Die Akkus sollen ab 2026 in Autos eingebaut werden

Die Jagd nach den ersten Festkörperbatterien für Elektroautos gewinnt Tempo. Nach Jahren des Schweigens hat der US-Hersteller QuantumScape kürzlich Leistungsdaten zu seinen Festkörperbatterien veröffentlicht, und die Experten sind enthusiastisch. Die Firma, an der VW  seit 20212 beteiligt ist, steht nun vor der Herausforderung, eine Multilayer-Zelle zu entwickeln. 

Und genau jetzt kündigt Konkurrent Solid Power an, eine solche mehrschichtige ASSB (All Solid State Battery) herzustellen. Sie hat eine Energiedichte von 330 Wattstunden pro Kilo (Wh/kg) und eine Kapazität von 20 Amperestunden.

Bedeutet das, dass Solid Power nun die Konkurrenz hinter sich gelassen hat? Nicht unbedingt: Es zeigt nur, dass für das Unternehmen die Herstellung Priorität hatte.

Die Lithiummetall-Festkörperbatterie von Solid Power besteht aus 22 Schichten. Anfang 2022 möchte Solid Power damit in den "formalen Qualifizierungsprozess für die Automobilindustrie" – auch als A-Musterphase bekannt – eintreten. Eine in Elektroautos benutzbare Festkörperbatterie wird aber erst 2026 fertig sein. 

Hier ist QuantumScape aggressiver: Die im kalifornischen San José sitzende Firma glaubt, dass seine Festkörperbatterien spätestens 2025 in Autos eingebaut werden können. Der Akku verspricht auch eine höhere Energiedichte (über 350 Wh/kg) und soll noch bei minus 30 Grad Celsius gut funktionieren. Der Akku von Solid Power dagegen soll bei minus 10 Grad gut funktionieren – was bei niedrigeren Temperaturen ist, sagt die Firma nicht.

Ein weiteres Kriterium ist das Schnellladen. Die Solid-Power-Zellen sollen bei Raumtemperatur in 15 Minuten auf 50 Prozent aufgeladen werden können. Auch hier liegt QuantumScape mit 80 Prozent in weniger als 15 Minuten vorne.

Der Hauptunterschied zwischen den beiden Konkurrenz-Akkus besteht darin, dass QuantumScape sehr vielversprechend ist, aber noch keine Produktionstests gemacht hat. Danach gefragt, sagte QuantumScape-Chef Jagdeep Singh, dass sowohl Konzept als auch Herstellung wichtig sind – wie Gehirn und Herz in menschlichen Körpern. Aber zuerst müssten die zugrundeliegenden Materialien fertig entwickelt werden. Wolkenkratzer wären auch nur durch Beton und Stahl möglich.

Solid Power dagegen scheint bereits mit seinen Grundmaterialien zufrieden zu sein, insbesondere mit dem glaskeramischen Elektrolyten auf Sulfidbasis. So zufrieden, dass bereits im Oktober Zellen einer ersten Generation entstanden, die nur 2 Amperestunden hatten. Die neuen 20-Ah-Zellen zeigen, wie schnell sich die Dinge seither entwickelt haben. 

Wenn dies ein Zeichen dafür ist, dass Solid Power seine Automobil-ASSBs schon früher fertig hat, könnte es andere Wettbewerber dazu bringen, die Dinge auch schneller in Gang zu bringen. Das ist das Schöne am Wettbewerb.