R5 startet vermutlich 2023, gefolgt vom R4 im Jahr 2025. Der Twingo dürfte entfallen

Am vergangenen Donnerstag machte Renault mit seiner Renaulution-Pressekonferenz den ganz großen Aufschlag in Sachen Elektromobilität. Die Wellen schlagen immer noch hoch. Zu den Highlights gehörte die Vorstellung des neuen Renault 5. Einige Medien hatten daraufhin spekuliert, dass das neue Elektromodell den Zoe ersetzen sollte. Dies wird nun vom Hersteller dementiert, wie Autocar meldet.

Der geplante Renault 5 soll nach dem Bericht im "Supermini"-Segment antreten; das entspricht in etwa dem B-Segment (Kleinwagen-Segment). Damit würde er in der gleichen Klasse wie der Zoe rangieren.

"Es wäre also albern, Fahrzeuge zu stoppen, die Bestseller in ihrem Segment sind." (Laurens van den Acker zur Zukunft des Zoe)

Das bedeutet aber nicht, dass der Zoe deswegen eingestellt wird: "Ist es das Ende des Zoe?", fragte der Chefdesigner der Renault-Gruppe, Laurens van den Acker, und gab sich die Antwort selbst: "Die Antwort lautet Nein, denn der Zoe ist das meistverkaufte Elektroauto in Europa. Es wäre also albern, Fahrzeuge zu stoppen, die Bestseller in ihrem Segment sind." Wir fügen hinzu: Der Zoe ist auch in Deutschland das beliebteste Elektroauto und der meistverkaufte Renault.

Renault Zoe (2109)
Im Vergleich zum Renault 5 optisch nicht mehr ganz so attraktiv: Der Zoe

Für uns sieht der Renault 5 außerdem deutlich sportlicher aus als der rundliche Zoe. Insofern könnten wir uns vorstellen, dass der Neuling einen stärkeren Antrieb bekommt. Der Zoe könnte künftig als Elektro-Einstiegsmodell darunter positioniert werden. Die stärkeren Antriebe mit 100 kW (135 PS) würden dann dem R5 zufallen. Der R5 könnte auch besser gegen den schicken Peugeot e-208 antreten als der rundlich-altbackene Zoe.

Der Zoe bleibt jedenfalls. Nicht ganz so klar sind die von Autocar zitierten Aussagen zur Zukunft des Clio: Gilles Vidal, der seit Oktober unter Laurens van den Acker als Chefdesigner der Marke Renault arbeitet, sagte: "Jetzt ist Zeit, das zu hinterfragen, was es derzeit gibt. Er soll nicht den Clio als solchen ersetzen, aber es gibt Fragen zum Clio und zum Captur: wofür sie stehen, welche Energiequelle sie je nach den Vorschriften des jeweiligen Landes nutzen sollen."

Pardon, Monsieur Vidal, das hört sich ein wenig nach Herumgeeiere an: Der 5 soll den Clio nicht ersetzen, aber es könnte sein dass der 5 kommt und der konventionell angetriebene Clio (zum Beispiel wegen Euro 7) geht ... 

Renault machte bislang keine Angaben zur Größe oder zum Segment des Renault 5. Könnte das Auto also auch im A-Segment antreten und damit den Twingo ersetzen? Den Kleinstwagen gibt es bereits seit 2014, fast so lange wie den 2013 gestarteten Zoe. Außerdem wird es die Kooperation mit Smart nicht mehr lange geben. Doch in den Zukunftsplänen von Renault taucht kein A-Segment-Auto mehr auf, insofern wird der Twingo wohl auslaufen:

Die Grafik legt nahe, dass der R5 das Elektroauto im B-Segment für 2023 ist. Das vermutet auch Autocar. Und was ist mit dem neuen Renault 4, über den schon gemutmaßt wird? Könnte er das eingetragene B-Segment-Auto für 2025 werden? Möglich. Wenn der Zoe bis zum Jahr 2025 durchhält, würde dieser das günstige Einstiegsmodell abgeben. Daneben gäbe es einen sportlichen Kleinwagen (R5) und einen nutzwertigen und etwas größeren Kleinwagen (R4). Auch bei den historischen Vorbildern war der R5 etwas kleiner als der R4, der zudem eher Van-artig daherkam.

Bildergalerie: Renault 5 (Designstudie, 2021)