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Für eine persönlichere Erfahrung

Mercedes VLE (2026) jetzt auch als AMG Line und AMG Line Plus

Der elektrische Luxus-Van glänzt mit 800-Volt-Technik, bis zu 700 km Reichweite und noblem Interieur. Jetzt gibt es mehr Auswahl

Mercedes VLE (2026)
Bild von: Mercedes-Benz

Der Mercedes VLE wurde bereits am 10. März vorgestellt; seit dem 15. April 2026 ist er bestellbar. Nun ist die elektrische "Grand Limousine", wie das Modell offiziell bezeichnet wird, auch in den Varianten AMG Line und AMG Line Plus verfügbar, wie der Hersteller meldet.

Bisher war der VLE nur in der Serienversion sowie in der Topvariante Exclusive verfügbar, mit dem Start von AMG Line und AMG Line Plus stehen nun alle vier angekündigten Ausstattungsversionen zur Verfügung. Der Mercedes VLE ist inzwischen auch konfigurierbar – auch wenn der VLE-Konfigurator nicht leicht zu finden ist.

Der VLE gilt als Nachfolger des EQV, ist aber deutlich nobler. Er soll die Agilität und den Langstreckenkomfort einer Premium-Limousine mit Platz für bis zu acht Insassen kombinieren, und das bei großen Reichweiten. Der VLE ist das erste Modell auf Basis der neuen Plattform EA.Van, die künftig alle Mercedes-Vans tragen soll – sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich. Konfigurierbar ist bisher nur der Fronttriebler VLE 300 mit 203 kW und 115-kWh-Batterie für bis zu 713 km WLTP-Reichweite. Der VLE 400 4Matic mit Allradsystem soll aber noch 2026 folgen.


Preise/Ausstattungen | Antriebe/Batterie | ExterieurInterieur | Fahrwerk 


Bildergalerie: Mercedes VLE (2026)

Preise und Ausstattung

Ab Marktstart im März wurde der VLE zunächst nur in zwei hochwertigen Konfigurationen angeboten:

Ausstattung der beiden VLE-Modelle zum Bestellstart
Bild von: Mercedes-Benz

Inzwischen finden sich drei fertige Versionen im Konfigurator:

  • "der Alltagsheld" für 85.052 Euro
  • "der dynamische Innovator" für 93.149 Euro
  • "der Grand Exclusive" für 124.045 Euro

Wer seinen VLE 300 frei konfigurieren möchte, muss zuerst wählen zwischen der Variante bis 3,5 Tonnen, die man mit dem normalen Autoführerschein fahren darf, und einer schwereren Version. Während man die schwere Variante mit fünf, sechs, sieben und acht Sitzen bestellen kann, gibt es den 3,5-Tonner nur mit fünf, sechs und sieben Sitzen. Als Nächstes wählt man im Konfigurator die Ausstattung. Damit ergeben sich schon zwölf Varianten:

  3,5 to Fünfsitzer 3,5 to Sechssitzer 3,5 to Siebensitzer
Serienversion 77.896 Euro 78.348 Euro 83.164 Euro
AMG Line 80.553 Euro 81.005 Euro 84.973 Euro
AMG Line Plus 84.950 Euro 85.402 Euro 87.437 Euro
Exclusive 86.173 Euro 86.625 Euro 86.569 Euro

Die neuen Varianten AMG Line und AMG Line Plus bieten beide einen AMG-Kühlergrill, AMG-Stoßfänger in Wagenfarbe mit AMG-spezifischen Lufteinlässen und AMG-Fußmatten.
Die AMG Line setzt auf Chromakzente am Grill und einen beleuchteten Chromrahmen, Alu-Leisten sowie 20-Zoll-AMG-Räder im Fünf-Speichen-Design. Innen gibt es Sitze mit Ziernähten und Zierelemente aus gebürstetem Aluminium. Für die AMG Line gibt es optional das Night-Paket mit schwarzen Designelementen.

Die AMG Line Plus setzt auf dem Night-Paket auf und bietet weitere schwarze Elemente, darunter schwarze Grill-Lamellen, einen beleuchteten Grillrahmen in Dark Chrome und Türgriffe ebenfalls in Dark Chrome. Hier werden schwarze 21-Zöller im Fünf-Doppelspeichen-Design montiert. Im Interieur gibt es rote Ziernähte, rote Sicherheitsgurte und Zierelemente in Carbonfaser-Optik. 

Außerdem sind noch die vier Ausstattungspakete Advanced, Advanced-Plus, Premium und Premium-Plus sowie diverse Einzel-Extras erhältlich.

Im Jahr 2027 folgen noch eine Langversion, die knapp 18 cm mehr messen soll, und der VLE 250 mit einer 80 kWh großen LFP-Batterie – mit der Wahl zwischen Front- und Allradantrieb. Mit Frontantrieb als Fünfsitzer soll es den 250er ab 64.804 Euro geben, als Sechssitzer ab 65.261 Euro.

Exterieur

Mit 5,31 Metern in der Standardversion ist der VLE noch länger als der EQS SUV, der es auf 5,13 Meter bringt. Das Modell ist unseres Wissens sogar der größte Elektro-Pkw auf dem Markt.  

  Länge Breite Höhe Radstand
Mercedes VLE Std. 5.309 mm 1.999 mm 1.951 mm 3.342 mm

Die Optik des Neulings wird vorn durch den riesigen Grill bestimmt, der zudem noch durch eine Lichtlinie als Rahmen hervorgehoben wird. Dazu kommt eine Lichtsignatur mit zwei Sternen pro Seite. Anders als etwa beim GLC EQ gibt es zwischen den Scheinwerfern und über dem Grill außerdem eine durchgehende Lichtlinie. Seitlich hat der VLE Schiebetüren auf jeder Seite, auf Wunsch mit Hands-Free Access. Die Schiebetüren verfügen über vollständig versenkbare Fenster. 

Am Heck fällt der bogenförmige Abschluss der Seitenfenster auf. Hinten gibt es senkrecht angeordnete Rückleuchten, die durch die Lichtleiste oben zu einem Rundbogen ergänzt werden. Zu den Besonderheiten gehört, dass man die Heckscheibe separat öffnen kann. Außerdem hat der VLE bündig in die Karosserie eingelassene Türgriffe, die bei Bedarf elektrisch ausfahren.

Mercedes VLE 300 (2026)
Bilder von: Mercedes-Benz
Mercedes VLE 300 (2026)
Bilder von: Mercedes-Benz

Interieur

Innen gibt es einen MBUX-Superscreen, der aus drei Bildschirmen besteht: einem 10,25-Zoll-Instrumentendisplay, einem 14-Zoll-Touchscreen und einem weiteren 14-Zoll-Monitor für den Beifahrer oder die Beifahrerin. Als Betriebssystem für das Infotainment und die Assistenzsysteme wird das neue MB.OS verwendet. Die Navigation nutzt Google Maps.

Mercedes VLE 300 (2026)

Laderoutenplanung von Stuttgart nach Nordspanien mit sechs Ladestopps, die von Google Maps errechnet wurden

Bild von: Mercedes-Benz

Die Luftausströmer links und rechts am Armaturenbrett bieten eine leuchtende Umrahmung, welche die Ambientebeleuchtung ergänzt. Diese zeigt auch die Konturen der "zweigeschossigen" Mittelkonsole, die oben zwei Handy-Schalen und unten ein beleuchtetes Fach für Kleinkram enthält. Das Lenkrad besitzt links eine Wippe und rechts ein Bedienröllchen. Über den Insassen spannt sich von der zweiten Sitzreihe bis zum Heck ein Sky-View-Glasdach. Und je nach gewählter Mittelkonsole besteht freier Zugang vom Cockpit in den Fond.

Mercedes VLE 400 (2026)
Bild von: Mercedes-Benz

Die Sitzkonfigurationen reichen von fünf bis acht Sitzen, wahlweise als Einzelsitze oder Dreierbänke. Die hinteren Sitze lassen sich auch verschieben, vis-à-vis anordnen oder bei Bedarf entnehmen; dank der integrierten Rollen kann man sie danach in die Garage rollen. Bei drei Sitzreihen fasst der Kofferraum 795 Liter, bei komplett ausgebauten Rücksitzen 4.078 Liter.

Die Bilder zeigen zwei Einzelsitze in der zweiten Reihe, die sich durch ein Schienensystem längs verschieben lassen. Der rote VLE 400 4Matic besitzt auch in der dritten Reihe zwei Einzelsitze auf Schienen, während der beigefarbene VLE 300 dort eine Dreierbank hat, die ebenfalls längs verschiebbar ist. Hier sehen die Sitze in der zweiten Reihe besonders komfortabel aus. Zudem gibt es hier einen großen 31-Zoll-Bildschirm für die Fondpassagiere. Dank zahlreicher Streaming-Apps und Online-Diensten kann man sich darauf Filme ansehen oder Spiele spielen und mit der integrierten Kamera an Videokonferenzen teilnehmen.

Mercedes VLE 300 (2026)
Bilder von: Mercedes-Benz
Mercedes VLE 300 (2026)
Bilder von: Mercedes-Benz

Antriebe und Batterie

Zum Start gibt es einen VLE 300 mit 203-kW-Frontantrieb; der Allradler mit 305 kW soll noch dieses Jahr folgen. Beide erhalten die gleiche Batterie mit 115 kWh. Der VLE 250 mit 80 kWh startet erst 2027.

  VLE 300 VLE 400 4Matic
Antrieb FWD 203 kW AWD 305 kW
0–100 km/h k.A. 6,5 Sek.
WLTP-Verbrauch 18,4–20,7 kWh/100 km 20,3–21,9 kWh/100 km
Akku netto 115 kWh (NMC) 115 kWh (NMC)
WLTP-Reichweite 713 km k.A.
Max. Ladeleistung AC / DC 11 (optional 22) kW / 300 kW 11 (optional 22) kW / 300 kW

Mit einer Reichweite von über 700 Kilometern nach WLTP-Norm macht der VLE 300 auch Langstrecken möglich. Der Neuling besitzt einen von Mercedes selbst entwickelten Antrieb mit Permanentmagnet-Synchronmotor (PSM) an der Vorderachse. Der Wirkungsgrad von der Batterie bis zum Rad soll auf langen Strecken 93 Prozent betragen.

Allradmodelle verfügen zusätzlich über einen PSM an der Hinterachse. Dieser wird nur dann über eine mechanische Kupplung (Disconnect Unit, DCU) zugeschaltet, wenn er benötigt wird. Zum niedrigen Verbrauch trägt auch der Siliciumcarbid-Inverter bei. Ob das beim Allradler auch für die Hinterachse gilt, bleibt offen. 

Die Batterie wird dank 800-Volt-System mit bis zu 300 kW geladen. Die Ladedauer wird nicht mitgeteilt, doch soll der VLE in 15 Minuten Strom für eine WLTP-Reichweite von bis zu 355 Kilometern nachladen können. An 400-Volt-Säulen wie den Superchargern von Tesla kann man (wie beim CLA EQ) nur laden, wenn man den DC-DC-Wandler für 622 Euro dazubestellt. Damit sind laut Konfigurator aber nur 90 kW möglich. Alternativ kann man mit Wechselstrom laden, wobei serienmäßig 11 und optional 22 kW unterstützt werden.

An 400-Volt-Säulen kann man nur optional und auch dann nur mit 90 kW laden (Screenshot aus dem Konfigurator)
Bild von: Mercedes-Benz

An den Kathoden der Batterie kommt eine NMC-Chemie mit niedrigem Cobalt-Anteil zum Einsatz, an den Anoden wird Graphit mit Siliciumoxid-Anteil verwendet. Die Hochvoltbatterie lässt sich reparieren, was wohl bedeutet, dass sie wie üblich aus Zellen und Modulen aufgebaut ist und keine Cell-to-Chassis-Architektur besitzt. Der VLE ist für das bidirektionale Laden vorbereitet.

Fahrwerk

Was das Fahrwerk angeht, so besitzt der VLE optional die Luftfederung Airmatic. Normale Luftfederungen senken das Fahrzeug ab einer bestimmten Geschwindigkeit ab und heben es bei niedrigem Tempo wieder an. Die neue Airmatic dagegen nutzt erstmals Daten von Google Maps und weiß dadurch, auf welcher Art von Straße (Autobahn, Landstraße oder innerorts) man sich befindet. So wird auf der Autobahn kontinuierlich die niedrige Fahrwerkshöhe beibehalten, auch wenn man zwischenzeitlich im Stau steht.

Die intelligente Fahrwerksregelung umfasst auch eine neue Car-to-X-Funktion, die deutlich mehr Komfort auf langen Speed-Bumps bieten soll, wie sie insbesondere in Südeuropa und den USA häufig vorkommen. Ist die neue Car-to-X-Funktion aktiviert, passt der VLE die Dämpfung kurz vor Erreichen der Schwelle automatisch an, was den Komfort besonders im Fond deutlich verbessert, verspricht Mercedes.

Mit der Luftfederung lässt sich die Fahrzeughöhe um 40 Millimeter anheben und absenken, um die Bodenfreiheit zu erhöhen oder den Einstieg zu erleichtern. Dies ist erstmals auch per Sprachsteuerung möglich, beispielsweise mit dem Befehl "Fahrzeug anheben".

Ebenfalls optional wird eine Hinterradlenkung eingebaut, die den Wendekreis von Bordstein zu Bordstein um 2 Meter auf 10,9 Meter und von Wand zu Wand auf 11,6 Meter verringert. Der Lenkwinkel der Hinterachse beträgt bis zu sieben Grad. Bei Geschwindigkeiten unter 60 km/h lenken die Hinterräder in die entgegengesetzte Richtung zu den Vorderrädern; das macht das Fahrzeug wendiger. Ab 60 km/h erfolgt der Einschlag in die gleiche Richtung wie bei den Vorderrädern, wodurch die Fahrstabilität bei Spurwechseln auf der Autobahn verbessert wird. Ein weiteres Plus ist die direktere Lenkübersetzung, die zu weniger Kurbelarbeit führt.

Außerdem verspricht Mercedes eine gute Schalldämmung, unter anderem durch Verbundglas sowie Elastomer-Lager zwischen Karosserie und Fahrwerk. Die Rotormagnete sind in einer Doppel-V-Konfiguration angeordnet, die Statorwicklungen verwenden sogenannte Chorded Coils. Beide Maßnahmen sorgen für einen außergewöhnlich leisen und dennoch effizienten Antrieb.

Das Werk Vitoria ist der erste Standort von Mercedes, an dem der VLE gefertigt wird. Ab Ende 2026 soll das Auto auch in Fuzhou vom Band laufen.

Bildergalerie: Mercedes VLE (2026) Serienproduktion im Werk Vitoria

Unter dem Strich

Der Mercedes VLE 300 ist ein Riesentrumm von einem Elektroauto, bietet aber hohe Reichweiten und schnelles 800-Volt-Laden. So eignet sich das Modell wohl vor allem als nobles Reisegefährt für lange Autobahnstrecken. Nicht dazu passen will, dass man serienmäßig nicht am Tesla-Supercharger laden kann. Und wer daran gedacht hat, den DC-DC-Wandler zu bestellen, wird deutlich langsamer laden als die meisten 400-Volt-Kollegen.

Außen wirkt der Van durch den riesigen Grill für unseren Geschmack zu "statusorientiert", um es höflich auszudrücken. Innen bietet der Wagen Luxus auf Oberklasseniveau, bis hin zu den superweichen Kissen für die Kopfstützen, die aus der S-Klasse bekannt sind. Wie es sich für einen Van mit Transporter-Genen gehört, ist das Sitzsystem sehr variabel. Angetrieben wird der Neuling über die Vorderachse, was Platzvorteile hinten bringt.

Letzte Änderung am 23. Juli 2026: Angaben aus der neuen Pressemeldung und dem Konfigurator eingefügt.