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Renault erhält Lithium aus dem Oberrheingraben von Vulcan Energie
Klimaneutraler Batterierohstoff wird per Geothermie und Elektrolyse gewonnen

Stefan Leichsenring 
Von: Stefan Leichsenring
2. Aug. 2021 um 12:00 Uhr
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Neben Cobalt und Nickel ist Lithium einer der zentralen Batterierohstoffe. Bislang wird das Alkalimetall praktisch ausschließlich im außereuropäischen Ausland gefördert – unter anderem an den Salzseen Südamerikas, in China und Australien. Doch auch in Deutschland gibt es das Material, unter anderem im Oberrheingraben. Renault hat sich nun den Zugriff darauf gesichert, wie Reuters berichtet.
Die Renault-Gruppe hat dazu einen fünfjährigen Partnerschaftsvertrag mit der Vulcan Energie Ressourcen GmbH abgeschlossen. Die deutsch-australische Joint-Venture-Firma aus Karlsruhe will den Rohstoff in Deutschland fördern, und zwar CO2-frei.
"Unsere Mission ist es, den derzeit hohen CO2-Fußabdruck der Produktion von Lithium-Ionen-Akkus für Elektrofahrzeuge drastisch zu verringern. Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir ein patentiertes Verfahren entwickelt, das uns die weltweit erste CO2-freie Lithiumgewinnung aus den Thermalwässern des Oberrheingrabens in Deutschland mit unserem Vulcan-Projekt ermöglicht." (Vulcan Energie Ressource GmbH)
Die mit Renault vereinbarte Liefermenge beläuft sich auf jährlich 6.000 bis 17.000 Tonnen Lithium-Carbonat-Äquivalente in Batteriequalität. Die Vereinbarung hat eine Laufzeit von fünf Jahren und kann bei gegenseitigem Einverständnis verlängert werden. Beginn der Lieferung ist 2026. Durch das umweltverträgliche Förderverfahren soll sich der CO2-Ausstoß bei der Herstellung einer 50-kWh-Batterie um 300 bis 700 Kilogramm verringern. Das kommt der Renault Group entgegen, denn 2030 sollen schon 90 Prozent ihres Absatzes auf reine Elektroautos entfallen.

Renault-Elektroautos wie der für 2023 geplante Elektro-R5 könnten mit klimaneutralem Lithium fahren
Vulcan Energie will 2024 mit der Lithium-Produktion beginnen. Dazu will die Firma 1,8 Milliarden Euro in den Bau von Geothermie-Anlagen mit angeschlossener Lithium-Gewinnung investieren. Eine erste Anlage für 0,7 Milliarden soll 15.000 Tonnen Lithiumhydroxid (LiOH) und 22 Megawatt Strom produzieren. In einer zweiten Phase soll ein weiteres Werk zusätzlich noch 25.000 Tonnen LiOH und 51 MW Strom liefern.
Bei dem Prozess wird 165 Grad heiße Sole an die Oberfläche gepumpt. Die Wärme wird zur Produktion von Strom und zur Extraktion des Lithiums genutzt. Die abgekühlte Sole wird in die Tiefe zurück gepumpt. Fossile Energieträger werden nicht benötigt und auch der Wasserverbrauch soll gering sein. Zudem verdient man an der Stromproduktion und natürlich an dem Lithium. Das bei der direkten Extraktion anfallende Lithiumchlorid wird gereinigt und per Elektrolyse zu Lithiumhydroxid-Monohydrat (LHM) umgesetzt. LHM wird verkauft, genauso wie die als Nebenprodukt entstehende Salzsäure.
Neben den Umweltvorteilen soll die Methode von Vulcan Energie auch noch sehr wirtschaftlich sein. Das Unternehmen gibt Kosten von 4.690 Euro pro Tonne an, was günstiger sei als beim Verdunstungsverfahren (4.857 Euro) und erst recht als beim Tagebau-Verfahren (5.670 Euro).
Zur konventionellen Lithium-Gewinnung werden zwei Methoden verwendet. Bei der Gewinnung im Tagebau aus Hartgestein muss das Gestein nach dem Abbau unter Einsatz fossiler Brennstoffe und Säuren aufgeschlossen werden, was wegen des CO2-Ausstoßes wenig umweltfreundlich ist. Bei der zweiten Methode wird das Wasser in der Sole verdampft, indem man die Sole in großen Becken verdunsten lässt. Dadurch werden der Umwelt große Mengen Wasser entzogen.
Außer dem neuen Vertrag mit Renault hat Vulcan Energie kürzlich auch eine ähnlich Vereinbarung mit dem koreanischen Batteriehersteller LG Energy Solution und zudem Absichtserklärungen zur Belieferung von Stellantis und Daimler abgeschlossen.
Quelle: Reuters, Vulcan Energie
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