Die kurze Antwort ist: schnell, aber nicht so schnell wie der EQC

Der Mercedes EQV 300 ist ein luxuriöser, rein elektrisch angetriebener Transporter auf Basis der V-Klasse. Als Energiespeicher dient eine Batterie mit 100 kWh, wovon 90 kWh nutzbar sind. Wie schnell er mit Gleichstrom geladen werden kann, zeigen die kürzlich vom niederländischen Schnellladenetz-Anbieter Fastned veröffentlichten Testergebnisse, die wir hier genauer analysieren.

Abnahme der Ladeleistung mit zunehmendem SOC

Beginnen wir mit der Ladekurve, die im Fall des EQV ziemlich flach ist. Der Spitzenwert scheint bei 110 kW zu liegen, was mit den Mercedes-Daten übereinstimmt. Die Ladeleistung nimmt ab 50 Prozent Ladezustand (SOC) allmählich ab, und dann noch mehr nach etwa 85 Prozent SOC. Nichtsdestotrotz liegt sie auch bei 90 Prozent SOC noch bei 50 kW.

Laut Hersteller soll eine Schnellladung mit Gleichstrom (DC) von 10 auf 80 Prozent SOC etwa 45 Minuten dauern. Außerdem gibt es ein dreiphasiges 11-kW-Bordladegerät.

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Durchschnittliche Ladeleistung bei 20-80% SOC 

Die durchschnittliche Ladeleistung im wichtigen Bereich von 20 bis 80 Prozent SOC beträgt 95 kW, was 86 Prozent des Spitzenwertes entspricht. Ein hervorragendes Ergebnis.

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C-Raten im Verlauf des Ladevorgangs

Eine wichtige Größe beim Laden ist die maximale C-Rate*. Dabei gibt die C-Rate an, wie sich die Ladeleistung zur Gesamtkapazität des Akkus verhält. Zum Beispiel liegt die C-Rate bei 1 (meist als 1C angegeben), wenn ein 50-kWh-Akku mit 50 kW geladen wird, so dass er nach einer Stunde voll ist. Bei 2C wäre der Akku in einer halben Stunde voll, wofür 100 kW Ladeleistung nötig wären.

Beim EQV mit seiner 100-kWh-Batterie liegt die C-Rate bei etwa 1,1C. Das ist nicht besonders viel, zumal ein Puffer von 10 kWh vorhanden ist. Die durchschnittliche C-Rate beim Laden von 20 auf 80 Prozent SOC beträgt 0,95C.

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Wie schnell wird Reichweite nachgeladen?

Aus der WLTP-Reichweite von 356 km und der verfügbaren Batteriekapazität von 90 kWh berechnet sich ein Energieverbrauch von 253 Wattstunden pro Kilometer. Beim Laden von 20 auf 80 Prozent werden durchschnittlich 6,2 Kilometer pro Minute nachgeladen.

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Vergleich mit anderen Elektroautos

Mercedes-Benz EQV (2020) im Test
Mercedes EQV
Mercedes-Benz EQC 400 4MATIC
Mercedes EQC 400 4Matic

Vergleich der Ladeleistung

Der EQV hat eine deutlich größere Batterie als der Mercedes EQC, aber beim Laden ist der EQC ein klein wenig schneller als der EQV: Das SUV lädt mit ein paar kW mehr in der Spitze. Auch beim Laden von 20 auf 80 Prozent bietet er im Durchschnitt ein paar kW mehr, nämlich 100 statt 95 kW.

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Vergleich der Ladegeschwindigkeit

Der EQC besitzt einen 85-kWh-Akku, die nutzbare Kapazität liegt bei etwa 80 kWh. Was die Ladegeschwindigkeit angeht, arbeitet die Batterie im EQC tatsächlich härter als der Akku im EQV. Die C-Rate ist höher:

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Vergleich zum Nachladen von Reichweite

Das letzte Diagramm zeigt die Geschwindigkeit beim Nachladen von Reichweite in Kilometer pro Minute. Aufgrund der großen Unterschiede beim Stromverbrauch gewinnt der EQC leicht jedes Langstreckenrennen, weil er an der Ladesäule die Reichweite viel schneller wieder herstellt:

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Anmerkungen:

* Einige Werte in den Diagrammen sind Schätzungen aus der Datenquelle.

** Die Temperatur der Batteriezellen kann die Ladefähigkeit stark negativ beeinflussen. Daten über die Temperatur der Batterie zu Beginn und während des Ladevorgangs fehlen jedoch. Bei niedrigen und hohen Außentemperaturen sowie nach sehr dynamischer Fahrt kann die Ladeleistung deutlich niedriger sein als in den Diagrammen angegeben. In extremen Fällen kann der Ladevorgang sogar ganz unmöglich sein.

Bildergalerie: Mercedes-Benz EQV (2020)