Fokus soll auf Lithium-Eisenphosphat-Zellen liegen

Ende 2020/Anfang 2021 gab es ständig News zum Apple Car. Seither herrscht Stille. Doch nun berichtet Reuters über Gespräche zwischen dem amerikanischen Elektronik-Riesen und den chinesischen Akkuherstellern CATL und BYD. Die Chefs der Firmen verhandeln über die Lieferung von Batterien verhandeln.

Die Verhandlungen wären noch im Anfangsstadium, so der Bericht unter Berufung auf vier anonyme Insider. Danach macht Apple eine Produktion in den USA zur Bedingung. Aus Sicht von Apple ist das verständlich, denn man will bei der Akkuproduktion nicht auf den Import aus China angewiesen sein – zumal dieser wegen der Spannungen zwischen den USA und China unsicher scheint. Andererseits will CATL den Quellen zufolge ungern eine Batteriefabrik in den USA bauen, und zwar sowohl aus Kostengründen als auch aus politischen Erwägungen.

CATL ist der weltweit führende Hersteller von Batteriezellen, BYD folgt auf Platz vier. Unabhängig davon, welche Firma die Akkus liefern wird, hat sich Apple offenbar schon für Lithium-Eisen-Phosphat-Akkus (LFP) entschieden, die als günstig und langlebig gelten, aber meist keine hohe Energiedichte bieten. Außerdem will Apple wohl auf Module verzichten, die Zellen sollen also direkt in die Batterie eingebaut werden, was auf einen Cell-to-Pack-Ansatz (CTP) hinausliefe. Das soll zu niedrigeren Kosten und höherer Energiedichte führen.

Das Apple-Elektroauto soll angeblich 2024 starten, wie Reuters im Dezember berichtete. Anders als das Auto der zum Google-Konzern gehörenden Firma Waymo, das als Ride-Hailing-Fahrzeug gedacht ist, soll das Apple Car an Privatleute verkauft werden. Außerdem sagten anonyme Quellen damals, Apple werde das Auto nicht selbst bauen, sondern sich dafür einen Partner suchen. So hätte es bereits Gerüchte über eine Produktion beim Auftragsfertiger Magna gegeben. Auch über eine Kooperation mit Hyundai und Kia gab es bereits Gerüchte. 

Das Unternehmen hat allerdings noch nicht offiziell bestätigt, dass das vor einigen Jahren begonnene und dann vorübergehend auf Eis gelegte Titan-Projekt zu einem Serienauto führen wird. Es besteht offenbar immer noch die Möglichkeit, dass Apple das Projekt stoppt und nur seine autonome Fahrsystem in ein Autos eines anderen Herstellers einbaut, so der Reuters-Bericht vom Dezember.

In die politische Landschaft würde ein Apple Car jedoch passen: US-Präsident Joe Biden setzt auf Elektromobilität und fördert sie. Für Apple gehört ein eigenes Auto zwar nicht zur Kernkompetenz, doch könnte der Hersteller von iPhone und iPad seine Elektronik-Kompetenz nutzen, ganz zu schweigen von seinem Markennamen. So oder so wird es allerdings noch ein paar Jahre dauern, bis etwas aus dem Apple-Auto wird.