Handy-Hersteller sucht wegen US-Sanktionen neues Standbein

Der chinesische Handy-Hersteller Huawei plant angeblich Elektrofahrzeuge mit Huawei-Logo auf den Markt bringen. Gleich mehrere Modelle könnten schon dieses Jahr starten, berichtet Reuters nun unter Berufung auf mehrere anonyme Quellen.

Die Firma spreche bereits mit Changan Automobile und einer zu BAIC gehörenden Firma über eine mögliche Herstellung der Elektroautos in deren Werken, so der Bericht. Auch mit Zulieferern sei Huawei bereits in Gesprächen.

Huawei dementierte das Vorhaben. Man sei kein Autohersteller, so die Chinesen gegenüber Reuters. Changan lehnte eine Stellungnahme ab und die zum chinesischen Konzern BAIC gehörende Firma BluePark reagierte nicht auf Reuters-Anfragen. Changan verkaufte im Jahr 2020 eine knappe Million Autos in China unter seiner eigenen Marke. Außerdem ist Changan an Joint Ventures mit Ford und Mazda beteiligt. Ford gab Ende Januar bekannt, dass das Gemeinschaftsunternehmen auch den Ford Mustang Mach-E für China bauen wird

Unter Donald Trump hatten die Vereinigten Staaten Sanktionen gegen Huawei verhängt, die offenbar wichtige Lieferketten unterbrochen haben. China könnte die von Huawei hergestellte Kommunikations-Hardware zur Spionage nutzen, so der Verdacht der alten Administration. Ob die USA unter Joe Biden die Sanktionen aufheben, ist zweifelhaft, da auch der neue Präsident die strategische Gegnerschaft zu China betont. Mit dem Einstieg ins Elektroauto-Business könnte sich die Firma nun ein neues Standbein schaffen.

Mit den Auto-Plänen folgt Huawei dem Beispiel seines Konkurrenten Apple, das offenbar ein Auto auf den Markt bringen will. Aber auch der taiwanesische Elektronik-Zulieferer Foxconn hat eine eigene Elektroauto-Plattform vorgestellt und will im Auftrag Autos bauen. Huawei-Konkurrent Xiaomi dagegen dementierte Berichte zu Elektroauto-Plänen kürzlich.

Huawei selbst entwickelt seit Jahren Software, Sensoren und 5G-Kommunikationshardware für Autos. Das kürzlich von Huawei mit Changan und dem Batteriehersteller CATL gegründete Joint Venture habe aber nichts mit dem Vorhaben zu tun, so die anonymen Quellen.