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Mercedes EQS Facelift: Bald mit 800 Volt und Steer-by-Wire-System

Das Flaggschiff wurde erneut als Erlkönig erwischt. Bald bekommt es ein Steer-by-Wire-System und 800-Volt-Technik.

Mercedes EQS Facelift (2026) als Erlkönig
Bild von: Automedia

Der Mercedes EQS ist bereits seit 2021 auf dem Markt. Im Jahr 2026 soll das Auto das schon lang erwartete Facelift erhalten. Dabei bekommt die große Elektrolimousine das "Sternenlicht" – soll heißen: die neue Lichtsignatur in Form von Mercedes-Sternen, wie ein neuer Erlkönig belegt. Außerdem sind ein Steer-by-Wire-System und 800-Volt-Technik zu erwarten.

Das Facelift wird bereits seit Herbst 2024 erwartet; schon damals gab es ein Erlkönigvideo, in dem das Sternenlicht zu sehen war. Nun haben die Spezialisten von Automedia das Auto bei Kältetests in Nordschweden fotografiert. An der Front sind deutlich zwei Sterne pro Seite zu sehen. Das heißt, das Flaggschiff erhält vorn ähnliche Leuchten wie der Mercedes VLE. Die in den unteren Klassen antretenden Modelle CLA, GLB und GLC EQ dagegen haben nur einen Stern pro Seite.

Bildergalerie: Mercedes EQS Facelift als Erlkönig

Die Heckleuchten unseres Prototyps zeigen dagegen noch die Signatur des EQS-Auslaufmodells mit zahlreichen Diagonalstrichen. Wahrscheinlich bekommt die Serienversion jedoch auch hinten Sterne – vermutlich zwei pro Seite mit Kreisen darum herum wie beim GLC EQ. Ob es zwischen diesen Elementen einen durchgehenden Strich geben wird oder einen durchbrochenen wie beim GLC, müssen wir abwarten.

Rückleuchten des Mercedes GLC EQ
Bild von: Mercedes-Benz

Wie bei Facelifts üblich, werden wohl auch die Stoßfänger modifiziert. Ihr Aussehen ist wegen der Tarnung nicht erkennbar. Anstelle der geschlossenen schwarzen Blende mit Chromlamellen dürfte der neue EQS den neuen Mercedes-"Grill" mit viel Silber und kleinen Löchern erhalten, wie er am GLC EQ debütierte. Vermutlich wird das Auto auch wieder einen Stern auf der Haube tragen. Den hatte der EQS bei einer Überarbeitung im Jahr 2024 bekommen.

Mercedes EQS 580 4Matic Manufactur in Obsidianschwarz Metallic

Bisheriger "Grill" des EQS (2024) und Kühlerfigur

Mercedes GLC EQ (2025)

Der "Grill" des GLC EQ

Vor allem aber erhält der EQS endlich 800-Volt-Technik: Die Auslaufversion lädt zwar mit maximal 200 kW, was für ein 400-Volt-Auto sehr viel ist. Auch die Ladezeit von 31 min (10-80%) für den riesigen 118-kWh-Akku kann sich wirklich sehen lassen. Das entspricht einer Ladegeschwindigkeit von 2,7 kWh/min – damit ist der Wagen das am schnellsten ladende 400-Volt-Auto überhaupt.

Aber die neuen 800-Volt-Modelle von Mercedes laden eben noch schneller: Der CLA 250+ EQ schafft 320 kW und der GLC EQ sogar 330 kW. Der EQS wird ähnlich fix laden, wenn nicht sogar schneller. Er soll auf einer modifizierten EVA2-Plattform aufsetzen, die als EVA2M bezeichnet wird.  

Dabei werden die bisher eingesetzten Elektromotoren von Valeo durch Mercedes-eigene Antriebe auf Basis des eATS 2.0 ersetzt. Eine Siliciumcarbid-Leistungselektronik erhöht die Effizienz. Ob die derzeit im EQS verbaute riesige 118-kWh-Batterie auch künftig verwendet wird, bleibt abzuwarten. Der 94-kWh-Akku aus dem GLC dürfte jedenfalls zu klein sein.

Steer-by-Wire-System von Mercedes

Mit diesem Bild hat Mercedes ein Steer-by-Wire-System für 2026 angekündigt. Es handelt sich offenbar um das EQS Facelift; die zwei Sterne sind deutlich zu sehen.

Bild von: Mercedes-Benz

Zudem erhält der Wagen wohl eine Lenkung ohne physische Verbindung zwischen Lenkrad und Vorderachse. Ein solches Steer-by-Wire-System hat Mercedes offiziell für 2026 angekündigt und zwar bereits im April 2025. Dazu zeigte der Hersteller das obige Bild eines getarnten EQS mit "Sternenlicht". Die neue Lenkung soll für mehr Agilität sorgen und wird mit einem Steuerjoch kombiniert:

Steer-by-Wire-System von Mercedes
Bilder von: Mercedes-Benz
Steer-by-Wire-System von Mercedes
Bilder von: Mercedes-Benz

Unter dem Strich

Mit dem CLA, dem GLB und dem GLC EQ hat Mercedes letztes Jahr seine ersten 800-Volt-Autos vorgestellt. Die bisherigen 400-Volt-Modelle sehen im Vergleich nun ziemlich alt aus. Es eilt also. Der EQS als Topmodell dürfte deshalb bald auf die höhere Spannungslage umgestellt werden.

An der oft kritisierten Karosserieform wird sich beim Facelift kaum etwas ändern können, aber es wird wohl die neue Lichtsignatur mit Sternen geben und den neuen Mercedes-Grill. Als Alleinstellungsmerkmal dürfte die große Limousine die große Reichweite behalten: Mit dem auslaufenden EQS 450+ sind 816 km nach WLTP möglich. Außerdem wird das Modell wohl das erste Steer-by-Wire-System von Mercedes bekommen.