Die zum chinesischen Chery-Konzern gehörende Automarke Omoda bringt ein 4,40 Meter langes Elektro SUV nach Deutschland. Es bietet stets einen Frontantrieb mit 150 kW und je nach Batterievariante Reichweiten von bis zu 450 km. Die Preise für die weniger reichweitenstarke 300-km-Version sollen bei etwa 37.000 Euro beginnen.

Für den Antrieb des bereits im August angekündigten Omoda 5 EV sorgt ein Elektromotor an der Vorderachse mit 150 kW und 340 Nm Drehmoment. Damit sprintet das Kompakt-SUV in 7,8 Sekunden auf Tempo 100. Den Stromverbrauch gibt der Hersteller mit 15 kWh/100 km an. Der Omoda 5 EV wird mit zwei Batteriegrößen erhältlich sein: 41 kWh für 300 km Reichweite und 62 kWh für 450 km. Die Zellen stammen von CATL. Aufgeladen wird "innerhalb von 35 Minuten bis zu 80 %" – offenbar bei beiden Batterien.

Bildergalerie: Omoda 5 EV (2024)

Marktstart in Deutschland soll im ersten Halbjahr 2024 sein – genauer weiß es der Hersteller offenbar noch nicht. Das Auto ist die Elektroversion des Omoda 5 mit Benzinmotor. Von diesem unterscheidet sich der Omoda 5 EV durch den geschlossenen (oder nicht vorhandenen) Grill. Die Front soll wie ein "stromlinienoptimiertes Haifischmaul" wirken, schreibt der Hersteller.

Omoda 5 EV

Omoda 5 EV ohne Grill

Omoda 5

Omoda 5 mit imposantem Rauten-Grill

Zu den Besonderheiten gehört ein farblich abgesetztes, scheinbar schwebendes Dach. Ansonsten werden sieben Außenfarben und drei farblich abgestimmte Designs für den Innenraum angeboten.

Omoda 5 EV

Zwei große Displays nebeneinander: Das Cockpit des Omoda 5 EV

Innen gibt es eine 24,6 Zoll große und leicht gebogene Monitorfläche, die durch zwei Displays direkt nebeneinander gebildet wird. Außerdem verspricht Omoda eine Fünf-Sterne-Ergebnis im EuroNCAP-Test und 17 Assistenzsysteme, darunter ein Abstandstempomat (ACC), ein Spurhalteassistent, ein Rückfahrwarner, ein Antikollisionssystem und eine Türöffnungswarnung.

Der Omoda 5 EV wird unter anderem gegen den etwa gleich großen Hyundai Kona Elektro antreten, den es allerdings erst ab rund 42.000 Euro gibt (mit nur 115 kW, aber 377 km Reichweite). Weitere Rivalen sind der neue Renault Scenic Electric, den es mit 125 kW und 430 km Reichweite ab 41.400 Euro gibt. Günstiger ist derzeit der VW ID.4 Pure für 32.600 Euro (125 kW und 364 km Reichweite).

Chery Automobile, der Mutterkonzern der Marke Omoda, sitzt in Wuhu, das rund 360 km westlich von Shanghai liegt. Der Konzern wurde 1997 gegründet und setzte im letzten Jahr 1,9 Millionen Autos ab. Davon gingen rund 937.000 Fahrzeuge, also fast die Hälfte, ins Ausland. Man habe Entwicklungszentren nicht nur in China, sondern auch in Deutschland, den USA und Brasilien eingerichtet, schreibt Chery. Zudem gründete die Firma 2012 zusammen mit Jaguar Land Rover ein Joint Venture für High-End-Automobile.


Unterm Strich

Aiways, BYD, MG, Nio, Ora und nun Omoda: Die Zahl der chinesischen Marken in Deutschland wächst. Angst um die europäische Autoindustrie zu haben braucht man deshalb aber nicht, denn bisher setzen eigentlich nur BYD und MG nennenswerte Stückzahlen ab. Das ist wenig verwunderlich. Denn die China-Importe sind weder deutlich günstiger als Autos der altbekannten Marken noch deutlich besser. Bisher kaufen da viele doch lieber ein vertrautes Fabrikat.