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Volkswagen will mit Silent Yachts Elektro-Yachten auf Basis des MEB bauen
Für den Mittellandkanal? Die Wolfsburger steigen in den Schiffbau ein

Stefan Leichsenring 
Von: Stefan Leichsenring
28. Jan. 2021 um 19:59 Uhr
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19 Millionen Elektroautos sollen bis 2030 auf Basis des Elektrobaukastens MEB entstehen. Aber das reicht Volkswagen nicht, die Plattform soll auch anderen Herstellern offenstehen. So soll sich die Elektromobilität schneller durchsetzen, aber durch die Lizenzeinnahmen amortisieren sich auch die Entwicklungskosten für den MEB schneller.
Ein erstes Projekt wurde schon 2019 bekannt: Ford will ab 2023 ein Elektroauto auf Basis des MEB bringen (Bericht von Motor1). Nun aber verlässt VW festen Boden und wagt sich aufs Wasser: Die Wolfsburger haben eine Vereinbarung mit Silent Yachts zur Entwicklung einer Reihe von Elektro-Yachten auf Grundlage des MEB unterzeichnet.
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Silent Yachts ist spezialisiert auf Katamarane mit Solarzellen und Batterien und wird deshalb öfter auch als Tesla der Meere bezeichnet. Bisher hat die österreichische Firma immerhin ein rundes Dutzend Solar-Katamarane ausgeliefert, zu Preisen von einigen Millionen Euro pro Stück. Die Yachten sind 13 bis 24 Meter lang. Zu den Modellen gehören Silent 55, Silent 60, Silent 80 und 80 3-Deck.

Die Silent 55 soll 160 km täglich zurücklegen können - allein mit der Energie aus den Solarmodulen.
Die bislang verwendeten Batterien speichern zwischen 150 bis 532 kWh. Zur Stromgewinnung auf See gibt es Solarmodule mit Leistungen zwischen 10 und 26 kW auf den Dächern. Der Antrieb erfolgt natürlich elektrisch. Die Silent 55 zum Beispiel hat in der Basisversion einen 150 kWh-Akku und zwei 50-kW-Elektromotoren. Die "Cruising speed" ist mit sechs bis acht Knoten ziemlich niedrig, doch maximal sind 14 Knoten möglich; die Topversion mit zweimal 250 kW schafft bis zu 20 Knoten (37 km/h). Zur Sicherheit haben alle bisherigen Silent-Yachts-Modelle auch einen Dieselgenerator an Bord.
In dem Kooperationsprojekt mit VW soll Silent Yachts die Yachten als solche entwickeln, VW stellt die Elektromotoren, die Batterien und die Pulswechselrichter zur Verfügung. An Bord ist auch die Konzernmarke Cupra, die für das Design sorgt. Einen ersten Entwurf haben die Spanier bereits fertig (unser Titelbild).
Bildergalerie: Volkswagens MEB-Plattform

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Im Laufe des Jahres 2022 wollen die Kooperationspartner ein erstes Boot mit MEB-Antrieb aufs Wasser bringen. Vom Modell Silent Yacht 50 sollen nach einer Anlaufzeit von vier Jahren mindestens 50 Stück pro Jahr produziert werden, bei Bedarf auch mehr. Dann sollen VW-Komponenten auch in allen anderen Modellen von Silent Yachts eingebaut werden.
Einen Ausflug mit einer Elektro-Yacht schildert Silent-Yachts-Chef Michael Köhler so: "Sie fahren zu Ihrer Lieblingsbucht und gehen baden. In der Zeit laden die Solarpanele die Batterien auf. Nach dem Baden cruisen Sie zurück zum Ankerplatz und haben dabei keinen Sprit verfahren, die Umwelt nicht belastet und nur die Ruhe genossen." So soll das auch bei der VW-Kooperationsyacht sein. Und die berüchtigte Reichweitenangst soll auch unbegründet sein: "Ist die E-Reichweite aufgebraucht, springt im Notfall der eingebaute Dieselgenerator ein."
Bildergalerie: VW-Kooperation mit Silent Yachts (2021)

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Quelle: VW, Silent Yachts
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