Marktstart für 2022 geplant

Die 2014 gegründete Start-up-Firma Nio hat bislang hauptsächlich Elektro-SUVs im Angebot: den rund fünf Meter langen ES8, den etwas kleineren ES6 mit seiner Coupé-SUV-Variante EC6. Daneben gibt es noch den Hochleistungs-Sportwagen EP9. Mit dem ET7 stellen die chinesische Marke nun eine 5,10 Meter lange Oberklasselimousine vor.

Das recht schicke Schiff hat einen Allradantrieb mit einer Systemleistung von stolzen 480 kW oder 653 PS. Damit sprintet der Wagen in 3,9 Sekunden auf 100 km/h, was ein Zehntel länger ist als die Spurtzeit des Tesla Model S Long Range. Das maximale Drehmoment des ET7 wird mit 850 Newtonmeter angegeben – ebenfalls sehr stattlich.

Bildergalerie: NIO ET7 (2022)

Vorne wird ein permanenterregter Elektromotor (PSM) mit 180 kW eingesetzt, also die energieeffizientere Bauart mit Permanentmagneten. An der Hinterachse arbeitet dagegen ein Asynchronmotor (ASM) mit 300 kW. Diese Bauart von E-Motoren arbeitet statt mit Permanentmagneten mit einem induzierten Magnetfeld. Durch Abschalten des Stroms für das Magnetfeld kann der Fahrwiderstand dieses Aggregats praktisch auf null gesenkt werden – gut für das freie Segeln, wenn eine Rekuperation energetisch ungünstig wäre. 

Zum Start gibt es zwei Akkugrößen: 70 kWh für 500 Kilometer NEFZ-Reichweite und 100 kWh für 700 Kilometer. Ende 2022 will Nio eine 150-kWh-Batterie nachschieben, mit der rund 1.000 Kilometer möglich sein sollen. Zum Vergleich: Der Tesla Model S Plaid schafft "nur" etwa 840 Kilometer. Dieser Akku soll mit Festkörpertechnik arbeiten. Interessanterweise können die Akkus nachträglich getauscht werden, man könnte also jetzt ein Auto mit 70 kWh kaufen und diesen später gegen eine Festkörperbatterie auswechseln.

Nio ET7: Das Cockpit

Innen gibt es ein 10,2-Zoll-Instrumentendisplay sowie einen 12,8-Zoll-Touchscreen (mit Amoled-Technik). Statt eines normalen Autoschlüssels wird ein digitaler Schlüssel genutzt. Dieser verwendet erstmals UWB-Technik (ultra wide band). Damit soll der Schlüssel (beziehungsweise das Handy) deutlich exakter lokalisiert werden können als mit herkömmlicher Technik.

Zudem hat der ET7 nicht weniger als 33 Sensoren, darunter elf Kameras, fünf Radarsensoren und ein Lidar-Scanner vorne an der Dachkante. Damit soll der Wagen autonom auf Level 3 oder höher fahren können, wofür allerdings eine monatliche Gebühr von 90 Euro fällig wird.

Auf den Markt kommen soll das Auto Anfang 2022, Bestellungen sind aber bereits möglich. Die chinesischen Preise beginnen bei 448.000 Yuan, umgerechnet etwa 57.000 Euro. Damit ist das Auto deutlich günstiger als das Basismodell des Tesla Model S (Long Range) für rund 83.000 Euro. Der Tesla hat allerdings mit über 650 km Reichweite deutlich mehr Reichweite als der ET7.