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Für eine persönlichere Erfahrung

Mercedes VLE (2026) jetzt auch als Allradler konfigurierbar

Die neue Allradversion des elektrischen 800-Volt-Luxusvans kann bis zu 2,5 Tonnen schwere Anhänger ziehen

Mercedes VLE (2026)
Bild von: Mercedes-Benz
Stefan Leichsenring Stefan Leichsenring

Der Mercedes VLE wurde bereits am 10. März 2026 vorgestellt; seit April ist er bestellbar. Konfigurierbar war allerdings bisher nur der Fronttriebler VLE 300, nun kam der VLE 400 4Matic mit Allradsystem hinzu. Die Preise beginnen bei 78.452 Euro für den Fünfsitzer bzw. bei 78.909 Euro für den Sechssitzer – beides inklusive Mehrwertsteuer. Als Siebensitzer ist die Allradversion nicht verfügbar.

Der VLE gilt als Nachfolger des EQV, ist aber deutlich nobler. Er soll die Agilität und den Langstreckenkomfort einer Premium-Limousine mit Platz für bis zu acht Insassen kombinieren, und das bei großen Reichweiten. Der VLE ist das erste Modell auf Basis der neuen Plattform EA.Van, die künftig alle Mercedes-Vans tragen soll – sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich.


Antriebe/Batterie | Preise/Ausstattungen | Exterieur | Interieur | Fahrwerk 


Bildergalerie: Mercedes VLE (2026)

Antriebe und Batterie

Zum Start gab es nur den VLE 300 mit 203-kW-Frontantrieb, nun ist auch der Allradler konfigurierbar. Er bietet nicht 305 kW Systemleistung wie angekündigt, sondern 310 kW. Beide Motorisierungen erhalten die gleiche Batterie mit 115 kWh.

  VLE 300 Standard VLE 400 4Matic Standard
Antrieb FWD 203 kW AWD 310 kW
0–100 km/h / Vmax k.A. / 180 km/h 6,5 Sek. / 180 km/h
WLTP-Verbrauch 19,4 kWh/100 km 20,4 kWh/100 km
Akku netto 115 kWh (NMC) 115 kWh (NMC)
WLTP-Reichweite 678 km 644 km
Max. Ladeleistung AC / DC 11 (optional 22) kW / 300 kW 11 (optional 22) kW / 300 kW
Max. Anhängelast k.A. 2.500 kg

Die Reichweite der VLE-Standardversion wird im Konfigurator nun nicht mehr mit 713 km, sondern mit 678 km angegeben. Der Allradler liegt mit 644 km etwas darunter, da er eine Kilowattstunde mehr Energie pro 100 km verbraucht. Der Allradler kann Anhänger bis zu 2,5 Tonnen ziehen und hat eine Stützlast von 100 Kilogramm. Wie groß die entsprechenden Werte beim Fronttriebler sind, teilt Mercedes nicht mit. 

Der VLE besitzt einen von Mercedes selbst entwickelten Antrieb mit Permanentmagnet-Synchronmotor (PSM) an der Vorderachse. Der Allradler verfügt über einen weiteren PSM an der Hinterachse. Dieser wird nur dann über eine mechanische Kupplung (Disconnect Unit, DCU) zugeschaltet, wenn er benötigt wird. Zum niedrigen Verbrauch trägt auch der Siliciumcarbid-Inverter bei. Ob das beim Allradler auch für die Hinterachse gilt, bleibt offen. 

Die Batterie wird dank 800-Volt-System mit bis zu 300 kW geladen. Die Ladedauer wird nicht mitgeteilt, doch soll der VLE in 15 Minuten Strom für eine WLTP-Reichweite von bis zu 355 Kilometern nachladen können. An 400-Volt-Säulen wie den Superchargern von Tesla kann man (wie beim CLA EQ) nur laden, wenn man den DC-DC-Wandler für 622 Euro dazubestellt. Damit sind laut Konfigurator aber nur 90 kW möglich. Alternativ kann man mit Wechselstrom laden, wobei serienmäßig 11 und optional 22 kW unterstützt werden.

An 400-Volt-Säulen kann man nur optional und auch dann nur mit 90 kW laden (Screenshot aus dem Konfigurator)
Bild von: Mercedes-Benz

An den Kathoden der Batterie kommt eine NMC-Chemie mit niedrigem Cobalt-Anteil zum Einsatz, an den Anoden wird Graphit mit Siliciumoxid-Anteil verwendet. Die Hochvoltbatterie lässt sich reparieren, was wohl bedeutet, dass sie wie üblich aus Zellen und Modulen aufgebaut ist und keine Cell-to-Chassis-Architektur besitzt. Der VLE ist für das bidirektionale Laden vorbereitet.

Preise und Ausstattung

Während zum Marktstart im März nur zwei vorkonfigurierte Versionen des VLE angeboten wurden, ist die Variantenvielfalt im Konfigurator inzwischen groß. Zuerst muss man sich entscheiden, ob man den VLE völlig frei konfigurieren möchte, ob man eine Version bis 3,5 Tonnen sucht, die man mit dem normalen Autoführerschein fahren darf, oder eine von drei fertigen Versionen über 3,5 Tonnen wählt:

- "Der Alltagsheld" (3,5-3,78 Tonnen) ab 81.027 Euro
- "Der dynamische Innovator" (3,5-3,78 Tonnen) ab 90.322 Euro
- "Der Grand Exclusive" (3,78 Tonnen) ab 124.057 Euro

Während man die schwere Variante mit fünf, sechs, sieben und acht Sitzen bestellen kann, gibt es den 3,5-Tonner nur mit maximal sieben Sitzen. Zudem gibt es noch verschiedene Ausstattungsversionen. Für den VLE 300 ergeben sich schon zwölf Varianten:

  VLE 300 3,5 to Fünfsitzer VLE 300 3,5 to Sechssitzer VLE 300 3,5 to Siebensitzer
Serienversion 70.735 Euro 71.188 Euro 71.708 Euro
AMG Line + 2.657 Euro + 2.657 Euro + 2.657 Euro
AMG Line Plus + 6.093 Euro + 6.093 Euro + 6.093 Euro
Exclusive + 3.380 Euro + 3.380 Euro + 3.380 Euro

Den VLE 400 4Matic gibt es nur als Fünf-und Sechssitzer. Die Ausstattungsversionen sind die gleichen, obwohl sich die Aufpreise leicht unterscheiden:

  VLE 400 4Matic
3,5 to Fünfsitzer
VLE 400 4Matic
3,5 to Sechssitzer
Serienversion 78.452 Euro 78.909 Euro
AMG Line + 2.685 Euro + 2.685 Euro
AMG Line Plus + 6.158 Euro + 6.158 Euro
Exclusive + 3.416 Euro + 3.416 Euro

Allgemein sind die Preise niedriger als noch im Juli. Das kommt daher, dass bisher serienmäßige Elemente nun optional zur Wahl stehen, was den Einstieg günstiger macht. So steht neben dem Luftfahrwerk nun auch das einfachere "Komfortfahrwerk" zur Verfügung. Außerdem kann man beim Bordlader nun zwischen 11 und 22 kW wählen.

Seit Juli bestellbar sind die Varianten AMG Line und AMG Line Plus. Sie bieten beide einen AMG-Kühlergrill, AMG-Stoßfänger in Wagenfarbe mit AMG-spezifischen Lufteinlässen und AMG-Fußmatten. Die AMG Line setzt auf Chromakzente am Grill und einen beleuchteten Chromrahmen, Alu-Leisten sowie 20-Zoll-AMG-Räder im Fünf-Speichen-Design. Innen gibt es Sitze mit Ziernähten und Zierelemente aus gebürstetem Aluminium. Für die AMG Line gibt es optional das Night-Paket mit schwarzen Designelementen.

Die AMG Line Plus setzt auf dem Night-Paket auf und bietet weitere schwarze Elemente, darunter schwarze Grill-Lamellen, einen beleuchteten Grillrahmen in Dark Chrome und Türgriffe ebenfalls in Dark Chrome. Hier werden schwarze 21-Zöller im Fünf-Doppelspeichen-Design montiert. Im Interieur gibt es rote Ziernähte, rote Sicherheitsgurte und Zierelemente in Carbonfaser-Optik. 

Außerdem sind noch die vier Ausstattungspakete Advanced, Advanced-Plus, Premium und Premium-Plus sowie diverse Einzel-Extras erhältlich.

Im Jahr 2027 folgen noch eine Langversion, die knapp 18 cm mehr messen soll, und der VLE 250 mit einer 80 kWh großen LFP-Batterie – mit der Wahl zwischen Front- und Allradantrieb. Mit Frontantrieb als Fünfsitzer soll es den 250er ab 64.804 Euro geben, als Sechssitzer ab 65.261 Euro.

Exterieur

Mit 5,31 Metern in der Standardversion ist der VLE noch länger als der EQS SUV, der es auf 5,13 Meter bringt. Das Modell ist unseres Wissens sogar der größte Elektro-Pkw auf dem Markt.  

  Länge Breite Höhe Radstand
Mercedes VLE Standard 5.309 mm 1.999 mm 1.951 mm 3.342 mm

Die Optik des Neulings wird vorn durch den riesigen Grill bestimmt, der zudem noch durch eine Lichtlinie als Rahmen hervorgehoben wird. Dazu kommt eine Lichtsignatur mit zwei Sternen pro Seite. Anders als etwa beim GLC EQ gibt es zwischen den Scheinwerfern und über dem Grill außerdem eine durchgehende Lichtlinie. Seitlich hat der VLE Schiebetüren auf jeder Seite, auf Wunsch mit Hands-Free Access. Die Schiebetüren verfügen über vollständig versenkbare Fenster. 

Am Heck fällt der bogenförmige Abschluss der Seitenfenster auf. Hinten gibt es senkrecht angeordnete Rückleuchten, die durch die Lichtleiste oben zu einem Rundbogen ergänzt werden. Zu den Besonderheiten gehört, dass man die Heckscheibe separat öffnen kann. Außerdem hat der VLE bündig in die Karosserie eingelassene Türgriffe, die bei Bedarf elektrisch ausfahren.

Mercedes VLE 300 (2026)
Bilder von: Mercedes-Benz
Mercedes VLE 300 (2026)
Bilder von: Mercedes-Benz

Interieur

Innen gibt es einen MBUX-Superscreen, der aus drei Bildschirmen besteht: einem 10,25-Zoll-Instrumentendisplay, einem 14-Zoll-Touchscreen und einem weiteren 14-Zoll-Monitor für den Beifahrer oder die Beifahrerin. Als Betriebssystem für das Infotainment und die Assistenzsysteme wird das neue MB.OS verwendet. Die Navigation nutzt Google Maps.

Mercedes VLE 300 (2026)

Laderoutenplanung von Stuttgart nach Nordspanien mit sechs Ladestopps, die von Google Maps errechnet wurden

Bild von: Mercedes-Benz

Die Luftausströmer links und rechts am Armaturenbrett bieten eine leuchtende Umrahmung, welche die Ambientebeleuchtung ergänzt. Diese zeigt auch die Konturen der "zweigeschossigen" Mittelkonsole, die oben zwei Handy-Schalen und unten ein beleuchtetes Fach für Kleinkram enthält. Das Lenkrad besitzt links eine Wippe und rechts ein Bedienröllchen. Über den Insassen spannt sich von der zweiten Sitzreihe bis zum Heck ein Sky-View-Glasdach. Und je nach gewählter Mittelkonsole besteht freier Zugang vom Cockpit in den Fond.

Mercedes VLE 400 (2026)
Bild von: Mercedes-Benz

Die Sitzkonfigurationen reichen von fünf bis acht Sitzen, wahlweise als Einzelsitze oder Dreierbänke. Die hinteren Sitze lassen sich auch verschieben, vis-à-vis anordnen oder bei Bedarf entnehmen; dank der integrierten Rollen kann man sie danach in die Garage rollen. Bei drei Sitzreihen fasst der Kofferraum 795 Liter, bei komplett ausgebauten Rücksitzen 4.078 Liter.

Die Bilder zeigen zwei Einzelsitze in der zweiten Reihe, die sich durch ein Schienensystem längs verschieben lassen. Der rote VLE 400 4Matic besitzt auch in der dritten Reihe zwei Einzelsitze auf Schienen, während der beigefarbene VLE 300 dort eine Dreierbank hat, die ebenfalls längs verschiebbar ist. Hier sehen die Sitze in der zweiten Reihe besonders komfortabel aus. Zudem gibt es hier einen großen 31-Zoll-Bildschirm für die Fondpassagiere. Dank zahlreicher Streaming-Apps und Online-Diensten kann man sich darauf Filme ansehen oder Spiele spielen und mit der integrierten Kamera an Videokonferenzen teilnehmen.

Mercedes VLE 300 (2026)
Bilder von: Mercedes-Benz
Mercedes VLE 300 (2026)
Bilder von: Mercedes-Benz

Fahrwerk

Was das Fahrwerk angeht, so besitzt der VLE optional die Luftfederung Airmatic. Normale Luftfederungen senken das Fahrzeug ab einer bestimmten Geschwindigkeit ab und heben es bei niedrigem Tempo wieder an. Die neue Airmatic dagegen nutzt erstmals Daten von Google Maps und weiß dadurch, auf welcher Art von Straße (Autobahn, Landstraße oder innerorts) man sich befindet. So wird auf der Autobahn kontinuierlich die niedrige Fahrwerkshöhe beibehalten, auch wenn man zwischenzeitlich im Stau steht.

Die intelligente Fahrwerksregelung umfasst auch eine neue Car-to-X-Funktion, die deutlich mehr Komfort auf langen Speed-Bumps bieten soll, wie sie insbesondere in Südeuropa und den USA häufig vorkommen. Ist die neue Car-to-X-Funktion aktiviert, passt der VLE die Dämpfung kurz vor Erreichen der Schwelle automatisch an, was den Komfort besonders im Fond deutlich verbessert, verspricht Mercedes.

Mit der Luftfederung lässt sich die Fahrzeughöhe um 40 Millimeter anheben und absenken, um die Bodenfreiheit zu erhöhen oder den Einstieg zu erleichtern. Dies ist erstmals auch per Sprachsteuerung möglich, beispielsweise mit dem Befehl "Fahrzeug anheben".

Ebenfalls optional wird eine Hinterradlenkung eingebaut, die den Wendekreis von Bordstein zu Bordstein um 2 Meter auf 10,9 Meter und von Wand zu Wand auf 11,6 Meter verringert. Der Lenkwinkel der Hinterachse beträgt bis zu sieben Grad. Bei Geschwindigkeiten unter 60 km/h lenken die Hinterräder in die entgegengesetzte Richtung zu den Vorderrädern; das macht das Fahrzeug wendiger. Ab 60 km/h erfolgt der Einschlag in die gleiche Richtung wie bei den Vorderrädern, wodurch die Fahrstabilität bei Spurwechseln auf der Autobahn verbessert wird. Ein weiteres Plus ist die direktere Lenkübersetzung, die zu weniger Kurbelarbeit führt.

Außerdem verspricht Mercedes eine gute Schalldämmung, unter anderem durch Verbundglas sowie Elastomer-Lager zwischen Karosserie und Fahrwerk. Die Rotormagnete sind in einer Doppel-V-Konfiguration angeordnet, die Statorwicklungen verwenden sogenannte Chorded Coils. Beide Maßnahmen sorgen für einen außergewöhnlich leisen und dennoch effizienten Antrieb.

Das Werk Vitoria ist der erste Standort von Mercedes, an dem der VLE gefertigt wird. Ab Ende 2026 soll das Auto auch in Fuzhou vom Band laufen.

Bildergalerie: Mercedes VLE (2026) Serienproduktion im Werk Vitoria

Unter dem Strich

Der Mercedes VLE ist ein Riesentrumm von einem Elektroauto, bietet aber hohe Reichweiten und schnelles 800-Volt-Laden. So eignet sich das Modell wohl vor allem als nobles Reisegefährt für lange Autobahnstrecken. Nicht dazu passen will, dass man serienmäßig nicht am Tesla-Supercharger laden kann. Und wer daran gedacht hat, den DC-DC-Wandler zu bestellen, wird deutlich langsamer laden als die meisten 400-Volt-Kollegen.

Außen wirkt der Van durch den riesigen Grill für unseren Geschmack zu "statusorientiert", um es höflich auszudrücken. Innen bietet der Wagen Luxus auf Oberklasseniveau, bis hin zu den superweichen Kissen für die Kopfstützen, die aus der S-Klasse bekannt sind. Wie es sich für einen Van mit Transporter-Genen gehört, ist das Sitzsystem sehr variabel. Angetrieben wird der Neuling über die Vorderachse, was Platzvorteile hinten bringt.

Letzte Änderung am 15. September 2026: Allradversion aufgenommen