Bis dahin sollen die CO2-Emissionen durch Hybridversionen sinken

Bentley wird rein elektrisch, Porsche hat mit dem Taycan ein Elektromodell vorgestellt, aber was ist eigentlich mit der Elektrifizierung von Lamborghini? Schließlich gehört die Marke zum VW-Konzern, der sich immer wieder zur Elektromobilität bekennt. Wer schon drauf gewartet hat, kann sich jetzt entspannen: Die Stier-Marke legt Elektrifizierungspläne vor.

Unter der Überschrift "Direzione Cor Tauri" (Richtung Cor Tauri) präsentierte Markenchef Stepan Winkelmann am heutigen Dienstag die Pläne. Dabei ist Cor Tauri (das "Herz des Stiers") der hellste Stern im Sternbild Stier, dem Markentier von Lamborghini. Bekannter ist der Stern unter dem Namen Aldebaran (oder Alpha Tauri). Der von der Erde aus gut beobachtbare Rote Riese gehört zum Winter-Sechseck.

Die Pläne sehen drei Phasen vor:

  1. "Celebrating the Combustion Engine" (2021-2022): Hier will Lamborghini noch hauptsächlich auf den Verbrennungsmotor setzen, auch wenn mit dem Lamborghini Sian ein erster zaghafter Hybridisierungsversuch (Zwölfzylinder plus ein 48-Volt-Mildhybridsystem; unser Titelbild) gestartet wurde.
  2. "Hybrid Transition" (2023-2024): Im Jahr 2023 will Lamborghini sein erstes Hybridauto in Serie bauen. Bis Ende 2024 will Lamborghini seine gesamte Modellpalette elektrifiziert haben. Das zusätzliche Gewicht soll durch Leichtbaumaßnahmen möglichst kompensiert werden. Bis Anfang 2025 sollen die CO2-Emissionen der Modelle um 50 Prozent sinken. Um das zu schaffen, will Lamborghini 1,5 Milliarden Euro investieren – die bisher größte Investment in der Geschichte der Marke.
  3. "First fully electric Lamboghini" (zweite Hälfte der Dekade): In der zweiten Hälfte des Jahrzehnts, also ab 2026, will Lamborghini ein viertes Modell neben Huracan, Aventador und Urus einführen, das rein elektrisch angetrieben wird. Näheres verriet Lamborghini zu dem Neuling noch nicht – außer, dass er "an der Spitze seines Segments" stehen soll.

Dass es erst in fünf Jahren ein Elektromodell von Lamborghini geben soll, bedeutet, dass die Marke offenbar kein Derivat des Porsche Taycan und Audi e-tron GT (auf der Plattform J1) bekommen wird, denn das wäre viel schneller zu bewerkstelligen. Auch eine elektrifizierte Version bestehender Modelle ist es offenbar nicht.

Vermutlich will Lamborghini also eine der kommenden VW-Plattformen für Elektroautos nutzen, wobei SSP und PPE in Frage kommen. Die Scalable Systems Plattform (SSP) soll ab 2025 die Hauptplattform des Konzerns darstellen und alle Marken und Segmente abdecken. Aus Zuffenhausen hieß es allerdings bereits, dass SSP für Porsche ungeeignet wäre, und dass man voll auf die Premium Platform Electric (PPE) baue. Man werde allerdings Softwarekomponenten von SSP verwenden. Während SSP ab 2025 eingesetzt werden soll, sind die ersten PPE-Autos bereits für 2022 geplant.

Bildergalerie: Lamborghinis Elektrifizierungspläne (2021)