Kastenartiger Zweisitzer für unter 10.000 Euro

Dartz Motorz aus Lettland ist für große, martialische SUVs mit Panzerung bekannt. Am anderen Pol der Auto-Welt liegt das winzige Elektroauto, das Dartz nun nach Europa bringen will. Das Freze Nikrob EV ist nicht nur kleiner und umweltfreundlicher als der Dartz Prombon Black Stallion (Bericht bei Motor1), sondern auch preisgünstig: Es soll das billigste auf dem Markt werden und nur 9.999 Euro kosten.

Die Firma hat uns nun offizielle Erlkönigbilder geschickt. ie zeigen einen kastenartigen Kleinstwagen mit zwei Türen. Anders als man bei dieser Größe glauben könnte, ist es kein Zweisitzer, sondern ein Viersitzer. Auffällig ist die große Höhe des Fahrzeugs, die offenbar das Einsteigen erleichtern soll. Die Bilder zeigen laut Dartz die erste von mehreren geplanten Versionen des Elektroautos. 

Ansonsten machte Dartz nur stichpunktartige Angaben (auf Englisch):

FreZe Nikrob EV - on  current moment cheapest EV in EU
The car will be assembled in EU by our other enterprise Nikrob in Lithuania
2 doors
4 seats
200 km
Eur 9.999

Demnach soll das Auto 200 Kilometer mit einer Ladung schaffen. Außerdem hat uns Dartz dieses Video geschickt, auf dem das Auto kurz in Aktion zu sehen ist: 

Wenn wir die Bilder und Videos von Dartz richtig interpretieren, soll der Wagen innen Sitze mit Bezügen erhalten, die an Herbstblätter erinnern:

FreZe Nikrob EV
FreZe Nikrob EV

Der Wagen ist offenbar eine europäische Version des Hongguang Mini EV vom chinesischen Hersteller Wuling, einem Partner von General Motors. Dieses Auto startete erst im Juli 2020 und war einen Monat später das meistverkaufte Elektroauto Chinas, wie Reuters damals berichtete.

Bildergalerie: Wuling Hongguang Mini EV

Der Name FreZe Nikrob EV verknüpft den Namen der litauischen Firma Nikrob, wo der Wagen zusammengebaut werden soll, mit dem alten russischen Markennamen Freze. Diese Marke wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Pjotr ​​Freze und Evgeny Yakovlev gegründet. Die beiden stellten 1896 das erste russische Auto vor, den Yakovlev-Freze. Das Gefährt sah eher aus wie eine Kutsche, hatte aber einen Verbrennungsmotor an Bord. Später wurde dieser gegen einen Elektromotor ausgetauscht – das ist es wohl auch, was die Marke für Dartz interessant macht. Die Firma wurde 1910 von Russo-Baltique übernommen und heute liegen die Markenrechte bei Dartz. 

Motorauthority hatte vor einem halben Jahr schon einmal berichtet, dass Dartz die alte russische Marke Freze wiederbelebt. Man wolle gemeinsam mit einem großen chinesischen Hersteller Elektroautos herausbringen. Damals hieß es, das erste Auto von Freze wäre ein Elektro-SUV mit robustem Design – also wohl ein Auto im üblichen Stil von Dartz. Das Auto sollte in China gebaut werden. Offenbar hat man sich nun anders entschieden.

Bildergalerie: FreZe Nikrob EV von Dartz