Es gibt Nasenlader, Linkslader und Rechtslader, wobei sich sicher auch noch Untergruppen aufstellen ließen. So liegt der Ladeanschluss bei Tesla ganz hinten links und beim Hyundai Ioniq 5 ganz hinten rechts an der Ecke. Aber was ist die ideale Position für den Ladeanschluss? Über diese Frage wird in der Szene schon länger diskutiert.

Nasenlader mit dem Anschluss vorne (wie zum Beispiel beim VW Passat GTE oder der Kia e-Soul) haben einen Vorteil, wenn man direkt auf eine Ladesäule zufahren kann. Solche Säulen sind wohl meist Schnelllader, weswegen diese Position bei einem Plug-in-Hybrid wie dem Passat GTE eigentlich nicht viel Sinn ergibt.

Nasenlader: Ein VW Passat GTE, bei dem die Strippe trotz ungünstiger Säulenposition lang genug war
Nasenlader: Ein VW Passat GTE, bei dem die Strippe trotz ungünstiger Säulenposition lang genug war

Bei einem Nasenlader ist der Weg zu einer rechts oder links am Straßenrand stehenden Säule gleich weit, was ein Vorteil ist. Nachteil ist aber, dass vorne genug Platz zum Vordermann gelassen werden muss – was bei langen Autos wie dem Passat nicht immer leicht fällt.

Auch in der Garage ist ein langer Nasenlader ein Problem, da man dann nicht nah an die frontale Wand hinfahren kann – so dass das Heck des Autos dann hinten heraussteht. Ein weiterer Nachteil des Nasenladers soll sein, dass die Klappe im Winter leicht zufriert, wie es Elektroauto-Tester Bjørn Nyland einmal erging:

  • Nasenlader sind zum Beispiel: Aiways U5, Dacia Spring, MG ZS EV, Kia e-Soul und e-Niro, Hyundai Kona Electric, Nissan Leaf, Renault Zoe, VW Passat GTE

Die meisten Ladesäulen am Straßenrand dürften wohl rechts stehen, was Rechtsladern einen Vorteil beschert, weil das Kabel nicht um das Auto herum oder obendrüber gelegt werden muss. Linkslader sieht man zumindest in München auch mal falsch herum am Straßenrand stehen – auch eine Möglichkeit, das Problem zu lösen, aber keine legale und auch keine ungefährliche, wenn man an das Ausparken denkt: Wenn kein Beifahrer an Bord ist, lässt sich die Straße schlecht einsehen.

Linkslader verkehrt herum am Fahrbahnrand
Linkslader verkehrt herum am Fahrbahnrand
  • Rechtslader sind zum Beispiel: Audi e-tron, Audi Q4 e-tron, BMW i3, iX3 und iX, Fiat 500 e, Hyundai Ioniq 5, Kia EV6, Mazda MX-30, Mercedes EQA und EQC, Skoda Enyaq, VW ID.3 und ID.4, Tesla Model 3

In einer engen Garage dagegen ist ein Rechtslader eher im Nachteil. Hier kommt es natürlich darauf an, wo die Wallbox installiert ist. Aber wenn man noch keine Wallbox hat, ist es wohl praktischer, diese auf der Fahrerseite anbringen zu lassen. Denn links wird meist zum Aussteigen mehr Platz zur Wand gelassen. Dabei bleibt dann automatisch auch Platz für Kabel und Stecker. Das heißt: In der Garage sind die Linkslader im Vorteil. Es sei denn, man parkt ohnehin lieber rückwärts ein.

Linkslader: Die Strippe reicht bis zur Wallbox an der rechten Wand
Linkslader: Eine lange Strippe reicht auch bis zur Wallbox an der rechten Wand
  • Linkslader sind zum Beispiel: BMW i8, Citroen e-C4, Ford Mustang Mach-E, Hyundai Ioniq, Jaguar I-Pace, Opel Corsa-e und Mokka-e, Peugeot e-208 und e-2008, Polestar 2, Tesla Model 3, Volvo XC40 PHEV

Richtig kompliziert wird es bei Doppelgaragen, die von zwei Elektroautos belegt werden. Solange man einen Links- und einen Rechtslader hat, kann man einfach links und rechts eine Wallbox installieren. Aber was, wenn das E-Auto gewechselt wird? Oder wenn ein drittes Auto noch ins Spiel kommt, das manchmal in die Garage gestellt wird.

Porsche hat eine recht pfiffige Lösung für das Problem gefunden: Der Taycan hat zwei Ladeanschlüsse, einen links und einen rechts. Beide Anschlüsse eignen sich für Wechselstrom, rechts gibt es zudem einen für Gleichstrom. Hintergedanke: Links braucht man einen Anschluss für die Wallbox in der Garage, die meisten Ladesäulen (AC wie DC) am Straßenrand stehen aber rechts.

Porsche Taycan (2021)
Der CCS-Ladeanschluss beim Taycan ist rechts, links gibt es einen Typ-2-Anschluss

Ein Kuriosum sollte hier nicht fehlen: Es gibt auch Hecklader (vielleicht auch Hinterlader?). Der Pininfarina Battista hat den Stromanschluss tatsächlich ganz hinten. Grund laut Pininfarina: So liegt das Stromkabel im Showroom garantiert nie über der schicken Karosserie.

  • Hecklader: Pininfarina Battista

Und was sagen die wirklichen Experten, die Eigentümer von E-Autos? In einschlägigen Elektroauto-Foren hat man den Eindruck: Es gibt keinen Konsens über die ideale Position des Ladeanschlusses. Schlaumeier sagen: Bitte an jeder Ecke des Autos einen.

Eine andere Antwort, eher mit resigniertem Unterton, ist: Es gibt keine richtige Position. Denn immer wieder findet man sich in einer Situation, wo der Anschluss an der falschen Ecke ist. In der Einbahnstraße zum Beispiel sind die Ladesäulen manchmal auch links. Das zum Trost für alle, die glauben, der Ladeanschluss bei ihrem Auto wäre falsch positioniert.