Allerdings liegt bisher noch nicht mal ein Antrag auf Baugenehmigung vor

Tesla will in der Nähe der Gigafactory 4 in Grünheide eine Batteriefabrik hochziehen. Obwohl Elon Musk dafür noch nicht einmal einen Antrag gestellt hat, könnte sie in zwei Jahren fertig sein. Das sagte nun der brandenburgische Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) laut einem Artikel von Bloomberg.

Steinbach hofft danach, dass die Gegend um Berlin zu einer Art Silicon Valley für Elektroauto-Technik wird. Und das nicht ohne Grund, denn neben Tesla will auch BASF im nahe gelegenen Schwarzheide Kathoden herstellen und Batterien recyceln. Außerdem will das US-Unternehmen Microvast in Ludwigsfelde Akkus für Elektro-Busse bauen.

Tesla Battery Day 2020
In Grünheide sollen die neuen 4680-Zellen entstehen – für 16 Prozent mehr Reichweite.

Elon Musks nächstes Ziel ist jedoch nicht die Batteriefabrik, sondern das Autowerk. In Grünheide soll ab Sommer das Model Y vom Band laufen, und zwar jährlich bis zu 500.000 Autos. Später soll auch das Model 3 dort gefertigt werden. Allerdings liegt für diese Fabrik noch keine endgültige Baugenehmigung vor. Steinbach sagte allerdings, er sei "total entspannt", was die Genehmigung angeht. Verzögerungen bedeuteten nicht, dass die Fabrik nicht das grüne Licht erhalte.

Steinbach war maßgeblich daran beteiligt, die Tesla-Fabrik Ende 2019 nach Grünheide zu holen. Für seine Investition von mehreren Milliarden Euro hat Tesla allerdings saftige Subventionen ausgehandelt. Nach einem Bericht der Zeit sollen sie mehrere Hundert Millionen Euro betragen.

Proteste von Anwohnern und Umweltschützern, vor allem wegen der Rodung von 83 Hektar Wald, wegen geschützter Tierarten und dem Wasserbedarf der Fabrik, hatten den Genehmigungsprozess holprig gestaltet. Mehrfach wurde die Bautätigkeit per Gerichtsbeschluss gestoppt. Dennoch ist die Automobilfabrik schon recht weit gediehen, wie Videos immer wieder zeigen.

 

Für die Batteriefabrik dagegen hat Elon Musk dagegen zumindest bis Ende Januar noch nicht einmal einen Antrag gestellt, wie Steinbach damals erklärte. Nach einem Bericht im Tagesspiegel will Musk wohl das Genehmigungsverfahren für das Autowerk nicht durch zusätzliche Projekte gefährden. Tesla hat allerdings eine "Lagerhalle" beantragt, bei der es sich nach Informationen des Tagesspiegels in Wirklichkeit um das Gelände für die Batteriefabrik handeln könnte.

In der Batteriefabrik sollen offenbar die neuen 4680-Zellen hergestellt werden, die eine besonders hohe Energiedichte aufweisen sollen. Die angepeilte Produktionskapazität ist gigantisch: 100 Gigawattstunden jährlich und später sogar bis zu 250 GWh sind laut InsideEVs USA geplant. Damit wäre die Fabrik mit Abstand die größte der Welt. Zum Vergleich: Im Jahr 2020 wurden weltweit eine Akku-Kapazität von 135 GWh produziert.