Erste Bilder vom 4,68 Meter langen Riesenbaby mit Stern

Die ersten EQAs rollen gerade zu den europäischen Händlern, der EQS wurde am Donnerstag vorgestellt, und schon folgt das nächste Mitglied der schwäbischen Elektroauto-Familie: Der EQB debütiert auf der Auto Shanghai (21. bis 28. April 2021).

Der EQB übernimmt die Rolle des Riesenbabys: Es handelt sich um ein Kompakt-SUV, aber eines von der großen Sorte, mit 4,68 Metern ist das Auto so lang wie ein Kia EV6 oder Jaguar I-Pace. Wie der Mercedes EQA basiert auch der EQB noch auf einer Verbrenner-Plattform - der gleichen, die auch die normale A-Klasse, den GLA und Konsorten trägt. Diese Plattform (mit Namen MFA2) ist jedoch flexibel. Und so ist der EQB nicht nur rund 20 Zentimeter länger als der EQA, sondern auch der Radstand ist um zehn Zentimeter länger.

Maße, Sitzsystem und Kofferraum

Außerdem gibt es ihn optional mit sieben Sitzen. Letzteres gibt es bislang nur selten. Uns fallen nur das Tesla Model Y und das (viel größere) Model X ein. Die Sitze in der dritten Reihe sind laut Mercedes allerdings nur bis zu einer Körpergröße von 1,65 Metern nutzbar.

Mercedes EQB (2021)

Der Kofferraum legt gegenüber dem EQA deutlich zu. Statt 340-1.320 Liter sind es hier 495-1.710 Liter beim Fünfsitzer. Auch als Siebensitzer hat das Auto noch mehr Stauraum als der EQA, nämlich 465-1.620 Liter.

Die Sitze in der zweiten Reihe sind im Verhältnis 1/3 zu 2/3 geteilt umklappbar. Optional sind sie längs um 14 Zentimeter verschiebbar. Damit kann der Kofferraum um bis zu 190 Liter vergrößert werden.

Sogar für eine Familie mit Fünflingen hat der Siebensitzer Platz, denn man kann vier Kindersitze in den Reihen zwei und drei montieren, und eineb weiteren auf dem Beifahrersitz.

Antrieb und Batterie

Zu den technischen Daten gibt es noch wenig Angaben.

In China wird der EQB als voll ausgestattetes Topmodell mit 215 kW eingeführt. Vermutlich handelt es sich dabei um die einzige Motorisierung, die Mercedes erwähnt: den EQB 350 4Matic. Bei dem Allradmodell liegt der Stromverbrauch nach WLTP-Norm bei 19,2 kWh/100 km, die WLTP-Reichweite beträgt 419 Kilometer.

Diese Version soll auch nach Europa kommen. Laut Mercedes wird man hierzulande von Anfang an die Wahl haben zwischen "mehreren Modellen mit Front- und Allradantrieb und verschiedenen Leistungsstufen mit teilweise über 200 kW." Wir vermuten: Der 215 kW starke EQB 350 4Matic wird die Topversion sein, daneben könnte es den 140 kW starken Antrieb aus dem EQA 250 geben.

Wie der EQA bekommt auch der EQB einen Akku mit 67 kWh netto. Eine besonders reichweitenstarke Version ist geplant, doch Näheres verrät Mercedes noch nicht. Um den (von uns vermuteten) EQB 250 wird es sich wohl nicht handeln, denn der käme wegen der größeren Karosserie nicht so weit wir der EQA 250, und der schafft nur 428 km. Um deutlich weiter zu kommen, müsste Mercedes schon eine Batterie mit mehr Speicherkapazität einbauen.

Aufgeladen wird der EQB wie der EQA mit bis zu 11 kW Wechselstrom und bis zu 100 kW Gleichstrom. Die Ladezeit beträgt dann rund 30 Minuten (10-80 Prozent). Zum Vergleich: Der Audi Q4 e-tron lädt mit bis zu 125 kW, der Hyundai Ioniq 5 mit seiner 800-Volt-Architektur sogar mit bis zu 350 kW.

Bildergalerie: Mercedes EQB (2021)

Optik

Der Look ähnelt stark dem des EQA, nur fällt das Heck viel kantiger aus und die Frontscheibe steht senkrechter, vermutlich auch der "Grill":

Mercedes EQA 250 (2021)
EQA
Mercedes EQB (2021)
Mercedes EQB (2021)

Der Neuling hat den gleichen, glänzend schwarzen und verschlossenen "Black Panel"-Grill mit Stern in der Mitte und zwei silbernen Lamellen. Auch die Frontschürze ist identisch und sogar die kupferfarbenen Felgen. Wie alle Elektro-Mercedesse hat der EQB auch ein durchgehendes Lichtband an Front und Heck.

Mercedes EQB (2021)

Das Cockpit ist mehr oder weniger mit dem des EQA identisch. Es gibt die bekannten beiden großen Displays, die optisch zum Widescreen verschmelzen, dazu kommen fünf Luftausströmer in Turbinen-Optik.

Mercedes EQB (2021)
EQB mit "normalem" Cockpit
Mercedes EQB (2021)
EQB mit roségoldfarbenen Akzenten und hinterleuchtetem Zierteil

Ansonsten setzt Mercedes auf die bewährte Farbton-Kombination Schwarz-Silber. Je nach Design- und Ausstattungslinie gibt es auf der rechten Seite eine hinterleuchtete Zierleiste und roségoldfarbene Zierelemente.

Aerodynamik

Die kantigen Formen und die ziemlich senkrecht stehenden Scheiben vorne und hinten sind gut für den Innenraum, aber schlecht für die Aerodynamik. Seltsamerweise sind die angegebenen Aerodynamik-Werte aber nicht schlecht:

  cW-Wert (Bestwert) Stirnfläche A cW x A
EQA 0,28 2,47 m2 0,69 m2
EQB 0,28 2,53 m2 0,71 m2
EQC 0,27 2,67 m2 0,72 m2
VW ID.4 0,28 k.A. k.A.
Tesla Model Y 0,23 2,54 m2 0,58 m2
Nissan Ariya 0,30 k.A. k.A.

Der EQB ist nach den Angaben von Mercedes beim cW-Wert also nicht schlechter als der EQA, nur die Stirnfläche ist etwas größer. Das kommt uns seltsam vor, aber vielleicht liegt es ja an den aerodynamischen Maßnahmen, die Mercedes ergriffen hat. Dazu zählen eine geschlossene Kühlluftführung im oberen Bereich, effiziente Front- und Heckschürzen, ein glatter Unterboden, spezielle Aero-Räder sowie Radspoiler vorne und hinten.

Wie sich die Aerodynamik auf die Reichweite auswirkt, zeigt die Faustformel eines Mercedes-Fachmanns:

"Senken Sie den cW-Wert um ein Hundertstel, steigt die Reichweite im NEFZ um knapp 1 Prozent, im WLTP um 1,3 Prozent. Wenn Sie Autobahn fahren sind es sogar +2 Prozent und bei sehr hohen Geschwindigkeiten bis zu +3 Prozent." (Mercedes-Aerodynamik-Chef Teddy Woll)

Die Differenz von 0,05 zwischen dem Model Y und dem EQA bringt also 6,5 Prozent mehr Reichweite. Bei beispielsweise 400 km ist das ein Plus von 26 Kilometern - nicht wenig, aber auch nicht überwältigend. Zur Auswirkung des Wertes cW x A äußerte sich Woll leider nicht.

Marktstart und Ausblick

Nach Europa kommt der EQB Ende 2021. Während die (ebenfalls noch 2021 startende) China-Version bei Beijing Benz Automotive Co. (BBAC) gebaut wird, einem Joint Venture zwischen Daimler und BAIC, kommt die europäische Version aus dem ungarischen Kecskemét. Der verwandte EQA wird dagegen in Rastatt gebaut.

Im Jahr 2021 stellt Mercedes insgesamt vier neue Elektroautos vor: Im Januar wurde der EQA präsentiert, der EQS und der EQB wurden jetzt im April gezeigt. Im September folgt noch die Vorstellung des EQE. Die angekündigten SUV-Versionen von EQS und EQE werden also erst 2022 präsentiert.

Technische Daten des Mercedes EQB

  • Antrieb: mehrere Front- und Allradantriebe, bis über 200 kW (in Europa)
  • Akku/Reichweite: 67 kWh netto / k.A. (in Europa)
  • Aufladen: bis 11 kW AC, bis 100 KW DC (in Europa)
  • Ladezeit: rund 30 Minuten (10-80 Prozent) mit 100 kW (in Europa)
  • Maße: 4.684 mm Länge / 1.834 mm Breite / 1.667 mm Höhe / 2.829 mm Radstand
  • Kofferraum: 495-1.710 Liter (Fünfsitzer) bzw. 465-1.620 Liter (Siebensitzer)
  • Marktstart: Ende 2021 (in Europa)

FAQ

Wann startet der Mercedes EQB?

Marktstart in Europa für das kantige Elektro-SUV mit sieben Sitzen soll Ende 2021 sein.

Wie sind die Maße des Mercedes EQB?

Der EQB ist 4,68 Meter lang, 1,84 Meter breit und 1,67 Meter hoch. Damit ist er etwa so lang wie ein Jaguar I-Pace, Kia EV6 oder Ford MUstang Mach-E.

Wie viele Sitze hat der Mercedes EQB?

In China hat der EQB serienmäßig sieben Sitze, in Europa gibt es ihn serienmäßig mit fünf und optional mit sieben Sitzen.

Welche Antriebe bekommt der Mercedes EQB?

In Europa soll man die Wahl zwischen mehreren Front- und Allradvarianten mit bis zu über 200 kW Leistung haben. Dazu gehört auf jeden Fall der EQB 350 4Matic mit wahrscheinlich 215 kW. Dazu könnte der 140 kW starke Frontantrieb aus dem EQA 250 kommen. Als Batterie wird in Europa der vom EQA bekannte 67-kWh-Akku eingesetzt.

Welchen cW-Wert hat der Mercedes EQB?

Den cW-Wert gibt Mercedes mit 0,28 an, die Stirnfläche mit 2,53 Quadratmetern. Damit ist der "Windschlüpfigkeitsfaktor" genauso groß wie beim EQA, die Stirnfäche aber etwas größer.