Wer lange Spaziergänge in der eigenen Stadt macht, braucht ab und zu eine Bank, um sich auszuruhen. Mit schmerzenden Füßen würde man dann manchmal am liebsten auf der Bank sitzen bleiben. Corentin Janel und Guillaume Innocenti haben noch eine Ecke weiter gedacht: Was, wenn man auf der Bank nach Hause fahren könnte?

Von dieser Idee ausgehend haben die beiden Designstudenten eine fahrbare Sitzbank namens Talk or Drive entwickelt. Das leicht verschrobene Projekt (das als "TOD" abgekürzt wird, was im Deutschen allerdings weniger verlockend klingt) erhielt prompt ein Preisgeld von umgerechnet mehr als 14.500 Euro, wie Ford Europe nun per Pressemeldung verbreitet.

Fahrbare Sitzbank (von Ford ausgezeichnetes Studentenprojekt)

Janel und Innocenti gewannen den ersten Preis der Ford Fund Smart Mobility Challenge, die von einer gemeinnützigen Stiftung des Autoherstellers Ford (dem Ford Fund) sowie dem britischen Royal College of Art organisiert wird. Studierende waren aufgerufen, nachhaltige Lösungen für die urbane Mobilität zu entwickeln.

Im statischen Modus handelt es sich um eine Bank, die sich verlängern lässt, so dass bis zu drei Personen darauf Platz finden. Mehrere Sitzbänke können nah beieinander platziert werden, und mit zusätzlichen Elementen lässt sich bei Bedarf auch noch ein Picknicktisch dazustellen. Im mobilen Modus aber verwandelt sich die Bank in einen zweisitzigen Elektro-Roller mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h. Die fahrbare Sitzbank kann man über eine App auffinden und buchen.

Janel und Innocenti wollen die Studie nun zu einem Prototypen weiterentwickeln:

"Wir wollten einen Community-Service schaffen, der sich an das urbane Leben seiner Nutzer anpasst. Der Gewinn des Wettbewerbs gibt uns viel Vertrauen in unseren Vorschlag und ermöglicht es uns, einen Prototypen zu bauen, damit unsere Idee tatsächlich Realität werden kann. Von der Arbeit an einem maßstabsgetreuen Prototypen versprechen wir uns weitere Erkenntnisse, beispielsweise über die Materialien und den Anwendungsprozess." 

Auf den zweiten Platz der Challenge kam Cardiac Patrol, ein Vorschlag zur Ausrüstung von Privatfahrzeugen mit automatisierten Notfall-Defibrillatoren sowie Communi-T, ein interaktives Fahrzeug, das Obdachlosen und Bedürftigen helfen soll.