Anlage soll Akkus mit einer Kapazität von bis zu 70 GWh produzieren

Italien, das Land wo die ... Batteriefabriken blühen: Italvolt will eine der größten Batteriezell-Fabriken für Elektroautos der Welt errichten. Bei der "Gigafactory" soll es sich um die zwölftgrößte überhaupt handeln, und die größte Zellproduktion in Europa.

Geplant ist eine Akkuproduktion mit einer Kapazität von jährlich 45 Gigawattstunden (GWh), im vollen Betrieb könnten daraus sogar 70 GWh werden. Zum Vergleich: Die Weltproduktion im Jahr 2020 lag bei 135 kWh und Teslas Batteriefabrik in Grünheide soll 100 GWh jährlich produzieren, später vielleicht sogar 200 GWh.

Das neue Werk von ItalVolt soll helfen, die wachsende Nachfrage nach Elektroauto-Batterien zu befriedigen. Das Unternehmen erwartet, dass diese bis 2030 weltweit auf das 17-fache wachsen und dann rund 3.600 GWh betragen soll, davon 1.548 GWh in China und immerhin 565 GWh in Europa.

Unternehmensgründer von Italvolt ist Lars Carlstrom, der auch hinter Britishvolt steckt. Carlstrom trat allerdings Ende 2020 nach einem Skandal um eine Steuerhinterziehung als Chef von Britishvolt zurück, wie die BBC meldete. Dennoch plant Britishvolt ebenfalls eine Gigafactory, und zwar im britischen Blyth (bei Newcastle). Dort soll ein Werk für 300.000 Akkus entstehen, wie Electrive.net im Dezember berichtete, also etwa 10 bis 30 GWh jährlich. Damit wäre das britische Werk deutlich kleiner als die italienische.

Italvolt

Die neue Fabrik soll in Italien entstehen, doch ansonsten ist die Standortfrage noch ungeklärt. Die "erste Phase des Projekts" soll im Frühjahr 2024 beendet werden. Was unter der ersten Phase zu verstehen ist, wurde nicht mitgeteilt. Auch zur Finanzierung fehlen Angaben – vier Milliarden sind für eine Firma, die noch nicht einmal über einen Wikipedia-Eintrag hat, eine ganze Stange Geld.

  • Produktionsstart: frühestens 2024
  • Produktion anfangs: 45 GWh
  • Volle Produktion: 70 GWh
  • Belegschaft: 4.000 Mitarbeiter
  • Fläche: 300.000 Quadratmeter 
  • Investitionsvolumen: 4 Milliarden Euro

Für das Design der italienischen "Gigafactory" wurde die Architekturabteilung von Pininfarina engagiert. Die Turiner Firma Comau soll Anlagen und Technologie für das neue Werk liefern. Die Spezialfirma für die industrielle Automatisierung, deren Name für COnsorzio MAcchine Utensili (Werkzeugmaschine-Konsortium) steht, gehört zum Stellantis-Konzern.