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VW Power Day: Das Aufladen könnte eines Tages kostenlos sein
Bidirektionales Laden könnte die Ladekosten auf null senken, glaubt VW

Stefan Leichsenring 
Von: Stefan Leichsenring
16. Mär. 2021 um 16:57 Uhr
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Die gestrige Online-Event VW Power Day dauerte rund zwei Stunden, und die waren gespickt mit Informationen. Der letzte Teil befasste sich mit dem Thema Aufladen. Hier stellte VW vor allem seine faszinierenden Visionen zum Thema bidirektionales Laden vor, aber auch andere Themen.
Zunächst präsentierte VW-Technikvorstand Schmall die Ladeeinrichtungen von VW, darunter der Laderoboter, der 2025 starten soll, eine bidirektionale Wallbox und eine Aufladelösung für Länder mit schlecht ausgebautem Stromnetz: eine netzunabhängige Ladestation, die den Strom zum Aufladen aus einem 150 kWh großen Akku holt.

VW-Ladegeräte: Normale Wallbox, BiDi-Wallbox, netzunabhängige Ladestation und Laderoboter
Die beiden letztgenannten Produkte gehören schon zu der Vision, die die neue VW-Verantwortliche für den Bereich Laden, Elke Temme, präsentierte: der Vision vom bidirektionalen Laden. Die Idee ist einfach: Elektroautos können Strom nicht nur verbrauchen, sondern auch ins Stromnetz zurück speisen. Ein Elektroauto könnte also in Zukunft so etwas wie eine rollende Powerbank sein. Und das ist keine ferne Zukunft, denn schon ab 2022 sollen die Autos auf MEB-Basis das bidirektionale Laden beherrschen.

Alles das soll eine Energiemanagement-Software möglich machen, die in der Elli-Cloud läuft. Dabei ist Elli (Electric Life) die Ladesparte von VW. Die Software verbindet das intelligente Auto und das Smart Home miteinander. So könnte ein VW ID.3 mit einer vollen 77-kWh-Batterie ein Haus für fünf Tage mit Strom versorgen. Der Strom würde aber auch noch reichen, um mit dem Auto fünf Tage lang zur Arbeit und zurück zu fahren, wenn man täglich 40 km zurücklegt (also 200 km an fünf Tagen). Aber damit nicht genug, VW will das Konzept auch auf Flotten, Wohnanlagen und Fabrikgelände ausweiten.

Das ganze könnte sich finanziell für den Autobesitzer lohnen, so dass das Aufladen eines Tages kostenlos sein könnte, so die Vision von VW. Denn Elektroauto-Besitzer müssten natürlich Geld dafür bekommen, dass sie den Akku ihres Fahrzeugs für die Zwischenspeicherung von elektrischer Energie zur Verfügung stellen. Denn die zusätzlichen Ladezyklen verringern die Lebensdauer des Akkus. Erst recht werden sie Geld dafür bekommen, wenn der Strom aus der Solaranlage des Autobesitzers kommt.

Derzeit testet VW das Konzept in Wolfsburg. Das Pilotprogramm umfasst 1.250 Wohnungen, 2 Megawattstunden an Speicherkapazität, 270 bidirektionale Wallboxen und Photovoltaik mit einer Spitzenleistung von 720 kW. Der ID.3 soll die von den Solarpanelen erzeugten Strom speichern und sie an Häuser und Netze zurückgeben, wenn das Auto nicht genutzt wird.

Was die Energieversorgung im Großen angeht, so könnte das bidirektionale Laden ebenfalls helfen. Denn 6,5 Terawattstunden elektrische Energie gehen pro Jahr in Deutschland verloren, weil der von Wind- und Solaranlagen produzierte Strom gerade nicht gebraucht wird und auch nicht gespeichert werden kann. Diese Energie würde ausreichen, um 2,7 Millionen Elektroautos für ein Jahr mit Strom zu versorgen. Das Problem besteht also nicht darin, dass wir zu wenig erneuerbare Energie erzeugen, so Temme.

Ein Teil dieser Energie könnte auch in Akkus gespeichert werden, die nicht mehr für den Einsatz in Elektroautos taugen. In ihrer "Second Life"-Phase sollen die Batterien als stationäre Energiespeicher dienen. Eine weitere Verwendungsmöglichkeit sind Ladestationen wie die anfangs gezeigte.

Mehr zum VW Power Day:
VW Power Day: Sechs Batteriewerke à 40 GWh bis 2030 geplant
VW Power Day: Die Konzern-Pläne für die Batteriechemie
Hier können Sie sich die Veranstaltung im (englischsprachigen) Original ansehen, beginnend mit dem Teil zum bidirektionalen Laden:
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Bildergalerie: VW Power Day 2021: Alle Charts

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