Fiat 500 Elektro: LFP-Batterie soll das Modell 2027 günstiger machen
Stellantis plant den Wechsel auf günstigere LFP-Akkus bei zahlreichen Elektromodellen des Konzerns.
Der Fiat 500 Elektro ist schon länger nicht mehr das meistverkaufte Elektroauto des Stellantis-Konzerns, zumindest nicht in Deutschland. Zu den Gründen dürfte der stattliche Preis des 500 Elektro gehören. Das Auto kostet mindestens 25.990 Euro, also mehr als die Basisversion des VW ID. Polo. Dem will Stellantis 2027 abhelfen: LFP-Batterien sollen den Kleinstwagen erschwinglicher machen. Und nicht nur diesen.
In der Telefonkonferenz zu den Finanzergebnissen des dritten Quartals sagte Stellantis-Chef Antonio Filosa:
"In Europa beobachten wir ganz offensichtlich eine Beschleunigung der Elektrifizierung, die sowohl durch den Ölpreis als auch durch regulatorische Vorgaben vorangetrieben wird. Das Positive daran ist, dass wir im Jahr 2027 zwei sehr wichtige wettbewerbsrelevante Schritte in diesem Umfeld unternehmen werden. Wir werden unsere globale, äußerst wettbewerbsfähige STLA-One-Plattform auf den Markt bringen, die unsere wettbewerbsstärkste Plattform für die Segmente B, C und das untere D-Segment sein wird. Dies ist das Herzstück des Marktes in Europa. Außerdem werden wir bei vielen, vielen Modellreihen von der LMC-Batteriechemie [gemeint ist wohl NMC] auf die LFP-Batteriechemie umstellen. Dies bedeutet eine erhebliche Einsparung bei den Batteriekosten. (Antonio Filosa)
Welche Modelle LFP-Batterien erhalten sollen, verriet Filosa nicht. Aber Stellantis-Europa-Chef Emanuele Cappellano bestätigte im Juli, dass der Fiat 500 Elektro 2027 auf LFP-Zellen umgestellt wird und zu niedrigeren Preisen angeboten wird. Das berichtet die Website Autonext.co. Auch der 2027 startende Peugeot E-208 soll LFP-Batterien erhalten. Er wird das erste Fahrzeug auf der neuen Plattform STLA One sein. Die Produktion des E-208 soll wie bisher in Saragossa erfolgen. Dort errichten derzeit Stellantis und CATL ein LFP-Batteriezellenwerk mit einer geplanten Jahreskapazität von 50 GWh, das angeblich 2027 fertig werden soll.
Fiat 500 Elektro (hier als Cabrio)
Leapmotor T03
Aber zurück zum Fiat 500 Elektro. Er wird derzeit wahlweise mit 21 und mit 37 kWh Netto-Batteriekapazität angeboten. Zumindest die 21-kWh-Variante könnte eine LFP-Batterie mit ähnlicher Speicherkapazität erhalten. Bei der größeren Version könnte ein Ersatz schwieriger sein, denn hier geht es um Energiedichte, und da bietet LFP nach einer Daumenregel etwa ein Drittel weniger. Zum Vergleich: Der Leapmotor T03 mit LFP-Batterie bietet ebenfalls 37 kWh netto, er hat allerdings einen um acht Zentimeter längeren Radstand.
| Fiat 500 Elektro 42 kWh | Leapmotor T03 | |
|
Antrieb |
FWD 87 kW, 220 Nm | FWD 70 kW, 158 Nm |
| 0–100 km/h | 9,0 Sek. / 150 km/h | 12,7 Sek. / 130 km/h |
| WLTP-Verbrauch | 13,9–14,4 kWh/100 km | 15,7 kWh/100 km |
| Akku netto | 37,3 kWh NMC | 37,3 kWh LFP |
| WLTP-Reichweite | 311–322 km | 275 km |
| Länge / Radstand | 3.632 / 2.322 mm | 3.620 / 2.400 mm |
| Leergewicht | 1.365 kg (DIN) | 1.175 kg |
| Basispreis | 30.990 Euro | 18.900 Euro |
Der Leapmotor hat einen schwächeren Antrieb, der zudem recht viel verbraucht. So ist die Reichweite trotz gleicher Batteriekapazität geringer. Aber der Leapmotor ist auch deutlich günstiger. Die 30.990 Euro, die für den Fiat zu zahlen sind, sind dennoch sehr ambitioniert. Der VW ID. Polo kostet in der Basisversion mit 37-kWh-Batterie und fast der gleichen Reichweite (323 km) weniger als 25.000 Euro. Dafür bekommt man bei Fiat noch nicht einmal die Basisversion des 500 Elektro (25.990 Euro).
Die Quittung für die hohen Preise des 500 Elektro erhält Fiat in Form der Zulassungszahlen. In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 wurden rund 7.500 Neuzulassungen verzeichnet. Das ist nicht wenig, aber vom Leapmotor T03 waren es etwa 7.700 Stück und vom Citroën e-C3 inklusive e-C3 Aircross sogar über 10.000 Exemplare.
Unter dem Strich
Der Fiat 500 Elektro sieht unzweifelhaft gut aus, das müssen wir ihm lassen. Im Vergleich ist der Leapmotor T03 ein hässliches Entlein. Aber in Zeiten, da bei vielen das Portemonnaie nicht mehr so locker sitzt, zählt eben auch der Preis. Den könnte Fiat zumindest beim Basismodell deutlich senken, indem man eine LFP-Batterie einbaut. Dass das geplant ist, hat ein Stellantis-Manager schon im Sommer 2026 bestätigt. Ob eine Preissenkung hinzukommt, ist dagegen nicht offiziell.
Quelle: Stellantis via Autonext.co
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