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Skoda Peaq: Siebensitzer-SUV startet mit über 600 km Reichweite

Das neue Skoda-Flaggschiff wird als Peaq 60, 90 und 90x sowie als Fünf- und Siebensitzer angeboten.

Skoda Peaq (getarnt) bei Prototypentests
Bild von: Skoda

Bisher bietet Skoda nur zwei Elektromodelle an: den Elroq und den Enyaq. Bald sollen der kleine Epiq und das Siebensitzer-SUV Peaq hinzukommen. Nun hat der Hersteller erste Probefahrten mit getarnten Prototypen veranstaltet und neue Informationen veröffentlicht. Dazu gehört die Reichweite von über 600 Kilometern.

Das neue Modell ist die Serienversion des Vision 7S. Es soll Mitte 2026 vorgestellt werden und dürfte noch 2026 auf den Markt kommen. Das auf der MEB-Plattform basierende und in Mladá Boleslav produzierte Modell wird als neues Elektro-Flaggschiff firmieren.

Drei Varianten mit Antriebsleistungen zwischen 150 und 220 kW sollen angeboten werden, darunter die Hecktriebler Peaq 60 und Peaq 90 sowie der Allradler Peaq 90x. Zu den Batterien macht Skoda noch keine Angaben, doch handelt es sich offenbar um zwei verschiedene. Die 90er-Varianten bieten eine Reichweite von über 600 Kilometern. Ob die bislang größte MEB-Batterie mit 86 kWh (aus dem VW ID.7 Pro S und VW ID. Buzz Pro LR sowie Buzz GTX LR) dafür ausreicht oder ob es sich um einen neuen Akku handelt, müssen wir abwarten.

Die Ladedauer mit Gleichstrom wird mit 28 Minuten (10 bis 80 %) angegeben. Die 60er-Variante erledigt dasselbe in 27 Minuten, hat aber wohl einen kleineren Akku. Die Allradversion 90x sprintet zudem in 6,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Bildergalerie: Skoda Peaq (getarnt)

Mit einer Länge von fast 4,90 Metern, einer Höhe von 1,70 Metern und einem Radstand von 2.965 Millimetern ist der Peaq das größte und geräumigste Modell der Skoda-Palette. Zur Optik gehört eine glänzend schwarze Frontverkleidung (das "Tech-Deck-Face"), die von schmalen vertikalen Leisten beleuchtet wird und über eine LED-Hintergrundbeleuchtung verfügt. Dazu kommen optional Matrix-LED-Scheinwerfer. Das Erscheinungsbild wird durch aerodynamisch optimierte Alufelgen in 19 bis 21 Zoll abgerundet. Zehn Karosserielacke stehen zur Auswahl. 

Der Peaq wird als Fünf- und als Siebensitzer angeboten. Durch den langen Radstand soll der Wagen in der zweiten und dritten Reihe außergewöhnlich viel Beinfreiheit bieten. Zudem verspricht Skoda viel Kopffreiheit in der dritten Reihe. Bei voller Besetzung bleiben immerhin 299 Liter für Gepäck. Dazu kommt ein 37-Liter-Frunk unter der Fronthaube. Als Fünfsitzer bietet der Peaq bis zu 1.010 Liter Kofferraum – das ist der größte Laderaum in der gesamten Skoda-Palette.

Skoda Peaq (getarnt) bei Prototypentests

Der Skoda Peaq ist fast 4,90 Meter lang und hat knapp drei Meter Radstand 

Bild von: Skoda

Fünf Ausstattungen stehen zur Auswahl, darunter eine Sportline. Alle bieten serienmäßig Ambientelicht und Lenkradheizung. Normalerweise kommt ein Zweispeichenlenkrad zum Einsatz, während die Sportline-Version ein Dreispeichenlenkrad mit Hands-Off-Erkennung und Schaltwippen für die Einstellung der Rekuperation erhält.

Das neue optionale Relax-Paket bietet besonders komfortable, AGR-zertifizierte Sitze mit Massagefunktion, elektrisch verstellbare Fußstützen und einen klappbaren Tisch. Eine dazugehörige "Wellness-App" bietet diverse Modi für die Entspannung. Sie regelt die Klimatisierung, das Ambientelicht und die Massagefunktion. Zum Paket gehört auch ein Audiosystem von Sonos.

Der Peaq besitzt als erster Skoda bündig angeordnete Türgriffe, die bei Bedarf elektrisch ausfahren. Eine mechanische Betätigung ist ebenfalls möglich. Eine weitere Neuheit ist das größte Glasdach, das Skoda anbietet. Die Transparenz lässt sich einstellen, wobei man entweder eine von drei Voreinstellungen nutzt oder das Dach manuell über den Touchscreen konfiguriert.

Bei dem Infotainment-Bildschirm handelt es sich um einen vertikal eingebauten 13,6-Zoll-Touchscreen. Darauf läuft ein Betriebssystem auf Basis von Android Automotive. So kann man Google Maps und diverse Apps wie Spotify oder YouTube nutzen. Ebenfalls neu ist der Digital Key, mit dem man das Auto per Smartphone entriegeln kann. Die wichtigsten Fahrinformationen werden auf einem 10-Zoll-Instrumentendisplay angezeigt, optional kommt ein Head-up-Display hinzu.

Wie alle neueren MEB-Fahrzeuge unterstützt der Peaq auch Vehicle-to-Load (V2L). Mit der neuen bidirektionalen DC-Wallbox Ambibox von Moon Power ist auch die Nutzung von Vehicle-to-Home (V2H) möglich.

Zu den weiteren Details gehören in die Scheibenwischer integrierte Scheibenwaschdüsen, zwei Ladeschalen fürs kabellose Handy-Laden mit bis zu 25 Watt, eine elektrische Laderaumabdeckung und eine im Innenspiegel integrierte USB-Buchse.

Zu den Hauptkonkurrenten des neuen Skoda-Modells mit sieben Sitzen dürften der Kia EV9 und der Hyundai Ioniq 9 gehören, die dank 800-Volt-Technik schneller laden. Der Ioniq 9 bietet aufgrund der sehr großen 106-kWh-Batterie (Nettokapazität) ebenfalls viel Reichweite: Die Basisversion mit 160-kW-Heckantrieb schafft 620 km nach WLTP. Rund 50 km mehr Reichweite, aber weniger Platz zu Preisen ab etwa 51.000 Euro bietet der zehn Zentimeter kürzere Peugeot E-5008.

Unter dem Strich

Stolz präsentiert Skoda weitere Details zu seinem neuen Elektro-Flaggschiff. Neben Features, die alle neueren MEB-Fahrzeuge erhalten (wie dem Digital Key oder V2L) und diversen Luxus-Features bietet das große SUV vor allem viel Platz. Zu den Hauptkonkurrenten der Wuchtbrumme mit bis zu sieben Sitzen dürfte der Hyundai Ioniq 9 gehören. Der bietet ebenfalls um die 600 km Reichweite und wird als 160-kW-Hecktriebler für knapp 70.000 Euro angeboten. An dieser Marke wird sich wohl auch Skoda orientieren.