Laut dem VW-Markenchef wird kein Serienauto daraus, aber ein Hinweis ist es doch

Kürzlich stellte VW den ID.4 GTX mit 220 kW starkem Allradantrieb vor. Natürlich lag die Einführung eines ID.3 GTX nahe. Doch bislang hält sich Volkswagen damit zurück – vielleicht wäre das selbst für den Weltmeister der Baukästen zu schematisch.

Über eine stärkere Version des ID.3 (bisher endet die Palette bei 150 kW) wird aber offenbar doch nachgedacht. Jetzt zeigte VW-Markenchef Ralf Brandstätter jedenfalls ein Auto namens ID.X mit 245 kW bei LinkedIn.

Laut Brandstätter handelt es sich um einen Prototypen mit dem Projektnamen ID.X. Man habe die Ingenieure einfach mal entwickeln lassen. Ein Serienauto soll nicht daraus werden, so der Manager. Aber ein Hinweis auf eine stärkere Variante mit Allradantrieb ist es doch.

"Das Team hat einen ID.3 mit ursprünglich 62kWh mit einer 82kWh Batterie ausgestattet und mit Teilen des ID.4 GTX neu kombiniert. Powertrain, Fahrwerk und Infotainment modifiziert und dem Fahrzeug innen und außen einen außergewöhnlichen Auftritt verpasst. ;-). Herausgekommen bei diesem Experiment ist ein Kraftpaket mit Allradantrieb, 245 kW Leistung und sportlichem Design. Projektname: ID.X. (...)

Auch wenn der ID.X kein Serienfahrzeug wird – viele Ideen werden wir aufgreifen." (Ralf Brandstätter)

Das Auto hat demnach die große Batterie mit 82 kWh brutto oder 77 kWh netto – das war zu erwarten. Die Leistung liegt mit 245 kW etwas über den 220 kW des ID.4 GTX. Überraschender sind die übrigen Angaben von Brandstätter: "Von 0 auf 100 in 5,3 Sekunden, 200 Kilo leichter als seine ID.-Geschwister". Wie das Auto trotz dem zusätzlichen Frontmotor gleich 200 Kilo abgespeckt hat, verrät Brandstätter nicht, aber er sagt ja auch nicht, gegenüber welchem Schwestermodell – 200 Kilo weniger als beim ID.4 GTX wären nicht sehr überraschend. 

Mit einer Sprintzeit von 5,3 Sekunden ist der Prototyp 2,6 Sekunden schneller als ein ID.3 Pro S mit 150 kW starkem Hinterradantrieb und 77-kWh-Akku – denn der braucht 7,9 Sekunden. Brandstätter erwähnt auch einen Drift-Modus, das heißt wohl, dass man den Frontmotor abschalten kann. Weitere Änderungen sind eine modifiziertes Fahrwerk und eine Optik mit Neonakzenten innen und außen.

Bildergalerie: VW ID.X (Studie, 2021)

Ein Serienmodell soll aus diesem Wagen nicht werden, so Brandstätter. Man werde nur "viele Ideen aufgreifen". Nun ja, so ist das immer bei einer Designstudie. Für uns sieht das Auto schon sehr seriennah aus, was kein Wunder ist, denn die Ingenieure gingen ja von einem Serienmodell aus. Man darf annehmen, dass ein Allrad-ID.3 in Vorbereitung ist. Ob er dann genau 245 kW haben wird, ist nicht sicher. Auch nicht, wie er heißen wird. Aber für uns klingt ID.3 R logisch.