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Brandrisiko bei EQA und EQB: Mercedes wohl vor großem Rückruf

Erst wollte Mercedes das Problem in Deutschland mit Software-Updates lösen, nun kommen wohl doch wie in den USA und in China neue Akkus

Mercedes EQA 250 (2021)

Mercedes startet in Deutschland wohl doch den Austausch der Hochvoltbatterien bei EQA 250+ und EQB 250+. Werkstätten erhielten am Montag die Information, betroffene Fahrzeuge mit problematischen Farasis-Akkus komplett umzurüsten. Ein offizieller Rückruf des Kraftfahrt-Bundesamts steht kurz bevor, wie mbpassion.de exklusiv berichtet.

Die betroffenen Modelle EQA 250+ und EQB 250+ nutzen 70,5-kWh-Batterien des Herstellers Farasis. Schwankungen im Produktionsprozess können in Kombination mit Überlastung einzelner Zellen ein erhöhtes Brandrisiko auslösen. Mercedes reagierte bisher nur mit Software-Updates, welche die Ladekapazität und Ladeleistung reduzierten. Diese Maßnahme galt intern als Übergangslösung, nicht als technische Endlösung. Jetzt folgt der vollständige Austausch der Batteriepakete.

Mercedes EQA 250 (2021)

Laut dem Bericht von MBPassion.de dauert der Tausch pro Fahrzeug rund acht Stunden in der Werkstatt. Mercedes demontiert das komplette Batteriepaket und ersetzt es durch eine neue Einheit. Welcher Hersteller die neuen Akkus liefert, bleibt vorerst unbekannt. Betroffene Kunden werden schriftlich benachrichtigt und können Termine in autorisierten Werkstätten vereinbaren. Die Kosten trägt der Hersteller vollständig.

Deutschland folgt damit China und den USA, wo Mercedes den Batteriewechsel bereits kommuniziert und teilweise durchgeführt hat. In China ruft der Joint-Venture-Partner Beijing Benz insgesamt 19.481 Fahrzeuge zurück, die zwischen dem 1. April 2021 und dem 12. März 2024 produziert wurden. Bis zum Tausch sollen Besitzer ihre Fahrzeuge nur bis 80 Prozent laden und möglichst im Freien parken, berichtet mbpassion.de.

Mercedes EQB Facelift (2024)
Bild von: Mercedes-Benz

Auch in den USA laufen Rückrufe für den EQB 250+ sowie frühe Baujahre des EQB 300 4MATIC und EQB 350 4MATIC mit Farasis-Batterien. Die zuständige US-Behörde empfiehlt ebenfalls, den Ladezustand auf 80 Prozent zu begrenzen und Fahrzeuge nicht direkt an Gebäuden abzustellen. Konkrete Stückzahlen veröffentlichte Mercedes für den US-Markt bisher nicht.

Für deutsche Kunden bringt der Batterietausch spürbare Verbesserungen. Die bisherigen Software-Limitierungen reduzierten Reichweite und Ladeleistung teils deutlich. Mit neuen Akkus sollen beide Parameter auf das ursprüngliche Niveau zurückkehren. Das dürfte auch den Wiederverkaufswert der betroffenen Fahrzeuge stabilisieren. Zudem beseitigt Mercedes nun die Ursache des Problems technisch, statt es nur softwareseitig zu verwalten.