommt aber ein 125-kW-Antrieb. Die gehobene Version besitzt den Frontantrieb mit 160 kW aus dem (alten wie neuen) Megane, doch damit wird ein 87-kWh-Akku kombiniert. Damit sind bis zu 600 km nach WLTP möglich:
| Scenic Electric 170 Comfort Range | Scenic Electric 220 Long Range | |
| Antrieb | FWD 125 kW, 280 Nm | FWD 160 kW, 300 Nm |
| 0-100 km/h / Vmax | 8,6 Sek. / 150 km/h | 7,9 Sek. / 170 km/h |
| WLTP-Verbrauch | 16,6 kWh | 17,5 kWh |
| Autobahnverbrauch | 22,1 kWh | 23,2 kWh |
| Akku netto | 60 kWh | 87 kWh |
| WLTP-Reichweite | 423 km | 600 km |
Anders als der Nissan Ariya, den es auch mit Allradantrieb gibt, hat der Scenic stets Frontantrieb. Wie bei den anderen RGEV-Medium-Fahrzeugen wird ein elektrisch erregter Synchronmotor (EESM) eingesetzt. BMW nutzt in den älteren Modellen (vor der Neuen Klasse) eine ähnliche Technik und bezeichnet sie als Synchron-Elektromotor mit Fremderregung (FSM). Das Magnetfeld wird dabei nicht von Permanentmagneten, sondern von einer Spule erzeugt. So braucht man keine seltenen Erden.
Der Motor wurde von der Renault-Nissan-Allianz selbst entwickelt und wird im französischen Cléon gebaut. Der Scenic E-Tech Electric verfügt über vier Rekuperationsstufen, die über Wippen hinter dem Lenkrad gewählt werden. Seit dem Modelljahr 2025 ist dabei auch One-Pedal-Driving möglich.
Das 60-kWh-Paket besteht aus 12 Modulen à 24 Zellen. Die Konfiguration ist laut laut EV-Database 96s3p, das heißt, es gibt drei parallel geschaltete Stacks. Der 87-kWh-Akku besteht aus 12 Modulen mit je 16 Zellen (insgesamt 192 Zellen, die Konfiguration ist laut EV-Database 96s2p). Die Zellen kommen von LG und haben eine NMC-Chemie. Bei der Fahrveranstaltung im März 2024 erfuhren wir von einem Ingenieur, dass es sich nicht um NCM811 (mit 80 % Nickel) handelt, sondern um NMC622 (mit 60 % Nickel) handelt.
Aufladen
Aufgeladen wird serienmäßig mit 11 kW, für 1.000 Euro Aufpreis auch mit 22 kW. Alternativ kann man mit bis zu 130 bzw. 150 kW Gleichstrom laden. Die Batterie wird automatisch vortemperiert, wenn man einen Schnellader als Navi-Ziel anwählt. Ein Ladehub von 15 auf 80 % dauert 32 Minuten bei der kleinen und 37 Minuten bei der großen Batterie.
| Scenic Electric 170 Comfort Range | Scenic Electric 220 Long Range | |
| Max. Ladeleistung AC/DC | 22 / 130 kW | 22 / 150 kW |
| DC-Ladedauer (15-80%) | 32 min | 37 min |
| DC-Ladegeschwindigkeit | 1,2 kWh/min | 1,5 kWh/min |
| Reichweite-Nachladen | 8,5 km/min | 10,5 km/min |
Wie immer haben wir aus den offiziellen Angaben die Ladegeschwindigkeit in kWh/min errechnet. Für die Long-Range-Variante ergeben sich 87 kWh x 0,65 / 37 min = 1,5 kWh/min – auch für ein 400-Volt-Auto kein besonders guter Wert. Beim Reichweite-Nachladen ergeben sich 600 km x 0,65 / 37 min = 10,5 km/min. Das bedeutet, man kann pro Minute Wartezeit an der Säule Strom für knapp 11 km nachladen. Auch das ist kein guter Wert. Zum Vergleich: Beim VW ID.4 Pro mit 77-kWh-Batterie ergeben sich bis zu 1,9 kWh/min bzw. 14,3 km/min
Konkurrenten und Test
Mit 4,47 Meter Länge tritt der Elektro-Scenic gegen den neuen Mini Countryman Electric sowie den VW ID.4 und den Nissan Ariya an. Wie unser Konkurrenzvergleich von 2024 zeigte, kann die 125-kW-Basisversion eigentlich nur beim Verbrauch mithalten. Besser sieht die gehobene Variante mit ihren rund 600 km Reichweite aus. Hier bietet der beliebte VW ID.4 weniger, der Opel Grandland Electric mit der 97-kWh-Batterie schafft allerdings bis zu 700 km. Auch das etwas größere Tesla Model Y mit bis zu 750 km Reichweite kann man wegen der günstigen Preise als Konkurrenten betrachten.
Wir haben den Elektro-Scenic mit der großen Batterie im März 2024 getestet. Gefallen haben uns die hohe Reichweite, das 22-kW-Laden, die Ladeplanung durch das Google-System und die Reichweitenanzeige. Negativ fiel das langsame Gleichstrom-Laden auf.
Übrigens: Ein Facelift für den elektrischen Scenic ist in Arbeit. Das zeigte kürzlich erst ein Erlkönig. Gut möglich, dass der Wagen dann auch den 67-kWh-Akku aus dem neuen Megane erhält.
Unter dem Strich
Durch den Entfall der Basisausstattung wird der elektrische Renault Scenic im Einstieg teurer. Aber unserer Ansicht ist ohnehin die Long-Range-Version attraktiver. Diese bietet eine stattliche Reichweite und ordentliche Fahrleistungen, wenn auch das DC-Laden ziemlich langsam erfolgt.
Letzte Änderung am 22. Juli 2026: Entfallene Basisversion "Evolution" berücksichtigt
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