Omoda 4 EV: Neues Elektro-SUV kommt 2027 mit 67-kWh-Akku
Das kantige Kompakt-SUV leistet 160 kW und soll mehr als 450 Kilometer Reichweite bieten. Der Marktstart ist für 2027 geplant.
Der Chery-Konzern gilt als der mit Abstand größte Autoexporteur Chinas. Doch mit dem Start in Deutschland hielt man sich zurück, weil man den hiesigen Markt als besonders kritisch einschätzte. Die Marken Omoda und Jaecoo starteten erst im Oktober 2025, die ersten reinen Elektroautos, der Jaecoo 5 EV und der Omoda 5 EV, kommen sogar erst jetzt. Anfang 2027 soll noch ein Omoda 4 hinzukommen, der ebenfalls als Elektroauto erhältlich sein wird.
Erstaunlicherweise ist der Omoda 4 EV nicht etwa der kleine Bruder des Omoda 5 EV, sondern fast genauso groß. Er basiert auch auf derselben Plattform namens T1X. Der Hersteller stuft den Wagen als Crossover des B-Segments ein, also als Kleinwagen. Wir würden ihn als kompaktes Coupé-SUV einordnen. Wir stellen das Modell vor und vergleichen dabei mit dem Omoda 5 EV – und zwar in der aktuellen Version, nicht in der bereits vorgestellten Facelift-Variante.
Exterieur | Interieur | Antrieb/Batterie | Ausstattung
Bildergalerie: Omoda 4 (2027)
Exterieur
Während der Omoda 5 und der Jaecoo 5 in China konzipiert und in Deutschland nur angepasst wurden, soll der Omoda 4 maßgeblich im europäischen Entwicklungszentrum in Raunheim bei Frankfurt entstanden sein. Die Formen sind sportlich – sie erinnern vage an Lamborghini. Im Vergleich zum Omoda 5 wirkt der Neuling kantiger; dazu tragen die diagonale Lichtlinie an der Front, die zusätzlichen Sicken an der Seite und die eckigen Radausschnitte bei:
Der Omoda 4 ist genauso lang wie der Omoda 5, aber etwas niedriger. Besonders groß ist der Höhenunterschied aber gegenüber dem Jaecoo 5, der ebenfalls auf T1X beruht:
| Länge | Breite | Höhe | Radstand | |
| Omoda 4 EV | 4.424 mm | 1.863 mm | 1.570 mm | 2.700 mm |
| Omoda 5 EV | 4.424 mm | 1.830 mm | 1.588 mm | 2.630 mm |
| Jaecoo 5 EV | 4.380 mm | 1.860 mm | 1.650 mm | 2.620 mm |
Die Angaben zum Radstand sind noch widersprüchlich: Das Datenblatt führt einen Wert von 2,70 Metern auf, während im Pressetext 2,63 Meter genannt werden. Wie die Schwestermodelle rollt auch der Omoda 4 auf 18-Zoll-Rädern. Auch die Heckleuchten wirken mit ihrem markanten Knick noch eckiger als beim Omoda 5:
Omoda 5 (2025)
Omoda 4 (2027)
Dazu kommt, dass die Lichtsignatur hinten eine originelle Blitzform annimmt:
Interieur
Auch innen sieht der Omoda 4 deutlich anders aus als der Omoda 5. Statt zwei horizontalen Bildschirmen nebeneinander gibt es hier ein kleines Instrumentendisplay (8,9 Zoll) und einen vertikalen Touchscreen (13,2 Zoll). Zudem ist das Lenkrad nicht nur unten, sondern auch oben abgeflacht. Dazu kommen Carbon-Zierleisten und vor allem der auffällige rote Startknopf in der Mittelkonsole: Wie im Motorsport hat er eine Klappabdeckung:
Omoda 5 (2025)
Omoda 4 (2027)
Das Kofferraumvolumen soll mehr als 400 bis über 1.100 Liter betragen. Zum Vergleich: Beim Omoda 5 EV sind es 370 bis 1.149 Liter.
Antrieb und Batterie
Trotz der Sportoptik außen und innen ist die Antriebsleistung mit 160 kW kaum größer als bei den 155 kW starken Schwestermodellen, die Beschleunigung ist sogar etwas schlechter:
| Omoda 4 EV | Omoda 5 EV | |
| Antrieb | FWD 160 kW, 275 Nm | FWD 155 kW, 288 Nm |
| 0–100 km/h / Vmax | 7,9 Sek. / 172 km/h | 7,2 Sek. / 171 km/h |
| Akku | 67 kWh LFP brutto ca. 65 kWh netto |
61 kWh LFP ca. 59 kWh netto |
| WLTP-Reichweite | > 450 km | 430 km |
| Max. DC-Ladeleistung | 120 kW | 130 kW |
| DC-Ladedauer | 22 min (30–80 %) | 34 min (10–80 %) |
| DC-Ladegeschwindigkeit | ca. 1,5 kWh/min | ca. 1,2 kWh/min |
Der größte Unterschied besteht offenbar in der Batterie: Beim Omoda 4 ist die Bruttokapazität um sechs Kilowattstunden größer. Auch die Ladedaten sind besser. Das erkennt man, wenn man die Ladegeschwindigkeit in Kilowattstunden pro Minute errechnet. Die Nettokapazitäten sind offiziell nicht bekannt. Nimmt man an, dass sie jeweils 2 kWh unter den Bruttowerten liegen, dann lädt der Omoda 4 um etwa 0,3 kWh/min schneller (Rechenweg beim Omoda 4: 65 kWh × 0,5 / 22 min).
Ausstattung
Die Preise für den Omoda 4 sind noch nicht bekannt, aber die Ausstattung soll umfangreich ausfallen, verspricht der Hersteller. Je nach Ausstattungslinie werden 18-Zoll-Aluräder, LED-Licht, Sitz- und Lenkradheizung, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, ein Abstandsregeltempomat (ACC), eine Rückfahrkamera, ein schlüsselloses Zugangssystem, kabelloses Apple CarPlay und Android Auto und eine Metallic-Lackierung enthalten sein. Die Ausstattung Premium bietet zusätzlich ein Rundumsicht-System und mehr.
Wie bei den beiden Partnermarken Omoda und Jaecoo üblich, gibt es sieben Jahre (150.000 km) Garantie aufs Auto und acht Jahre (160.000 km) auf Antrieb und Akku sowie drei Jahre (80.000 km) Pannenhilfe. Vertrieben und repariert werden die Fahrzeuge über ein Netz von rund 50 Händlern und Werkstätten in Deutschland.
Unter dem Strich
Omoda 4, Omoda 5 und Jaecoo 5: Im Grunde scheinen das die gleichen Autos zu sein. Auch wenn die Presseabteilung versucht, die Unterschiede herauszustellen: Es wirkt, als habe man der T1X-Plattform nur drei verschiedene "Hüte" aufgesetzt, die mal etwas länger und niedriger, mal kürzer und höher, mal rundlicher und mal kantiger ausfallen. Zumindest aufgrund der uns vorliegenden Angaben müssen wir sagen: Eigentlich hätte ein Modell gereicht.
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