Rolls-Royces neuestes Problem: Das Kaschmirdach des neuen E-Autos bei 80 °C intakt halten
Außerdem wird man im Rahmen des Testprozesses den seitlich öffnenden Kofferraum des Project Nightingale 15.000 Mal zuschlagen
Während manche Autohersteller nach neuen Wegen suchen, ihre Elektroautos effizienter und günstiger in der Produktion zu machen, hat Rolls-Royce ein neues Luxusproblem erschlossen.
Die britische Luxus-Marke hat offiziell das Erprobungsprogramm unter Realbedingungen für ihr kommendes elektrisches Cabriolet Project Nightingale gestartet. Eine der Herausforderungen bei der Entwicklung eines extrem exklusiven Coachbuild-Modells besteht darin, sicherzustellen, dass alle Komponenten sowohl sengende Hitze als auch eisige Kälte überstehen.
Kaschmir-Verdeck im Härtetest
Natürlich führen alle Hersteller solche Tests durch. Von allzu vielen Elektroautos mit einem mit Kaschmir ausgeschlagenen, versenkbaren Dach, das Temperaturen von bis zu 80 °C standhalten muss, hört man allerdings nicht. Damit nicht genug: Das Verdeck durchläuft zehn separate Prüfverfahren, bei denen Stoffe, Schließmechanismus und Funktion getestet werden.
Auch der seitlich öffnende Piano Boot-Heckdeckel, eine Premiere für Rolls-Royce, wird 15.000-mal geöffnet und geschlossen. So soll sichergestellt werden, dass er „die perfekte Inszenierung und mühelose Bedienung dieser charakteristischen Geste über Generationen hinweg niemals unterbricht“. Das sind die Worte des Unternehmens, nicht unsere.
350 Wochen Erprobung von Südeuropa bis in die Arktis
Lediglich 100 Fahrzeuge sollen gebaut werden, die ersten fahrfähigen Prototypen sind nun in Südeuropa unterwegs – dort, wo das Unternehmen bereits vor mehr als 100 Jahren mit der Erprobung seiner Luxusautos begann. Im Rahmen des Dauerlaufprogramms werden mehrere Project-Nightingale-Elektrofahrzeuge insgesamt 350 Wochen auf Straßen am Mittelmeer, bis zum Polarkreis und in den Wüsten der Arabischen Halbinsel absolvieren.
Bildergalerie: Rolls-Royce Project Nightingale
Auf diesem Weg müssen die Prototypen extreme Temperaturen aushalten und Höhen von bis zu 2.750 Metern bewältigen. Zusätzlich fließen zusammen 1.430 Stunden in Aerodynamikmodellierung und Windkanaltests, damit Luftströmungen nicht zur Störquelle werden. Da der Antrieb praktisch lautlos arbeitet, will Rolls-Royce bei seinem exklusiven Elektro-Cabrio alle unerwünschten Geräusche eliminieren – damit die Insassen aus dem Komfort ihres batterieelektrischen Rolls heraus die Geräusche der Natur genießen können.
Auch Hochgeschwindigkeitstests mit bis zu 250 km/h gehören zum Programm. Dabei wird ein speziell entwickelter elektrischer Windabweiser erprobt, der Verwirbelungen im Innenraum minimieren soll.
Technikbasis des Spectre und Marktstart 2028
Der Anfang dieses Jahres vorgestellte Rolls-Royce Project Nightingale ist das erste Modell der Coachbuild Collection des Unternehmens. Er basiert auf derselben Architecture of Luxury genannten Aluminium-Spaceframe-Plattform wie der elektrische Zweitürer Spectre. Erwartet wird, dass die 100 Nightingales von einem Zweimotoren-Setup mit 441 kW und 1.085 Nm Drehmoment angetrieben werden.
Zum Preis macht Rolls-Royce bislang keine Angaben. Gerüchten zufolge soll jedes Exemplar jedoch zwischen 5 und 10 Millionen Euro kosten. Die Auslieferungen sollen 2028 beginnen.
Auch interessant
Zeekr 7X Facelift: Stärkere Antriebe und bis zu 450 kW Ladeleistung im Modelljahr 2027
Xiaomi SU7 Ultra Extreme: Noch extremerer Erlkönig erwischt
BYD Seal U: Elektroversion in Deutschland nicht mehr bestellbar, nur noch als Plug-in-Hybrid
XPeng P7+ Long Range (2026) im Test: Oberklasse-Komfort zum Mittelklassepreis?
Retro-Charme auf vier Rädern: Microlino präsentiert exklusive 55 Edition
Alle elektrischen Mittelklasse-SUVs 2026: Modelle, Preise und Reichweiten
Mehr zur Technik des Tesla Roadster: Bis zu 1.000 kW, 500 km Reichweite und Düsenantrieb