Elektro-Limousine wird spätestens ab Juni produziert

Die bisherigen Elektroautos von Mercedes, darunter der EQA (die Elektroversion des GLA), der EQC (die Elektroversion des GLC) und der EQV (die Elektroversion der V-Klasse), basieren auf Verbrenner-Plattformen. Doch das soll sich in diesem Jahr ändern. Geplant sind sechs Autos auf einer neuen Elektro-Plattform für die Ober- und Luxusklasse.

Der Mercedes EQS ist das erste von diesen neuen EQ-Modellen. Die Fertigung soll laut Mercedes schon im ersten Halbjahr 2021 starten, also spätestens im Juni. Marktstart ist noch 2021, genaueres ist noch nicht bekannt.

Der EQS soll laut Mercedes Reichweiten bis zu 700 Kilometer (nach WLTP) bieten. Nach Gerüchten soll dafür ein 100-kWh-Akku an Bord sein. Außerdem bekommt der EQS angeblich in der Grundversion den Antrieb des EQC, bei dem zwei E-Motoren à 150 kW für Allradantrieb und 300 kW (408 PS) sorgen.

Hinweise auf das Design gab die Studie Mercedes Vision EQS auf der IAA im September 2019:

Bildergalerie: Mercedes Vision EQS (2019)

Die im Dezember 2020 von Mercedes veröffentlichten Bilder mit blauer Tarnung lassen erkennen, dass die coupéhafte "One Bow"-Gestaltung bei der Serienversion beibehalten wird. Aus dieser Gestaltung folgt, dass der Wagen eine große Heckklappe bekommt, nicht nur einen Kofferraumdeckel wie die S-Klasse:

Bildergalerie: Mercedes-EQ-Modelle

Das neue Modell sieht doch deutlich anders aus als die S-Klasse – was bei einer anderen Plattform ja auch nicht verwundert. Der EQS tritt wohl nur im gleichen Segment (Oberklasse) an wie die S-Klasse. Produziert wird der EQS allerdings gemeinsam mit der neuen Mercedes S-Klasse in der Factory 56 in Sindelfingen.

Bildergalerie: Mercedes EQS: MBUX-Hyperscreen

Bereits bekannt ist auch die Bildschirmlandschaft im EQS. Dabei stecken drei Displays unter einer gemeinsamen Deckplatte, die sich über die gesamte Cockpit-Breite zieht (siehe Bilder oben).

Der EQS wird gegen das Tesla Model S antreten, der sportlicher positionierte Porsche Taycan gehört wohl nur zu den Wettbewerbern im weiteren Sinne. Mit 700 Kilometer Reichweite liegt der Mercedes besser als die Long Range-Variante des Model S, die mit 652 km nach WLTP angegeben ist. Dafür nutzt auch der Tesla einen 100-kWh-Akku.

Auch das Model S Long Range hat Allradantrieb, die (batterielimitierte) Maximalleistung liegt hier bei 413 kW, also höher als beim Basis-EQS. Der Tesla sprintet denn auch in 3,8 Sekunden auf Tempo 100 und wird erst bei 250 km/h abgeregelt. Der Preis des Model S Long Range liegt bei rund 83.000 Euro. Bei einer (hypothetischen) Topversion des EQS könnte sich Mercedes das Model S Plaid zum Maßstab nehmen. Das soll über 840 km nach WLTP schaffen und den Tempo-100-Sprint in unter 2,1 Sekunden hinter sich bringen. Dafür hat der Wagen drei E-Motoren mit einer Systemleistung von über 1.100 PS an Bord.  

Auf Basis der gleichen neuen Oberklasse-Plattform folgt der EQE (eine Elektroversion der E-Klasse Limousine), der ab der zweiten Jahreshälfte 2021 in Bremen produziert wird. Außerdem sind noch SUV-Varianten von EQS und EQE geplant, die ab 2022 in Tuscaloosa gebaut werden. Noch auf einer Verbrenner-Plattform basiert der EQB, der 2021 startet und im ungarischen Werk Kecskemét für den Weltmarkt und bei BBAC für China gefertigt wird.